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Kahlschlag im Moor: Naturschützer fordern Bußgeld

Das Entsetzen ist groß. Der Dammer Planungsausschuss missbilligt das Kappen hunderter Bäume auf dem Windparkgelände im Borringhauser Moor. Der Kreis prüft die Notwendigkeit von Neuanpflanzungen.

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Der Kahlschlag von Bäumen im Borringhauser Moor erzürnt Dammer Politiker und Naturschützer gleichermaßen.  Foto: Schmutte

Der Kahlschlag von Bäumen im Borringhauser Moor erzürnt Dammer Politiker und Naturschützer gleichermaßen.  Foto: Schmutte

Die auf Kompensationsflächen im Gebiet des Windparks Borringhauser Moor in Damme zu hunderten auf Mannshöhe gekappten Bäume, Feldhecken und Sträucher erhitzen viele Gemüter in Damme weiter. Naturschützer fordern unter anderem ein Bußgeld gegen die Verantwortlichen zu verhängen.

Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses haben die Aktion bei ihrer Sitzung am Donnerstag im Rathaus missbilligt. Sie appellierten an den Landkreis Vechta als Untere Naturschutzbehörde, die Angelegenheit zu prüfen und zu ahnden.

"Das Vorgehen bei den Kompensationsmaßnahmen ,Windpark Borringhauser Moor' war in dieser Form nicht fachgerecht."Aus einer Stellungnahme des Landkreises Vechta

In einer Stellungnahme aus dem Kreishaus in Vechta am Freitag hieß es dazu: „Das Vorgehen bei den Kompensationsmaßnahmen ,Windpark Borringhauser Moor' war in dieser Form nicht fachgerecht. Das betrifft das Zurückschneiden der Feldhecken, Sträucher und Bäume.“ Es sei zum Teil zu massiven Beschädigungen durch Stammeinrisse, Rindenschäden und Auffaserungen gekommen. Die Bäume seien so stark beschädigt, dass sie nach Ansicht der Fachleute aus der Naturschutzbehörde nicht wieder nachwachsen können.

Der Kreis prüfe, inwiefern diese Maßnahmen die Kompensation zerstört haben und eine Neuanpflanzung erforderlich ist. Derzeit liefen die Untersuchungen allerdings noch weiter.

Wie Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) festgestellt hatten, hatte ein Lohnunternehmer mittels einer hydraulisch betriebenen Schere an einem Bagger die Bäume, darunter auch Eichen mit einem Stammumfang von 1,20 Meter und mehr, in Mannshöhe abgekniffen.

Pressdruck hat Holzstruktur der Baumstümpfe zerstört

Durch den Pressdruck wurde die Holzstruktur der Baumstümpfe zerstört. Ein großer Teil der Bäume wird diese „Behandlung“ nach Ansicht der Naturschützer der nicht überleben, der Rest wird verbuschen.

Die Arbeiten waren erst nach einer Beschwerde der Nabu-Ortsgruppe Damme eingestellt worden. Anschließend fand dem Vernehmen nach ein nicht-öffentlicher Ortstermin mit Landkreis-Mitarbeitern als Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde sowie des Amtes für Bauordnung und Immissionsschutz statt. Über das Treffen machte der Landkreis keine Angaben.

Die Dammer Nabu-Ortsvorsitzenden Hildegard Werner, die auch Mitglied des Planungsausschusses ist und am Donnerstag bei der Sitzung die Vorfälle erneut deutlich verurteilte, und Antonius Viefhues forderten den Landkreis Vechta auf, den Auftraggeber der Maßnahme und das durchführende Unternehmen für diesen nach ihren Worten „dreisten und gravierenden Umweltverstoß“ im Rahmen von Ordnungswidrigkeitenverfahren mit entsprechenden Bußgeldern zur Verantwortung zu ziehen.

Naturschützer verlangen größere Ausgleichsfläche

Außerdem verlangten sie mit großem Nachdruck eine weitgehende Wiederherstellung der Kompensationsflächen in den vorherigen Zustand. Bis der allerdings wieder erreicht sein wird, werde es aber viele Jahre dauern, die die neuen Bäume erst nachwachsen müssen.

Um das auszugleichen setzten sich Hildegard Werner und Antonius Viefhues dafür ein, wegen des verloren gegangenen ökologischen Nutzens der schon festgelegten Kompensationsflächen zusätzliche auszuweisen. Die Option, Anzeige zu erstatten, wollen die Nabu-Mitglieder sich noch offen halten.

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