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Ivan Hutsul informiert in Molbergen über Ukraine-Hilfe

Der ukrainische Kunstprofessor berichtet dem Heimatverein von seinen Hilfstransporten. Sein Einsatz wird auch mit Spenden aus der Gemeinde unterstützt.

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Der ukrainische Kunstprofessor Ivan Hutsul berichtet den Mitgliedern des Heimatvereins Molbergen über die Situation in der Ukraine. Foto: Landwehr

Der ukrainische Kunstprofessor Ivan Hutsul berichtet den Mitgliedern des Heimatvereins Molbergen über die Situation in der Ukraine. Foto: Landwehr

Mit einem selbst gedrehten Film informierte der ukrainische Kunstprofessor Ivan Hutsul – seit 29 Jahren regelmäßiger Gast in Molbergen und dort Initiator der Sommerakademie – die Mitglieder des Heimatvereins Molbergen über seine Arbeit und die Arbeit seiner Gruppenmitglieder zur Unterstützung der Binnenflüchtlinge. Auch von den Hilfslieferungen, die die Gruppe regelmäßig in die umkämpften Gebiete wie Kramatorsk, Butcha und andere ukrainische Orte unternimmt, erzählte er.

Auch der Heimatverein Molbergen und die katholische Kirchengemeinde hatten 32.000 Euro gespendet. Damit waren 8 Tonnen Lebensmittel gekauft worden. Mit einem von der Firma Piechota kostenlos zur Verfügung gestellten Lastwagen waren sie in die Ukraine geschafft worden. 6500 Euro wurden der Gruppe zudem zur Verfügung gestellt. Ivan Hutsul informierte den Heimatverein – der Heimatverein der Deutschen aus Russland ist inzwischen aufgelöst, die Initiatorin und Vorsitzende Nadja Kurz zum Heimatverein Molbergen gewechselt – über die Situation in der Ukraine.

"Bei mir im Haus habe ich teilweise bis zu 16 Personen."Ivan Hutsul

Die Mitglieder seiner Gemeinde Nedoboevy in der Region Tschernovizkaya im Südwesten der Ukraine schaffen mit einem Kleinbus Lebensmittel in die besonders vom Krieg betroffenen Gebiete, transportieren Flüchtlinge aus diesen Gegenden zurück, bringen sie einige Tage unter, versorgen sie und helfen ihnen bei der Flucht aus der Ukraine. „Wir haben dort eine Halle, in der wir Lebensmittelpakete packen. Anfangs kamen viele Flüchtlinge, die ein oder zwei Nächte blieben und dann weiterzogen. Bei mir im Haus habe ich teilweise bis zu 16 Personen. Dann ebbte der Flüchtlingsstrom etwas ab. Jetzt, seit die Russen größere Städte der Ukraine verstärkt mit Raketen beschießen, kommen wieder mehr Flüchtlinge“, berichtete Ivan Hutsul.

In Nedoboevy in der Region Tschernovizkaya im Südwesten der Ukraine packen Ivan Hutsul und die Mitglieder der Gemeinde Lebensmittelpakete. Foto: HutsulIn Nedoboevy in der Region Tschernovizkaya im Südwesten der Ukraine packen Ivan Hutsul und die Mitglieder der Gemeinde Lebensmittelpakete. Foto: Hutsul

Er betonte, dass alle Spenden aus Molbergen direkt bei Menschen in Not ankommen. So versorgt Hutsuls Gemeinde zum Beispiel ein Krankenhaus in Kramatorsk. „Jede Fahrt sind 1200 Kilometer. Die Benzinkosten belaufen sich auf 500 Euro. Wenn wir dann noch für 300 bis 400 Euro Waren kaufen und mitnehmen, kostet so eine Tour rund 1000 Euro. Aber die Menschen haben nichts“, erklärte Hutsul, der in seinem Film das ganze Ausmaß der Zerstörung der Infrastruktur zeigte. Auch wenn sie auf ihren Fahrten teilweise vom Militär begleitet würden, seien diese nicht ungefährlich. „Einmal mussten wir in Deckung gehen“, sagte Hutsul. Inzwischen hat seine Gemeinde rund 50 Tonnen Lebensmittel verteilen können (8 davon aus Molbergen).

„Ich habe mir nie im Leben vorstellen können, dass es so einen Krieg mit Russland geben könnte. Wir waren doch eigentlich Brüder“, zeigte sich Hutsul den Tränen nahe. Auf die Frage, wie der Krieg beendet werden könnte, kann er nur mit den Schultern zucken. Bürgermeister Witali Bastian lobte die Initiatoren der Molberger Hilfsaktion. Das Hilfskonto bei der LzO sei weiterhin geöffnet.

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