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… jetzt haben wir aber mal genug verzichtet!"

Kolumne: Auf ein Wort – Wegen der Pandemie haben wir bereits auf vieles verzichtet. In der Fastenzeit können wir freiwillig noch etwas dazulegen. Und das aus gutem Grund.

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Auf was haben wir in den letzten Monaten nicht alles schmerzlich verzichten müssen! Südoldenburger Poahlbürgerinnen und Poahlbürger werden jetzt als erstes an den Stoppelmarkt denken. Aber es war nur der schmerzlichste von vielen schmerzlichen Verzichten, die Corona den Menschen abverlangt hat.

Da waren die Verzichte auf die feucht-fröhlichen Stammtischrunden, auf den ersehnten Mittelmeer-Urlaub, auf die geplante Hochzeitsfeier, auf die Trainingseinheiten im Fitness-Studio, auf das therapeutische Schreien im Rasta-Dome, auf den Besuch der Enkelkinder, auf die leckere Pizza im Ristorante, auf das aus voller Brust gesungene "Schubert-Heilig" im Gottesdienst, und, und, und!  Die Aufzählung ließe sich ohne Mühe fortsetzen bis zur erlaubten Zeichenzahl für diese Kolumne.

Der Verzicht in der Fastenzeit hat einen ganz eigenen Charakter

Und da soll nun wegen der Fastenzeit noch eine Portion Verzicht draufgesattelt werden? "Das muss ja wohl nicht sein!", werden sie jetzt vielleicht sagen. Muss nicht, kann aber! Denn der Verzicht in der Fastenzeit hat einen ganz anderen Charakter!

Auf den Stammtisch verzichten wir, weil wir folgsame und pflichtbewusste Bürgerinnen und Bürger sind. Und die Maske tragen wir aus Verantwortungsbewusstsein, weil der Gesundheitsminister sagt, dass es wichtig sei.

Verzicht in der Fastenzeit übt man aus eigenem Antrieb, weil er zufrieden macht und Gutes bewirkt. Ein Aspekt religiösen Fastens war immer: Man spart selbst etwas ein, um dafür anderen Gutes zu tun. Dazu gibt es seit Jahren viele kreative Ideen. Wie wäre es beispielsweise mit einem kleinen persönlichen Beitrag zur "Bewahrung der Schöpfung"?

"Da ist Wassersparen in der Fastenzeit nur der berühmte 'Tropfen auf den heißen Stein'. Aber es ist ein kleines Zeichen."Karl Gierse, Supbrior des Vechtaer Dominkanerkonventes

Von einer Idee habe ich kürzlich zum ersten Mal gehört: Da nehmen sich Menschen vor, in den 40 Tagen der Fastenzeit einmal ganz bewusst Wasser zu sparen. Das mag im ersten Moment "crazy" klingen. Aber einige von ihnen haben im letzten Sommer "am eigenen Leib" erfahren müssen, dass es keine Selbstverständlichkeit mehr ist, dass Wasser aus der Dusche kommt, wenn man den Hahn aufdreht. Wasser wird mehr und mehr zur kostbaren Mangelware. Da ist Wassersparen in der Fastenzeit nur der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein". Aber es ist ein kleines Zeichen. Und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist!

Seien sie kreativ! Gönnen Sie sich in Zeiten des verordneten Verzichts zusätzlich einen, der freiwillig ist! Und feiern Sie dann Ostern sich und Ihre gute Tat für Gottes Schöpfung!


Zur Person

  • Karl Gierse ist  Subprior des Vechtaer.
  • Dominikanerkonventes. Er wirkt in verschiedenen Bereichen der Seelsorge in Vechta und im Oldenburger Land.
  • Kontakt: info@ov-online.de

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