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Jugendtreff wartet auf Elektriker und Ende des Lockdowns

Nach den kostenlos zu mietenden "Cliquen-Zimmern" im neuen Treffpunkt  fragen jetzt schon Jugendliche: Aber noch hängen Kabel von den Decken und die Zwangspause zieht sich hin.

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Auf zur ersten Besichtigung: Egon Meyer-Pölking und Nicole Gebelbitten in die neuen Räumen am Stadion. Fotos: Kreke

Auf zur ersten Besichtigung: Egon Meyer-Pölking und Nicole Gebelbitten in die neuen Räumen am Stadion. Fotos: Kreke

Die bemooste BVC-Werbung hängt noch an der Fassade, die Fußball-Theke drinnen ist längst abgerissen. Im ehemaligen Vereinsheim des BV Cloppenburg ist "JIM" eingezogen: Der "Jugendtreff im Mehrgenerationenpark" ist fast reif zur Eröffnung. "Die Möbel sind schon bestellt", sagt Ewald Meyer-Pölking, der zuständige Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. Und "die Fassade wird noch aufpoliert". Aber der Elektriker lässt auf sich warten.

Eigentlich sollten die letzten Strippen bis Jahresende gezogen und verbunden sein. Immerhin: Die neue Heizung läuft, die zerplatzten Bodenfliesen sind ausgetauscht und alle Räume neu gestrichen. "Hier fehlt nicht mehr viel", sagt Sozialarbeiterin Nicole Gebel, die schon seit Herbst 2018 auf die Neueröffnung hinarbeitet. Am Montag soll die neue Küche für den großen offenen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss kommen. Noch in der Woche wird die Musikanlage geliefert.

Seit rund zwei Jahren zieht sich Projekt hin

Langweilig ist Gebel nicht geworden, obwohl erst eine lange politische Debatte und dann die Corona-Lockdowns den offenen Jugendtreff rund 2 Jahre verzögert haben, der Jugendlichen ohne Vereinsbindung eine Freizeit-Heimat bieten soll.  Erst war von einem schlichten Holzhaus gegenüber des BVC-Heims die Rede, bis der Verwaltung und den Politikern auffiel, dass sie zu klein geplant hatten. Dann sollte die alte Hausmeisterwohnung, die versteckt hinter der uralten Schwimmhalle in einer Ecke liegt, umgebaut werden. Für die aufwändige Planung im Altbau fehlte der Verwaltung jedoch die "Manpower".

Öffnet Jugendlichen die Tür: Nicole Gebel, die neue Sozialarbeiterin.Öffnet Jugendlichen die Tür: Nicole Gebel, die neue Sozialarbeiterin.

Schließlich wurde das BVC-Heim zunächst als Übergangslösung auserkoren. Bis Stadträtin Petra Gerlach auffiel, dass dieser Gebäudekomplex viel besser für die neue Dauer-Einrichtung geeignet ist: Er liegt direkt mit Blick auf den Mehrgenerationenpark, hat den nahen Zugang von der Friesoyther Straße und bietet mit etwa 250 Quadratmetern Fläche mehr Platz für Aktionen, aber auch Rückzugsmöglichkeiten.

Gebel sah der langen Vorgeschichte nicht tatenlos zu, sondern probte im Sommer schon mal draußen vor der Baustelle den Ernstfall. Die neue Mitarbeiterin der Jugendpflege bot unterm Pavillon ein Sommer-Kreativ-Programm an, das ihr Mut machte, das Haus füllen zu können - so groß war das Interesse. Zuvor hatte die Sozialarbeiterin auf einer Tournee durch die Schulen und Jugendgruppen Umfragen zum künftigen Angebot gestartet. Ihre daraus entwickelten Herbst- und Frühjahrsprogramme landeten jedoch im Papierkorb, weil Corona die Kontakte unterbrach.

Toiletten-Block draußen nützt mit Wickeltisch auch jungen Familien im Park

Im Team ist den Jugendpflegerinnen die zündende Namensidee gekommen: Aus dem sperrigen "Jugendtreff im Mehrgenerationenpark" ist kurz "JIM" geworden. Der Namenszug hängt schon über dem neuen Eingang. Zudem ist daneben ein weiterer rollstuhlgerechter Zugang zum Haupt-Treffpunkt im Erdgeschoss angelegt worden. Von hier aus soll ein neues Vordach entlang der Fassade um die Hausecke "laufen", weil dort der neue Toilettencontainer steht. Er ist rollstuhlgerecht und steht gleichzeitig den Gästen des Mehrgenerationenparks offen. Weil dort viele junge Familien im Sommer ihre Freizeit verbringen, steht auch ein Wickeltisch bereit. Im ehemaligen BVC-Heim sind zwei Toiletten komplett modernisiert worden.

Besser da kleinteiliger nutzbar ist das Dachgeschoss geworden: In dem offenen Raum haben die Planer 2 "Cliquen-Zimmer" abgetrennt, etwa 12 bis 16 Quadratmeter groß, die kleinen Freundeskreisen einen kostenlosen Treffpunkt mit echtem Pachtvertrag bieten . Schon auf ihrer Rundtour durch die Schulen fragten Jugendliche nach der Buchung. "Die wollten sich schon anmelden", berichtet Gebel.

Cliquen können kostenlos Zimmer "mieten"

Das Anmeldeverfahren ist noch nicht fest geregelt, wohl aber eine Bedingung: Um sich nicht völlig im Haus zu isolieren, wird vorausgesetzt, dass sich die "Mieter" wenigstens einmal in der Woche an den Gemeinschaftsaktionen im großen Raum beteiligen. Gebel denkt an Kicker- oder Gaming-Turniere, aber auch an Kochabende. Maximal soll jeder ein halbes Jahr lang vergeben werden. Wann der Jugendtreff eröffnen kann, bestimmen jetzt der Elektriker und das Ende des Lockdowns. Meyer-Pölking hofft auf den Frühling. Zumindest die äußeren Bedingungen stimmen: Die Lage direkt zum Park sei „die bessere Lösung“ als die ursprünglich angedachte Randlage, glaubt der Fachbereichsleiter.

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