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Jobmesse im Kleinformat zeigt Schülern ihre Möglichkeiten auf

8 Betriebe haben die Gelegenheit genutzt, sich in der Oberschule Emstek den potenziellen Auszubildenden vorzustellen. Messe-Spezialist "Haug Ausstellungen" hat die Organisation übernommen.

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Virtuelle Realität: Die Schüler konnten sich im Umgang mit dem Schweißgerät versuchen. Foto: Vorwerk

Virtuelle Realität: Die Schüler konnten sich im Umgang mit dem Schweißgerät versuchen. Foto: Vorwerk

Ausbildungsverträge hat Hartwig Hannöver nicht in der Tasche. "Dafür wäre es sicherlich ein wenig früh", sagt der Kfz-Meister mit einem Lachen. Die Emsteker Oberschüler der Klassen 9 und 10 ermutigt er an diesem Vormittag aber, sich zu bewerben und dann ein Praktikum für 1 oder 2 Wochen zu machen. "Dann sieht man, ob die Chemie stimmt." Wer in seinem Autohaus eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machen möchte, der muss nicht als Jahrgangsbester die Schule verlassen. "Ein Hauptschulabschluss reicht." Was ihm aber ganz wichtig ist: Es sollten wenig Fehlzeiten auf dem Zeugnis vermerkt sein. "Jeder will schließlich verlässliche Mitarbeiter haben."

Hannöver ist eine von 8 Firmen, die in die Oberschule zu einer Jobmesse im Kleinformat gekommen sind. Solche Präsentationen hat es in Eigenregie bereits in der Vergangenheit gegeben, doch mit der Firma "Haug Ausstellungen" aus Molbergen ist man eine Kooperation mit Profis eingegangen, die auch die Jobmesse im Oldenburger Münsterland und weitere Messen auf die Beine stellt. "Wir wollen örtlichen Betrieben die Möglichkeit geben, direkt an die zukünftigen Azubis zu kommen. Für die Betriebe ist der Aufwand dabei gering", sagt Inhaber Martin Vorwerk. Die BBS Technik ist ebenfalls vertreten und Heike Brinkhus, ständige Vertreterin des Schulleiters, sieht einen weiteren Vorteil. "Die Jugendlichen kommen aus der Gemeinde. Lange Arbeitswege sind dann kein Problem."

Direkter Kontakt zum Chef

Den direkten Kontakt zu den Ausbildern und Chefs sieht Reiner kleine Holthaus, Erster Gemeinderat in der Kommunalverwaltung, als großes Pfund dieser Messe. Er ermunterte in seiner Begrüßung die jungen Frauen und Männer, eine Entscheidung zu treffen. Diese müsse schlussendlich nicht für das gesamte Berufsleben gelten. "Wichtig ist es, einen Beruf zu finden, der euch Spaß macht und der euch erfüllt." OBS-Schulleiterin Kerstin Bocklage freute sich über die Vielfalt und ermutigte, nicht den Stereotypen zu entsprechen und sich nach klassischen "Männer- und Frauenberufen" zu orientieren. "Geht mit offenen Augen auf die Stände zu. Vielleicht findet ihr die Nische, die für euch vorher nicht relevant war."

Mit Fragebögen waren die Schüler ausgestattet und sie löcherten die Ansprechpartner auf den Ständen. Welchen Schulabschluss muss ich haben? Was verdient man im 1. Lehrjahr? Die Fragen bekam der Metallbauer ebenso zu hören, wie der Straßenbauer. Letzterer hat eine Besonderheit. Schon nach 2 Jahren kann man die Ausbildung als Facharbeiter im Tiefbau hinter sich lassen. Wer weiter macht, ist auch im Straßenbau fit.

Schweißen in der virtuellen Realität

Die Kreishandwerkerschaft entführte die Besucher mittels spezieller Brille in eine virtuelle Realität und am Stand der BBS Technik konnte sogar eine virtuelle Schweißnaht gezogen werden. Die Schüler an der Berufsbildenden Schule lernen mit diesem Computer die Grundfertigkeiten, zwei Metallstücke miteinander zu verbinden, ohne sich dafür umzuziehen und in die Werkstatt zu müssen. Die Handhabung ist dabei extrem realistisch und die Ausführung wird nach Punkten bewertet. Das spornt an.

Nachhaltig: Der Beruf des Raumausstatters ist vielfältig. Unter anderem wird alten Möbeln eine moderne Optik verpasst. Foto: VorwerkNachhaltig: Der Beruf des Raumausstatters ist vielfältig. Unter anderem wird alten Möbeln eine moderne Optik verpasst. Foto: Vorwerk

Metallbau, Straßenbau, Raumausstatter, Elektroniker, Optiker, Oberflächentechnik in unterschiedlicher Form, gleich 8 Ausbildungsberufe im Gemüsebauunternehmen und dort auch die Möglichkeit, ein duales Studium aufzunehmen – die Vielfalt war groß. Und wenn die Entscheidung dann doch noch schwerfällt, bietet sich vielleicht die Berufsfachschule an der BBS Technik an. 5 verschiedene Richtungen sind dort zu finden. "Und wenn man nach ein paar Wochen merkt, dass einem die Auswahl nicht liegt, kann man problemlos wechseln", so Heike Brinkhus.

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