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Isabel Purnhagen sieht im "engstirnigen Feminismus" nicht den richtigen Weg

Der "Mensch der Woche": Isabel Purnhagen kämpft mit dem ZONTA-Club Diepholz-Vechta für Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern und gegen Gewalt gegen Frauen.

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Engagiert sich für Chancengleichheit und Gewaltfreiheit gegen Frauen und Mädchen: Isabel Purnhagen ist Präsidentin des ZONTA-Clubs Diepholz-Vechta. Am 25. November wird weltweit der Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen begangen. ZONTA forciert die Initiative „Orange the World“. Foto: Wehring

Engagiert sich für Chancengleichheit und Gewaltfreiheit gegen Frauen und Mädchen: Isabel Purnhagen ist Präsidentin des ZONTA-Clubs Diepholz-Vechta. Am 25. November wird weltweit der Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen begangen. ZONTA forciert die Initiative „Orange the World“. Foto: Wehring

Sie weiß, was sie will und steht dann auch beharrlich dafür ein: Isabel Purnhagen ist seit 2020 Präsidentin des ZONTA-Clubs Diepholz-Vechta und kämpft in dieser Funktion zusammen mit rund 30 Mitstreiterinnen für Themen wie Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern und Gewaltfreiheit für Frauen. Dabei macht die Volljuristin aber gleich klar: „Engstirniger Feminismus ist für uns nicht der richtige Weg, wir wollen inhaltlich überzeugen.“

Die internationale Organisation ZONTA wurde 1919 gegründet mit dem Ziel, die Lebenssituation von Frauen und Mädchen zu verbessern. „Auch nach mehr als 100 Jahren ist das Thema aktuell“, stellt Isabel Purnhagen fest und krempelt dabei gedanklich die Ärmel hoch: „Gerade beim Thema Chancengleichheit liegt noch ein weiter Weg vor uns.“ Der regionale Club Diepholz-Vechta ist einer der jüngeren Mitglieder der weltweit aktiven Bewegung.

"Wir kämpfen alle für die gleiche Sache und verkörpern so einen fröhlichen, weltoffenen Feminismus."Isabel Purnhagen

Die Arbeit im Verein mache ihr großen Spaß, bekennt die engagierte Fachfrau: „Wir kämpfen alle für die gleiche Sache und verkörpern so einen fröhlichen, weltoffenen Feminismus.“ Mit Aktionen und wiederkehrenden Veranstaltungen macht ZONTA auf seine Ziele aufmerksam. Am 25. November wird alljährlich weltweit der Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen begangen. 16 Tage lang, vom 25. November bis zum 10. Dezember, werden im Rahmen der Kampagne „Orange the World“ wichtige Gebäude in der Region orange beleuchtet, um auf das Thema hinzuweisen und dafür zu sensibilisieren.

Neues Projekt "Luisa ist hier"

In den vergangenen Monaten hat der Verein zudem das Projekt „Luisa ist hier“, ein Hilfsangebot für Mädchen und Frauen bei sexueller Belästigung, auf den Weg gebracht. In Zusammenarbeit mit Gastronomen in der Region will man so verhindern, dass es für die weiblichen Gäste in Kneipen oder bei Festen zu Angst oder womöglich gefährlichen Situationen kommt. „Gewalt gegen Frauen darf nicht zum Alltag gehören“, macht Isabel Purnhagen klar.

Für die Juristin ist die Aufgabe der Gleichstellung nicht nur im Ehrenamt wichtig. Als Teamleiterin für Research und Projektmanagement bei der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung in Emstek ist sie häufig damit beschäftigt, Personalgespräche zu führen und das Bewerbertraining für zu besetzende Stellen zu organisieren. Sie begleitet Unternehmen im nordwestdeutschen Raum bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen. Zudem ist die 45-Jährige in der Karriere- und Orientierungsberatung von Fachspezialisten und Führungskräften aktiv.

"Vielleicht müssen wir noch mehr nerven, damit man uns und unsere Ziele auch wahrnimmt."Isabel Purnhagen

Hier kommt ihre Herzensangelegenheit wieder ins Spiel: „Kompetente Frauen müssen sich Führungspositionen zutrauen, denn sie bringen Unternehmen nach vorne“, sagt die Juristin selbstbewusst. Dieses Selbstbewusstsein wünsche sie sich auch von ihren Geschlechtsgenossinnen. Netzwerken sei hier das Gebot der Stunde. Um in der Frage der Chancengleichheit Ziele zu erreichen, ist nach Auffassung von Isabel Purnhagen Beharrlichkeit vonnöten: „Vielleicht müssen wir noch mehr nerven, damit man uns und unsere Ziele auch wahrnimmt“, sagt sie leicht schmunzelnd.

Frauenquote kann kompetente Frauen unterstützen

In vielen Unternehmen und Behörden sind Führungspositionen von Männern besetzt – und das seit jeher. Diese Strukturen aufzubrechen, ist ein Ziel von modernem Feminismus. „Hier kann eine Frauenquote Sinn machen, um kompetente Frauen zu unterstützen“, vermutet Isabel Purnhagen. Ein Blick zurück: Nach ihrem Abitur studierte die gebürtige Löningerin Rechtswissenschaften in Marburg, arbeitete nach dem zweiten Staatsexamen zunächst bei der Agentur für Arbeit in Lübeck und konnte sich schon in dieser Zeit für den Bereich Personal begeistern.

Seit 2008 ist sie bei der Emsteker Personalberatung beschäftigt. Berufsbegleitend absolvierte sie eine Weiterbildung zur geprüften Human Resources Managerin und hält als Gastdozentin an der PHWT in Vechta im Fachbereich Betriebswirtschaft Vorlesungen im HR- Management. Der berufliche Erfolg sei ihr wichtig, bekennt Isabel Purnhagen, dennoch lege sie viel Wert auf persönliche Kontakte. Fremde Kulturen und das Reisen sind ihr dabei genauso wichtig wie ihr internationaler Freundeskreis, zu dem Kontakte in Japan, Costa Rica, Belgien und im Libanon gehören. Diese Kontakte genieße sie, sagt Isabel Purnhagen. Und da das Reisen seit Pandemiebeginn schwierig ist, gehören ausgedehnte Zoom-Abende mit ihren Freunden zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.

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