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Junge Garrelerin will immer höher hinaus

Stabhochsprung-Talent Pia Focken aus Garrel wurde für ihren Sieg bei der Landesmeisterschaft geehrt - mit einem Jahr Verspätung.

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Verspätete Ehrung: Volker Hermann (links), Dr. Steffen Kosian (Dritter von links) und Thomas Höffmann (rechts) freuen sich mit Pia Focken über ihren Sieg bei der Landesmeisterschaft. Foto: Schrimper

Verspätete Ehrung: Volker Hermann (links), Dr. Steffen Kosian (Dritter von links) und Thomas Höffmann (rechts) freuen sich mit Pia Focken über ihren Sieg bei der Landesmeisterschaft. Foto: Schrimper

Die 2,71 Meter, die Pia Focken im Juni vergangenen Jahr in die Luft ging, waren Gold wert. Die damals 17-jährige Garrelerin gewann bei den Niedersachsen-Meisterschaften in Göttingen als Beste ihrer Altersklasse (U18) den ersten Platz für ihre Leistung im Stabhochsprung.

Nun, ein Jahr später, wurde ihr Erfolg im Garreler Rathaus von Bürgermeister Thomas Höffmann in einer kleinen Feierstunde gewürdigt. Der Verwaltungschef erklärte die Verzögerung mit der "bürgermeisterlosen Zeit" bis zu seiner Wahl und mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Höffmann gratulierte Focken zu ihrer Leistung und wünschte ihr alles Gute für die Zukunft. Focken trug sich sodann ins Gästebuch der Gemeinde Garrel ein. An der Ehrung nahmen außerdem ihr Trainer Dr. Steffen Kosian und Volker Herrmann, Leiter der Leichtathletik-Abteilung des BV Garrel, teil.

Stärkste Konkurrentin hatte keinen guten Tag

Als Focken die 2,71 geschafft hatte, war ihre Konkurrenz schon aus dem Rennen. Ihre stärkste Mitbewerberin habe keinen guten Tag gehabt. Das habe es aber nicht unbedingt leichter gemacht, so die 18-Jährige. Sie sei aufgeregter gewesen: "Es war ein einsames Springen." Eigentlich hatte sie sich höhere Ziele gesetzt, doch die 2,71 reichten für Gold. "In einem Wettbewerb war das ihre persönliche Bestleistung", sagt Trainer Kosian. "Im Training springt sie höher."

Seit ihrer Kindheit ist Focken sportlich aktiv. Erst vor zwei Jahren hat sie mit Stabhochsprung begonnen. Daneben hat sie sich dem Sprint verschrieben. Kosian fördert ihr Stabhochsprung-Talent in einer knapp 20-köpfigen vereinsübergreifenden Gruppe, bestehend aus Sportlern aus Oldenburg, Cloppenburg, Garrel, Molbergen und Sandkrug. Trainiert wird einmal die Woche in Oldenburg oder Cloppenburg. Vom Stabhochsprung geht für die Landesmeisterin eine ganz besondere Faszination aus. "Dieser Sport sieht anspruchsvoll und schön aus", betont sie.

Pia Focken trainiert fünfmal pro Woche

Einmal pro Woche zu trainieren, reicht Pia Focken aber noch lange nicht: Sie steht fünfmal pro Woche auf dem Sportplatz. Gleichzeitig ist die Schülerin der Liebfrauenschule in Cloppenburg in ihrem Heimatverein, dem BV Garrel, Trainerin im Kinderbereich. Kosian ist voll des Lobes für die 18-Jährige: Sie halte die Gruppe zusammen und reiße die anderen mit. "Wenn Pia dabei ist, sind die anderen auch dabei - besonders die Garreler."

Wann Focken das nächste Mal bei einem Wettkampf antreten kann, steht wegen der aktuellen Situation noch nicht fest. Überhaupt hat die Corona-Pandemie auch das Training sehr verändert. Zum Beispiel müssten die Springer nun ein fünf mal fünf Meter großes Tuch dabei haben, was über die Matte gelegt werden müsse, berichtet Trainer Dr. Steffen Kosian. Außerdem dürften sich die Sportler keine Stäbe teilen.

Auch wenn noch nicht klar, ist, wann sie sich das nächste Mal mit anderen messen kann, weiß Focken schon ihr nächstes Ziel: Sie möchte die drei Meter knacken, "gerne auch im Wettkampf", wie sie betont. Das sei "eine magische Zahl" für sie. Eine sportliche Karriere schwebt ihr derzeit nicht vor. Nach dem Abitur im kommenden Jahr will sie Naturwissenschaften studieren.

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