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Josef Laudenbach mag es in Bühren bunt

Der 63-Jährige züchtet Halsbandsittiche mit großem Erfolg. Als Ansetzer kümmert er sich darum, dass außerhalb von Corona alle Spiele im Landkreis Cloppenburg einen Schiedsrichter haben.

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Mahlzeit: Diesen "Große Alexandersittich" hat Josef Laudenbach mit der Hand aufgezogen. Deshalb ist er besonders zutraulich. Foto: Thomas Vorwerk

Mahlzeit: Diesen "Große Alexandersittich" hat Josef Laudenbach mit der Hand aufgezogen. Deshalb ist er besonders zutraulich. Foto: Thomas Vorwerk

Man könnte sich im ersten Semester „Vererbungslehre nach Mendel“ wähnen, wenn Josef Laudenbach über seine Sittiche doziert. Welche Farbe wie an die nächste Generation weitergegeben wird, ist eine Wissenschaft. Welche Kombination vorhersehbar ist, weil „dominant“ oder „rezesiv“, und welche nicht, weil ein Partner „spalterbig“ ist, das kann der Bührener genau erklären. Schließlich züchtet er seit fast 40 Jahren Vögel.

Zahlreiche Farbvarianten sind möglich

Wo auf Bauernhöfen der Wachhund anschlägt, wenn Fremde das Gelände betreten, hat Josef Laudenbach Dutzende bunte Halsband-Sittiche sitzen, die auf Eindringlinge lautstark reagieren. In der freien Wildbahn hat der „Kleine Alexandersittich“, wie er auch genannt wird, in der Regel ein grünes Gefieder. Durch die Zucht sind aber zahlreiche Farbvarianten möglich, die aber – wie schon gesagt – nicht immer vorhersehbar sind. „Das ist ja gerade das Spannende. Es gibt Paarungen, bei denen sind zwölf Farbschläge möglich.“ Mutanten nennen sich die Züchtungen, auf die sich der 63-Jährige spezialisiert hat, um spezielle Farbvarianten zu züchten. Seit rund vier Jahren sind es die Violetten, die bei ihm im Fokus stehen.

1984 wurden Tauben gegen das erste Sittich-Paar getauscht

Tiere gab es schon immer in seinem Leben. Als Kind hatte er Zwerghühner und Kaninchen. Später kam auch Tauben dazu und 1984 tauschte er die gegen ein Paar Sittiche ein. „Damit hat alles begonnen. Heute sind es 40 Zuchtpaare und insgesamt vielleicht 120 Vögel.“ Kaninchen hält er auch heute noch, „aber mehr für meine vier Enkel“.

Neben dem Halsbandsittich, bei dem nur das Männchen den charakteristischen Ring unterhalb des Kopfes trägt, flattern in den Volieren auch Pflaumen­kopfsittiche und Chinasittiche. Am anderen Ende des Gartens hat der „Große Alexandersittich“ sein Reich. Zwei der Vögel trauen sich sogar ganz dicht an den hochgewachsenen Mann. „Die habe ich mit der Hand aufgezogen, nachdem die Mutter verstorben ist.“ Genüsslich lässt sich der Vogel die Möhre schmecken, die Laudenbach ihm unter den knallroten Schnabel hält.

Erfolgreich: Zahlreiche Pokale hat Josef Laudenbach in den vergangenen Jahren bei Ausstellungen errungen. Foto: Thomas VorwerkErfolgreich: Zahlreiche Pokale hat Josef Laudenbach in den vergangenen Jahren bei Ausstellungen errungen. Foto: Thomas Vorwerk

Die Zutraulichkeit hat durchaus Vorteile. In einer Ausstellung halten diese Tiere länger still und können entsprechend besser von den Preisrichtern bewertet werden. Das Ergebnis: Zahlreiche Pokale zieren das Arbeitszimmer und auch einen Teil der Gänge zu den Volieren. Nicht nur für den „Großen Alexandersittich“ bekommt er Trophäen, sonder auch für seine anderen speziellen Züchtungen. Bei den internen Meisterschaften des Vogelvereins Hasetal ist er immer mit von der Partie, aber auch offene Schauen in der Region steuert er an. Die Deutsche Meisterschaft in Bad Salzufflen hat er ebenfalls schon beschickt.

An Urlaub ist kaum zu denken

An Urlaub ist kaum zu denken. Höchstens ein paar Tage am Stück macht er sich mal auf Reisen und kann sich dann auf seinen Nachbarn verlassen, der die Tiere füttert. Lange weg bleiben kann er – außerhalb von Corona – auch deshalb nicht, weil er seit vielen Jahren für die Schiedsrichteransetzungen im Landkreis Cloppenburg verantwortlich ist. 150 Spiele sind es an einem normalen Wochenende. Mit Nachholspielen unter der Woche werden es noch einige mehr.

Seine Schiedsrichterprüfung hat er 1980 gemacht und ist schnell bis in die Bezirksebene gewechselt. Zwar hat er in der A- und B-Jugend auch selber gespielt und später auch mal in der zweiten Herren des BV Bühren, „doch die ganz große Karriere war nicht in Sicht“, erzählt er lachend. Als Beobachter der Schiedsrichter ist er aber auch heute noch an den Spielfeldern anzutreffen.

Ende des Jahres geht er in Ruhestand

Als junger Mann hat Josef Laudenbach eine Lehre als Landmaschinenschlosser absolviert. Nach der Bundeswehrzeit war er als Lkw-Fahrer gefragt und 1992 ist er beim Landkreis Cloppenburg angefangen. Deponiewärter nannte man die Stelle seinerzeit. Mit über 40 hat er dann noch mal die Schulbank gedrückt und in der Abendschule in Bremen den Abschluss Städtereinigungsmeister erlangt.

Jeder, der mehr oder weniger regelmäßig das Entsorgungszentrum in Stapelfeld besucht, dürfte dort schon einmal Bekanntschaft mit ihm gemacht haben. „Ende des Jahres werde ich dort nach fast 30 Jahren aufhören und in den Ruhestand gehen.“ Angst vor Langeweile hat er nicht, denn seine Sittiche werden schon dafür sorgen, dass er auf Trab bleibt.

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