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Jetzt rollen die Bagger

Beim Visbeker "Seniorenhof" erfolgte am Freitag der erste Spatenstich. Die Investoren hoffen, in ihrer Wohnanlage in einem Jahr die ersten Mieter zu begrüßen.

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Nun kann es los gehen: Stephanie Zurhake-Gümüs mit ihrem Mann Erdal (Mitte) freuen sich mit ihren Gästen über den ersten Spatenstich. Foto: Ebert

Nun kann es los gehen: Stephanie Zurhake-Gümüs mit ihrem Mann Erdal (Mitte) freuen sich mit ihren Gästen über den ersten Spatenstich. Foto: Ebert

Der Anfang ist geglückt: Am Freitag wagten Stephanie Zurhake-Gümüs und ihr Mann Erdal Gümüs den ersten Spatenstich für den Bau des "Seniorenhofs" an der Rechterfelder Straße in Visbek. Auf einer Fläche von 1,8 Hektar sollen hier in den nächsten etwa zwölf Monaten acht Häuser und eine parkähnliche Anlage entstehen.

Das Konzept ist ebenso einfach wie innovativ: Anstatt ältere Menschen zentral in einem Pflegeheim unterzubringen, sollen 72 Mietwohnungen entstehen. Diese können individuell oder von Paaren angemietet werden. Dann können je nach persönlichem Bedarf weitere Dienstleistungen wie Essen, Pflege oder anderes hinzugebucht werden.

Antrieb für dieses Projekt war nicht zuletzt persönliche Betroffenheit, erzählt Zurhake-Gümüs. Ihre eigene Mutter sei an Demenz erkrankt; da habe sich die Frage aufgedrängt, wie ein würdiges Leben im Alter aussehen könne. Die Anlage, die jetzt entstehen soll, ist die Antwort nicht nur auf diese Frage.

Am Bau sind vor allem regionale Firmen tätig

In der nächsten Woche soll es mit den Bauarbeiten beginnen, im Juli 2021 sollen die ersten Mieter einziehen, erläutert Berthold Schulze-Eggenrode. Gemeinsam mit seiner Frau Gabi und dem Ehepaar Zurhake-Gümüs wird er den "Seniorenhof" später betreiben.

Stolz sind die Investoren darauf, dass vor allem regionale Firmen – viele davon direkt aus Visbek – am Bau beteiligt seien. Auch Bürgermeister Gerd Meyer lobt das bei einer anschließenden Grillparty. Das sei gerade in dem aufziehenden Wirtschaftseinbruch eine gute Sache, so der Rathauschef.

Was an der Rechterfelder Straße in unmittelbarer Nähe zur alten Hofstelle Zurhake entstehen soll, sei ein "wegweisendes Projekt" und ein "Gewinn für ganz Visbek", so Meyer weiter. Im Seniorenhof könne man "den Lebensabend nach eigenen Bedingungen gestalten", meinte er. Er betonte, dort könne ein "Mit- und Füreinander" entstehen.

Meyer betonte, es sei nicht selbstverständlich, dass ein so großes Bauvorhaben die einstimmige Unterstützung der Visbeker Politik erhalte. Für diese breite Rückendeckung aller Fraktionen dankte auch Erdal Gümüs ausdrücklich.

Insgesamt sollen sechs Wohnhäuser mit jeweils zwölf Wohnungen entstehen. Hier können Mieter auf 40 Quadratmetern einziehen. Bei Bedarf können aber auch zwei Wohnungen durch Zwischentüren miteinander verbunden werden.

In der Mitte entsteht ein Park

In einem weiteren Versorgungshaus sollen Mitarbeiter-Wohnungen, die Großküche und ein Blockheizkraftwerk entstehen. Nahe der Rechterfelder Straße wird ein Haus dem ganzen Ensemble ein Gesicht geben, in dem eine Tagespflege für Senioren sowie Behandlungsräume – beispielsweise für Physiotherapeuten oder Frisöre – Platz finden.

In der Mitte der Anlage soll eine parkähnliche Begegnungsstätte entstehen, um dem beschworenen Miteinander auch draußen Raum zu geben.

Die angestrebte Bauzeit von nur einem Jahr hält Zurhake-Gümüs zwar für ambitioniert, aber auch für realistisch. Geplant sei nämlich, dass zwei Bauunternehmen jeweils an den entgegengesetzten Enden der Baufläche mit der Arbeit starten. So soll die Bauzeit effektiv genutzt werden.

Dass das Projekt in Visbek mit Begeisterung aufgenommen wird, zeigte auch der große Andrang beim Spatenstich. Neben Vertretern aller Gewerke waren auch Vertreter von Banken, Gemeinde und katholischer Kirche der Einladung der Investoren gefolgt. Insgesamt feierten etwa 30 Personen den ersten Spatenstich.

Zum Schluss erbat Pfarrer Hermann-Josef Lücken für die Bauarbeiten wie für das Leben und die Pflege im entstehenden "Seniorenhof" Gottes Schutz und Segen.

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