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Jan-Ole Meyer baut einen "glücklichen Hügel" für Kinder

2016 gründete der gebürtige Reekenfelder einen Verein, um Kinder in Uganda zu unterstützen. Meyer und seine Mitstreiter konnten dort bereits eine Schule bauen.

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Lernen in Happy Hills: Der Barßeler Verein "Freechild Uganda" hat am Victoriasee eine Schule gebaut. Foto: Freechild Uganda

Lernen in Happy Hills: Der Barßeler Verein "Freechild Uganda" hat am Victoriasee eine Schule gebaut. Foto: Freechild Uganda

"Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut." Ein Leitspruch, den sich der gebürtige Reekenfelder Jan-Ole Meyer zu Herzen genommen hat. Zusammen mit sieben anderen gründete Meyer 2016 in Barßel den gemeinnützigen Verein "Freechild Uganda", um Kindern in dem afrikanischen Staat eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Unterstützt werden Kinder in einem Ort östlich von Kampala, der Hauptstadt Ugandas, am Rande des Victoriasees. Eine direkte Ortsbezeichnung gibt es nicht, "es wird Happy Hills, auf Deutsch: glücklicher Hügel, genannt", sagt Meyer.

Die Idee zur Vereinsgründung war Meyer und seinen Mitstreitern gekommen, als sie in Uganda auf ein fehlgeschlagenes, sich selbst überlassenes Hilfsprojekt gestoßen waren, für das sich niemand mehr verantwortlich fühlte. Dem wollten die Vereinsgründer ein Projekt entgegenstellen, das durch eine eigene Organisation betreut wird und langfristig angelegt ist.

Derzeit werden 189 Kinder kostenfrei in Schule und Kindergarten betreut

Herausgekommen ist das Projekt "Happy Hills", das eine Bildungsstätte am Galama Berg im Buikwe District am Victoriasee betreibt. In den umliegenden Dörfern und in der Gesamtregion sei, so Meyer, sehr wenig Infrastruktur vorhanden. Zudem herrsche große Armut, viele Eltern könnten das Schulgeld und die Schulmaterialien für ihre Kinder nicht aufbringen. "Ohne Hilfe wäre ein Schulbesuch für einen Großteil der Kinder nicht möglich", sagt der Vereinsvorsitzende.

In der Schule und dem Kindergarten von Happy Hills werden derzeit 189 Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren kostenfrei betreut. "Von dem Besuch in der Schule profitiert nicht nur das Kind selbst. Denn das Gelernte wird zu den Familien und in die Dörfer weitergetragen – auch wenn es nur das Händewaschen ist", erläutert Meyer. Die Betreuungseinrichtung sei aber auch eine Erleichterung für die Familien, die dadurch weniger Mitglieder mit Nahrung versorgen müssen.

„Unser langfristiges Ziel ist es, vor Ort eine Ausbildungswerkstatt zu errichten.“Jan-Ole Meyer, Freechild Uganda

"Irgendwann möchten wir dort auch ein Waisenhaus bauen", sagt Meyer. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Pläne, die der Verein umsetzen möchte. Spielgeräte und eine Bücherei gehören dazu, "unser langfristiges Ziel ist es, vor Ort eine Ausbildungswerkstatt zu errichten", erzählt der gelernte Maschinenbaumeister. Für die Verwirklichung der Ideen und für den Betrieb der Bildungsstätte ist der Verein jedoch auf Geld-, aber auch Sachspenden angewiesen. Deren Einwerbung beschäftigt alle Vorstandsmitglieder, vor Kurzem konnte Meyer einen Scheck über 4000 Euro entgegennehmen.

"Das ist für uns eine große Spende, ich bin sehr überrascht und erfreut über die Hilfsbereitschaft", dankte Meyer den Geldgebern. Der Nikolaus-Club Sedelsberg, der örtliche Männergesangverein, die Vereine, die in Sedelsberg den Weihnachtsmarkt organisiert haben, sowie der Rotary-Club Friesoythe-Artland-Cloppenburg hatten mit Aktionen wie einem Adventscafé oder dem Weihnachtsmarkt einen Teil der Spendensumme zusammengetragen. Zudem steuerten das Autohaus Thien sowie Peter und Iris Lindemann und Piet Wulf als Privatpersonen Geld zur Gesamtsumme bei.

Für das Hilfsprojekt Freechild Uganda  nahm  Vorsitzender Jan-Ole Meyer (5. von links)  den Scheck von Stefan Thien (3. von links) entgegen. Foto: C. PassmannFür das Hilfsprojekt "Freechild Uganda" nahm Vorsitzender Jan-Ole Meyer (5. von links)  den Scheck von Stefan Thien (3. von links) entgegen. Foto: C. Passmann

"Für Freechild Uganda haben sich die Spendengeber entschieden, weil einige vom Sedelsberger Nikolausclub auch dort Mitglied und von der guten Sache überzeugt sind. Das Geld ist gut angelegt für Kinder in einem der ärmsten Länder der Welt", sagt Andre Thien. Mithilfe des Geldes wolle der Verein die schulische Bildung und die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern in Uganda fördern, erläutert Meyer. "Dazu zählt auch, dass die Kinder geregelte Mahlzeiten und eine medizinische Versorgung bekommen."

"Wir haben gerne gespendet, denn bei dem Projekt für Uganda wissen wir, dass auch jeder Cent ankommt", sagt Anton Fortwengel vom Männergesangverein. "Durch die Hilfe von Freechild Uganda werden den Kindern Perspektiven und Chancen für eine eigene, selbstbestimmte und menschenwürdige Zukunft ermöglicht." 


  • Info: Mehr Informationen zu "Freechild Uganda" und dem Happy-Hills-Projekt gibt es im Internet unter www.freechild-uganda.de.

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