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Josef Kurmann aus Bösel ist ein "bienenfreundlicher Landwirt"

Josef Kurmann hat auf seinem Hof grüne Rückzugsorte für Insekten geschaffen. Die Gemeinde Bösel unterstützt die Kampagne des Landvolks seit 2019.

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Ausgezeichnet: Josef Kurmann (Mitte) ist bereits „bienenfreundlicher Landwirt“. Arnd von Hugo (links) und Jörn Ehlers gratulieren. Foto: Pille

Ausgezeichnet: Josef Kurmann (Mitte) ist bereits „bienenfreundlicher Landwirt“. Arnd von Hugo (links) und Jörn Ehlers gratulieren. Foto: Pille

Die niedersächsische Imagekampagne "Echt grün – Eure Landwirte" will für ein neues gesellschaftliches Verständnis von moderner und tierfreundlicher Landwirtschaft in der Gesellschaft werben und das Ansehen der Landwirtschaft verbessern. Auf dem Hof von Landwirt Josef Kurmann stellte diese Landvolk-Initiative nun die Aktion "Bienenfreundlicher Landwirt 2022" vor. Die Gemeinde Bösel ist seit 2019 Partner der Kampagne.

Gastgeber Josef Kurmann hat bereits alle Kriterien erfüllt, ob mit naturbelassenen Unkrautecken, Feldsteinhaufen auf dem Hof, Staudengarten oder rottendem Altholz als Sichtschutz neben der Terrasse. Gleich nebenan blüht demnächst in Absprache mit einem benachbarten Imker eine große Phacelia-Wiese, auch "Bienenweide" genannt, ein Rückzugsort auch für heimische Wildarten, so Kurmann.

An Ort und Stelle säten Hennig Mennen und Rebecca Brinkmann, beides Landwirtschafts-Auszubildende im 2. Lehrjahr, vor den Augen der Gäste ein Feld mit Blühblumen an. Eine weitere Kooperation gibt es mit der landwirtschaftlichen Berufsschule, die jedes Jahr einen Blühstreifen anlegt.

2021 haben sich 845 Höfe an der Kampagne beteiligt

Vieles andere sei darüber hinaus möglich, so Geschäftsführer und Kampagnenmanager der Initiative, Andre Brunemund (Bösel), auch Greening- und Agrarumweltmaßnahmen (AUM) seien dabei nicht ausgeschlossen. Die Aktion findet dieses Jahr bereits zum 4. Mal statt und blickte im vergangenen Jahr 2021 auf 845 teilnehmende Höfe zurück.

Bienen sind Freund und Helfer der Landwirte, denn auch von ihrer Bestäubungsleistung hängen die Erträge wichtiger landwirtschaftlicher Kulturarten ab. Doch das System ist aus dem Gleichgewicht geraten: Sowohl Menge als auch Vielfalt der Insekten sind stark zurückgegangen. Zu den Ursachen zählt unter anderen das Totalherbizid Glyphosat, das in Deutschland ab 2024 untersagt sein könnte.

"Insektenschutz ist nichts Neues für uns Landwirte und für viele ein persönliches Anliegen. Die Zusammenarbeit mit Imkern ist fruchtbar und wir können viel von ihnen lernen", sagte Jörn Ehlers aus Kirchlinteln, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, und ergänzte: "Wir lernen auch, welche Fehler wir machen können." Die neue Kampagne des Verbandes "Bienenfreundlicher Landwirt" werde von der Basis getragen und sie bringe frischen Wind, so Arnd von Hugo, stellvertretender Vorsitzender des Landvolkverbandes Hannover und einer der Initiatoren des Auftritts.

Maßnahmenkatalog für Bienen-Rettung umfasst vier Kategorien

Zusammen mit dem Bieneninstitut Celle wurde ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, anhand dessen Landwirte sich als "bienenfreundlich" qualifizieren können. Es gibt vier Kategorien: Hofstelle, Ackerfläche, Grünland und Kooperation. Die darin gelisteten Maßnahmen werden mit Wertigkeitspunkten versehen. So können die geforderten 5 Punkte selbst zusammengestellt werden, je nach Wahl der Maßnahme.

Ob Staudengarten, Sandhaufen oder Randstreifen auf Acker- oder Grünlandflächen: Wer mindestens 5 Punkte in 2 Kategorien sammelt, qualifiziert sich automatisch als "Bienenfreundlicher Landwirt" und erhält dafür ein kostenloses Aktionspaket mit Blühstreifenschildern und Aufklebern.

Die Werbung "Bienenfreundlicher Landwirt" wurde durch die Initiative unter fachlicher Hinzunahme des LAVES-Instituts für Bienenkunde in Celle zum Schutz von Wildbienen und anderen Insekten im Jahr 2019 entwickelt, stetig ausgebaut und regelmäßig evaluiert. Teilnahmewillige Betriebe haben noch bis zum 21. Juni die Möglichkeit, "Bienenfreundlicher Landwirt 2022" zu werden.

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