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Jugendliche finden: Wasser ist der wahre Energydrink

Beim Aufstellen von Trinkwasserspendern liegt Lastrup ganz weit vorn. Das liegt auch am Jugendparlament. Es schiebt Projekte wie dieses an, wünscht sich aber noch mehr Einflussmöglichkeiten.

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Wasser ist jederzeit verfügbar: Lukas Rode, Lina Beckmann, Merle Flerlage und Alina Ajosa (von links) freuen sich über den neuen Wasserspender. Foto: G. Meyer

Wasser ist jederzeit verfügbar: Lukas Rode, Lina Beckmann, Merle Flerlage und Alina Ajosa (von links) freuen sich über den neuen Wasserspender. Foto: G. Meyer

Wasser ist der wahre Energydrink, finden die Mitglieder des Lastruper Jugendparlaments. Gemeinsam hatten sie die Anschaffung eines Wasserspenders für die Oberschule in Gang gebracht. Das Gerät steht inzwischen auf einem Schulflur und erfreut sich in den Pausen großer Beliebtheit.

"Er wird rege genutzt", bestätigt Rektor Dirk Zumdohme bei der offiziellen Übergabe des über 1000 Euro teuren Geräts. Gefördert wurde der Kauf vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) und vom Förderverein der Schule. Zuckerhaltige Getränke sind in der Schule ohnehin nicht gern gesehen, zur Wasserflasche dürfen die Schüler dagegen auch während des Unterrichts greifen. Neben dem gesundheitlichen Aspekt hat der Apparat auch einen ökologischen Nutzen. "Langfristig erhoffe ich mir durch das Angebot eine Reduzierung von Plastikmüll", bestätigt Zumdohme. Außerdem könnten die stets vollgepackten Schultaschen ein gutes Stück leichter werden, wenn die Schüler ihr Wasser, statt es zur Schule zu tragen,  bequem vor Ort zapfen. 

Anders als die in Dosen abgefüllten Koffeinbomben bietet frisches Trinkwasser einen Genuss ohne Reue. Auf die Qualität des kühlen Nasses, das täglich im Wasserwerk Thülsfelde gewonnen wird, lässt OOWV-Regionalleiter Stefan Krauß denn auch nichts kommen. "In unseren Leitungen fließt ein streng überwachtes Lebensmittel." Gefördert werde aber nur so viel Wasser, wie in der Region benötigt werde. Der Verband hat zum Jahreswechsel eine Erhöhung der Trinkwassergebühren angekündigt. Als Gründe nannte er  Kostensteigerungen infolge der Pandemie, des Klimawandels und wegen notwendiger Investitionen in die Infrastruktur. Unter anderem soll bis 2024 in Kneheim ein neues Speicherpumpwerk gebaut werden. Lastrups Bürgermeister Michael Kramer verweist auf die gestiegenen Energiekosten und spricht von einer moderaten Erhöhung. "Davor hatten wir fast 30 Jahre lang stabile Preise." 

Gerät Nummer 5 ist auf dem Anmarsch

Der Wasserspender in der Oberschule ist bereits das 4. Gerät seiner Art im Ort. Nummer 5 werde demnächst beim FC Lastrup aufgestellt, kündigte Projektleiter Jörn Logemann an. Er freut sich besonders über das Engagement des Jugendparlaments um Jugendbürgermeister Lukas Rode. Dessen Vorgängerin Amelie Hindersmann hatte sich bereits für die Beschaffung eingesetzt. "Für uns ist das ein sichtbarer Erfolg", sagt Rode.

Die 7 Jugendlichen sind seit genau einem Jahr in Amt und Würden. Ihre Halbzeitbilanz fällt gemischt aus. Die Arbeit mache Spaß, bestätigen alle. Mindestens einmal im Monat kommt die Gruppe in der Kulturscheune zusammen, um über Jugendthemen zu diskutieren. Einer Meinung sind die 15- und 16-Jährigen aber nicht immer. "Ich muss dann auch mal vermitteln", berichtet Rode. In Hannover haben die Jugendlichen vor einiger Zeit Mitglieder anderer Jugendparlamente getroffen und ihre Erfahrungen ausgetauscht. Fast alle hätten den mangelnden Einfluss auf die Entscheidungen der Kommunalpolitik beklagt. "Ich denke, für viele Ratsmitglieder sind wir eher schmückende Deko", sagt Adrian Kordewiner. Das Jugendparlament sei außerdem immer noch zu wenig bekannt. "Wir sind allesamt Oberschüler. Bei uns hat der Bürgermeister aktiv für die Wahl geworben", erklärt Lukas Rode. Er würde gern auch junge Lastruper, die andere Schulen besuchen, zum Mitmachen gewinnen.

Kurze Amtszeit limitiert Möglichkeiten

Dass bereits ihre Vorgänger das Trinkwasserprojekt an den Start gebracht haben, hat den Jugendlichen klar gemacht, wie lange  politische Prozesse mitunter dauern. Weil sie nur 2 Jahre Zeit haben,  sind die Aktionsmöglichkeiten für die Parlamentarier stark begrenzt. Ein wirklich großes Projekt auf die Schiene zu setzen, ist schwierig, weil ihre Nachfolger es weiterführen müssten. Dabei bestehe vor allem bei der Digitalisierung der Oberschule Nachholbedarf, findet Adrian Kordewiner. Alina Ajosa sieht es weniger kritisch. "Ich finde, die Mischung ist in Ordnung. An meiner früheren Schule lief so gut wie alles über Laptop und Smartphone. Da gab es ständig technische Probleme."

Zurzeit bereiten sich die Mitglieder des Jugendparlaments auf den Weihnachtsmarkt Anfang Dezember vor. Sie werden mit einem eigenen Stand vertreten sein. Wie es im kommenden Jahr weitergeht, steht noch nicht genau fest und soll in den nächsten Sitzungen geklärt werden. Die Kandidatur für das Parlament hat bislang niemand bereut. „Wir sammeln hier wertvolle Erfahrungen“, betont Alina Ajosa. 

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