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Junge Mütter mit Migrationshintergrund lernen in Lohne schwimmen

Der erste Kurs mit knapp 15 Teilnehmerinnen ist jetzt gestartet. Die Nachfrage war aber wesentlich höher. Voraussichtlich im Herbst soll ein neuer Schwimmkurs angeboten werden.

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Die Kursteilnehmerinnen machen sich an acht Nachmittagen mit dem Wasser vertraut und erlernen die ersten Schwimmbewegungen. Foto: Heinzel

Die Kursteilnehmerinnen machen sich an acht Nachmittagen mit dem Wasser vertraut und erlernen die ersten Schwimmbewegungen. Foto: Heinzel

Khawla Mohammad springt nicht nur sprichwörtlich ins kalte Wasser: Sie nimmt gerade am Nichtschwimmerkurs für Migrantinnen in Lohne teil. Ihr Ziel sei es, später ihren 5-jährigen Sohn beim Schwimmen lernen zu begleiten und zu helfen, verrät sie.

Khawla Mohammad ist eine von knapp 15 Frauen, die derzeit das Angebot im Hallenbad der Kreissporthalle wahrnehmen. Der Nichtschwimmerkurs findet an acht Nachmittagen statt. Die Teilnehmerinnen kommen aus der Ukraine, Syrien, der Türkei und dem Irak, berichtet Beate Rump. Sie ist Mitorganisatorin und leitet den Schwimmkurs gemeinsam mit Kira Spillmann und Lisbeth Odia, zwei Sportstudentinnen aus Vechta. Die drei wollen den jungen Frauen Sicherheit im Wasser vermitteln.

Schwimmangebot wird durch den Runden Tisch Lohne unterstützt

Angeregt, gefördert und mitorganisiert wird das Angebot vom Caritas-Sozialwerk. Genauer: von der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und vom Jugendmigrationsdienst (JMD) im Landkreis Vechta. Seit 2005 bietet der Bund die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (ab 27 Jahren) an. Die Beratungstätigkeit wird durch die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (AWO, DCV, Parität, DRK, Diakonie, ZWST) und durch den Bund der Vertriebenen wahrgenommen. Bundesweit gibt es rund 1460 Beratungsstellen.

Zusätzliche Unterstützung erfährt das Lohner Schwimmangebot durch den Runden Tisch Lohne. Die Vorsitzende Ursula gr. Holthaus hat auch Khawla Mohammad neugierig gemacht. Schwimmen zu lernen, das mache viel Spaß, sagt sie. "Besonders bei so netten Ausbilderinnen."

„Schwimmen ist nicht nur eine Körpersache, sondern auch eine Kopfsache."Beate Rump, Kursleiterin

„Mit der Wassergewöhnung fängt immer alles an“, erzählt Beate Rump. Ist die geschafft, beginnen die Kursleiterinnen mit der Demonstration erster Schwimmbewegungen. In diesem Fall – ganz klassisch – steht zunächst das Brustschwimmen an. Geübt wird mithilfe von Schwimmbrett und Poolnudel. "Gar nicht so einfach", gibt Khawla Mohammad zu.

Irgendwann, sagt Beate Rump, trauen sich die ersten Frauen Sitzsprünge vom Beckenrand in das 90 Zentimeter tiefe Wasser. Ein großer Erfolg, gerade für Erwachsene, die viel mehr nachdenken als Kinder.  „Schwimmen ist nicht nur eine Körpersache“, stellt Beate Rump klar, „sondern auch eine Kopfsache“. Die DLRG-Übungsleiterin ist sich sicher: „Ohne Mut dauert das Schwimmen lernen länger!“

Rump hat Schulferien-Aktion Rettungsring initiiert

Die Lohnerin hat als Kursleiterin reichlich Erfahrung. So kennt sie einige der jungen Mütter bereits. Die Kinder der Migrantinnen hatten an der Schulferien-Aktion Rettungsring teilgenommen, erzählt Rump. Dieses Projekt gibt es seit 12 Jahren immer in den Oster-, Sommer- und Herbstferien. Für Beate Rump ist das Schwimmtraining für Anfänger eine Herzensangelegenheit. Denn dabei gehe es auch darum, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln und Deutsch zu lernen.

„Das Angebot wird wichtig genommen. Endlich klappt es, dass die Eltern die Bedeutung des Schwimmenlernens erkennen.“Beate Rump

Die Nachfrage ist groß. Etwa 50 Frauen haben sich angemeldet. Beate Rump freut sich über das große Interesse und sagt: „Endlich klappt es, dass die Eltern die Bedeutung des Schwimmenlernens erkennen.“ Voraussichtlich in den Herbstferien soll der nächste Kurs angeboten werden.

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