Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Johannesfeger halten das Kirchenumfeld in Steinfeld in Schuss

Die 8 Männer haben die Nachfolge von August Burke angetreten. Der 80-Jährige verrichtete den Dienst ein Jahrzehnt lang als Einzelkämpfer. Nun verteilt sich die Pflege des Areals auf mehrere Schultern.

Artikel teilen:
Die Johannesfeger, ihr Vorgänger und ein Geistlicher: (von links) Heinz Scheper, Franz Meyer, Pfarrer Christian Wölke, Karl Maria Bünker, Gregor von Lehmden, August Burke, Heribert Fischer, Franz Honkomp, Bernd Rohe und Reinhard Koldehoff. Foto: Timphaus

Die Johannesfeger, ihr Vorgänger und ein Geistlicher: (von links) Heinz Scheper, Franz Meyer, Pfarrer Christian Wölke, Karl Maria Bünker, Gregor von Lehmden, August Burke, Heribert Fischer, Franz Honkomp, Bernd Rohe und Reinhard Koldehoff. Foto: Timphaus

In Mühlen gibt es sie, in Holdorf und Handorf-Langenberg ebenfalls: die Rentnerbands. Ihre Mitglieder spielen keine Instrumente. Sie greifen zu Schubkarre, Schaufel und Rechen, um das Gelände rund um die Gotteshäuser ehrenamtlich zu pflegen.

Seit einigen Wochen hat nun auch Steinfeld eine Rentnerband, die jedoch nicht so genannt werden möchte. Den 8 Männern ist "Johannesfeger" lieber. Das passt besser zur Kirche St. Johannes Baptist, um deren Umfeld sich die Herren künftig donnerstags von 9 bis 11 Uhr kümmern möchten. "Wir wollen die Visitenkarte des Ortes in Schuss halten", sagt Karl Maria Bünker.

Der pensionierte Grundschulrektor schwingt den Besen gemeinsam mit Heribert Fischer, Franz Honkomp, Reinhard Koldehoff, Gregor von Lehmden, Franz Meyer, Bernd Rohe und Heinz Scheper. Die Aufgabe ist durchaus herausfordernd, schließlich geht es um die gärtnerische Pflege des Areals rund um die Kirche, Pastors Garten und Hof – mit dem unter Denkmalschutz stehenden Alten Pastorat, der Kapelle und dem Eichenbestand. Da kommen einige Quadratmeter zusammen.

Symbolische Schaufelübergabe: (von links) Karl Maria Bünker, August Burke und Pfarrer Christian Wölke. Foto: TimphausSymbolische Schaufelübergabe: (von links) Karl Maria Bünker, August Burke und Pfarrer Christian Wölke. Foto: Timphaus

Zuvor hatte August Burke 10 Jahre lang diesen Dienst verrichtet. Allein. Als Einzelkämpfer war er bei Wind und Wetter viele Stunden im Einsatz. Seit Dezember ist Burke 80 Jahre alt. Das war für den Steinfelder laut eigener Aussage der richtige Moment, um die Verantwortung in jüngere Hände zu übergeben. "Ich habe immer gesagt, mit 80 mache ich Schluss."

Christian Wölke, Pfarrer der Pfarrei St. Johannes Baptist, würdigt die Verdienste Burkes. "August war immer da, immer absolut zuverlässig. Dafür gebührt ihm der große Dank der gesamten Kirchengemeinde." Der Geistliche zollt auch jenen Mannen höchsten Respekt, die in die Fußstapfen des Unermüdlichen getreten sind. "Das sind super wichtige Leute für die Pfarrei." Er schätze es, wenn Verantwortung übernommen werde, sagt Wölke, der nach eigenem Bekunden mit Gartenarbeit nicht viel am Hut hat. "Lasst mich damit bloß in Ruhe!"

Die Genese der Johannesfeger war ein Kraftakt

Der Wunsch des Pfarrers ist den Ehrenamtlichen Befehl. "Wir sind jetzt einmal rum und haben zunächst eine Grundräumung vorgenommen", berichtet Bünker. Seit März verrichten die Rentner ihren Dienst. "Der Besen ist das wichtigste Werkzeug", sagt Scheper. Koldehoff gibt zu Protokoll, dass es sich wirklich um ein "Riesengelände" handle.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich die Gruppe zusammengefunden hat? Laut Wölke war die Genese ein Kraftakt. Nachdem festgestanden habe, dass Burke zum Jahresende 2020 aufhören möchte, habe er zunächst "vorsichtig" bei der Gemeinde wegen Unterstützung angefragt. Doch die Kommune winkte ab. Der Bauhof hat schließlich auch so schon genug zu tun. 

"Wir fühlen uns gut gerüstet."Gregor von Lehmden

Anschließend ging es um die Frage, wie sich das in den weiteren Gemeindeteilen erfolgreiche Konzept der Rentnerbands auf Steinfeld übertragen ließe. Kirchenausschuss-Mitglied Karl-Heinz Stuntebeck knüpfte den Kontakt zu Bünker. Gemeinsam sprachen sie dann etwa 20 Männer an. "7 Mitstreiter haben schließlich zugesagt", stellt Bünker fest. Er betont, dass die Beetpflege weiterhin in den kompetenten Händen von Alwine Ritterhoff liegt. "Diese Aufgabe lässt sie sich nicht nehmen."

Als erste Amtshandlung wurden neue Geräte angeschafft. "Wir fühlen uns jetzt gut gerüstet", sagt von Lehmden und fügt lachend hinzu: "Wir haben die heimische Wirtschaft unterstützt." Die Bezahlung der Johannesfeger erfolgt in Kaltgetränken. Pfarrer Wölke kündigt aber an, dass demnächst sicherlich auch ein Ausflug drin ist. "Da müssen wir die Corona-Entwicklung abwarten."

Heinz Scheper bläst das Laub vom Gehweg. Foto: TimphausHeinz Scheper bläst das Laub vom Gehweg. Foto: Timphaus

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Johannesfeger halten das Kirchenumfeld in Steinfeld in Schuss - OM online