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Jetzt ist es offiziell: Holdorf stoppt Planungen für "Ba/Di/Ho"

In der Ratssitzung warb eine Landwirtin dafür, die Idee eines Gewerbegebiets entlang der B214 endgültig zu beerdigen. Das sieht die Ratsmehrheit jedoch anders.

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Steht so ein Schild auch irgendwann entlang der B 214 in Fladderlohausen? Diese Möglichkeit besteht nach wie vor, auch wenn die Gemeinde Holdorf jetzt das Tempo aus der Debatte genommen hat. Foto: dpa

Steht so ein Schild auch irgendwann entlang der B 214 in Fladderlohausen? Diese Möglichkeit besteht nach wie vor, auch wenn die Gemeinde Holdorf jetzt das Tempo aus der Debatte genommen hat. Foto: dpa

Es war nach den Gesprächen der vergangenen Wochen nur noch eine Formsache, jetzt ist es aber auch offiziell: Die Gemeinde Holdorf stoppt ihren Teil der Planungen für das mögliche interkommunale Gewerbegebiet "Ba/Di/Ho". Gleichzeitig soll Holdorf seine Gespräche über einen Industriepark mit Steinfeld wieder forcieren. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Für "Ba/Di/Ho" heißt das nun: Über die Aufstellung der Änderung des Flächennutzungsplans wird vorerst nicht weiter diskutiert werden, es sollen keine Untersuchungen für das rund 90 Hektar große Gebiet in Fladderlohausen vorgenommen werden. Stattdessen votierten die Mitglieder des Rates einstimmig dafür, einen Runden Tisch zu bilden. Dazu sollen Vertreter aus Landwirtschaft, des Landvolkverbandes, Grundstücksbesitzer, Gewerbetreibende, aber auch Politiker und Naturschützer gehören. Genaueres will der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 10. Januar besprechen. Der Runde Tisch soll sich mit Blick auf die Energiewende auch damit beschäftigen, auf welchen Flächen Windkraft- und PV-Anlagen möglich sind. Denn die Gemeinde wird deswegen ihre F-Pläne ändern.

"Wer dem Naturschutz etwas abgewinnen kann, muss das Industriegebiet ablehnen."Mechtild Heil, Landwirtin aus Fladderlohausen

In der Einwohnerfragestunde, die von einem halben Dutzend Lorsern besucht wurde, hatte Landwirtin Mechthild Heil erneut um eine endgültige Absage zum möglichen Industriepark entlang der B 214 geworben. Also so, wie es ein Antrag der Interessengemeinschaft Holdorf (IGeHo) forderte. "Wer von den Ratsmitgliedern allen Ernstes etwas für den Natur-, Arten- und Klimaschutz abgewinnen kann, der muss dem Antrag der IGeHO folgen", sagte Heil. Sie erzählte, dass nun auch Lorse unter die Roten Gebiete gefallen sei und dort nun deswegen 20 Prozent weniger gedüngt werden dürfe. Dies sei "ein Desaster" für die ertragreichen Flächen.

Die IGeHo hatte deshalb den sofortigen Planungsstopp für das Industriegebiet gefordert. "Es gibt zu viele Gebiete, wo der Wasserstand sinkt. Die besten Gebiete, die noch Grundwasseranschluss haben, wollen wir aber überplanen?", fragte Andreas Lucht in Richtung der anderen Fraktionen. Den Antrag der IGeHo lehnte die Ratsmehrheit aus CDU/FDP, SPD und dem Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug – nach den jüngsten Diskussionen in der vorherigen Bauaussschuss-Sitzung wenig überraschend –  jedoch ab.

Was ist bei Ba/Di/Ho überhaupt geplant? Das Gewerbegebiet liegt direkt an der Bundesstraße 214. Die Autobahnabfahrt Holdorf ist nur wenige Hundert Meter entfernt. Das Untersuchungsgebiet hat eine Größe von 240 Hektar – 90 Hektar liegen dann in Fladderlohausen, 75 auf Badberger Seite in Grönloh und 70 Hektar in Langwege. Es soll sich über die Jahrzehnte sukzessive weiterentwickeln. Alle drei Kommunen wollen damit die nach eigenen Angaben große Nachfrage nach Gewerbeflächen bedienen.

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