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Ist die Stadt Dinklage ein Kriminalitätshotspot?

Diese Frage beantwortete der Präventionsbeauftragte Ulrich Suhr der Dinklager Politik – und gab dem Fachausschuss Tipps zum Umgang mit Jugendlichen.

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Auslöser für die Diskussion: Am Skaterpark in Dinklage gab es in der Vergangenheit einige Polizeieinsätze. Foto: Böckmann

Auslöser für die Diskussion: Am Skaterpark in Dinklage gab es in der Vergangenheit einige Polizeieinsätze. Foto: Böckmann

Polizeieinsätze, Vandalismus, Kommunikationsdefizite zwischen dem Jugendtreff und der Verwaltung: Im Frühjahr herrschte in Dinklage rund um das Thema Skaterpark viel Unruhe. Es gab auch Politiker, die eine Verlegung oder gar Schließung der Anlage in Betracht zogen. "Es brannte der Baum", fasste Ordnungsamtsleiter Uwe Middendorf in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Senioren und Inklusion (JFSI) die damalige Gemengelage rund um die Skaterbahn zusammen.

Nicht nur, aber auch wegen der Diskussion um den Skaterpark hatte die Verwaltung Ulrich Suhr eingeladen. Dieser ist Sachbearbeiter für Prävention beim Polizeikommissariat Vechta. Suhr gab dem Fachausschuss in einem zum Teil emotionalen Vortrag Tipps zum Umgang mit Jugendlichen und beantwortete vor allem auch diese Frage: Ist die Stadt Dinklage eigentlich ein Kriminalitätshotspot?

Nein, antwortete Suhr. Das zeigten die Zahlen der Polizei. Die gefühlte Wahrnehmung der Bürger sei indes manchmal eine andere als die harten Fakten, sagte der Präventionsbeamte und zog einen Vergleich zur Zitadelle in Vechta. Dort fühlten sich viele Bürger, vor allem zu den dunklen Tageszeiten, unsicher. Laut Polizeistatistik sei die Zitadelle aber kein gefährlicher Ort. In Dinklage gebe es zum Beispiel überhaupt keinen Schwerpunkt für polizeiliche Delikte. Erst recht nicht am Skaterpark. Wenngleich Ulrich Suhr einräumte: "Natürlich kiffen die Jugendlichen da."

"Wenn man Geld investiert, zahlt sich Prävention aus"Ulrich Suhr, Präventionsbeamter

Welche Maßnahmen kann die Stadt Dinklage ergreifen, damit Jugendliche nicht auf die schiefe Bahn geraten? Wie lässt sich das Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern? Über diese Frage entwickelte sich eine lebendige Diskussion. Suhrs Appell war eindeutig: "Arbeiten Sie mit der Jugend." Wenn man Geld investiere, zahle sich Prävention aus. Diese müsse man aber auch wollen, "man muss es leben". Eine Stadt bleibt nur dann attraktiv, wenn das subjektive Empfinden der Einwohner mit Blick auf Gewaltdelikte und unsichere Gegenden gering ist: "Nur dann hat eine Stadt auch Zuzug."

Der Präventionsbeamte schlug auch vor, Streetworker einzustellen, die mit Jugendlichen arbeiten. Schulsozialarbeiter seien erstens zu wenige eingestellt und könnten zweitens gar nicht alles in ihrem Aufgabenbereich abdecken. Und: Es müsste ausreichend Angebote für Jugendliche geben. Genau daran mangele es indes für die Klientel des Jugendtreffs, wie Leiterin Anna Nies berichtete.

Zurück zum Skaterpark: Die Anlage zu verlegen oder zu schließen – dieses Thema ist in Dinklage vom Tisch. Ulrich Suhr hält ohnehin nichts davon, Jugendliche von ihren Plätzen zu verdrängen. "Dann suchen die sich andere Orte." Stattdessen müssten Möglichkeiten geschaffen werden, Plätze zu beleben. "Dann können die Jugendlichen auch weniger Blödsinn machen." Dass der Dinklager Skaterpark künftig eingezäunt ist und nur noch zu einer Seite offen, hielt Ulrich Suhr übrigens für suboptimal. "Zäune pferchen ein."

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