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Investor setzt jetzt auf Mehrfamilienhäuser

An der Schweriner Straße in Vechta sollen insgesamt 38 Wohneinheiten entstehen. Die Änderung des Konzeptes hat in erster Linie wirtschaftliche Gründe.

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Im plastischen Entwurf nimmt die Bebauung schon konkrete Formen an. Auf dem keilförmigen Grundstück südlich der Schweriner Straße sollen fünf Mehrfamilienhäuser, sieben Reihenhäuser und ein Einfamilienhaus entstehen. Modell: Genos Grundwerte- und Projektentwicklung GmbH

Im plastischen Entwurf nimmt die Bebauung schon konkrete Formen an. Auf dem keilförmigen Grundstück südlich der Schweriner Straße sollen fünf Mehrfamilienhäuser, sieben Reihenhäuser und ein Einfamilienhaus entstehen. Modell: Genos Grundwerte- und Projektentwicklung GmbH

Die Firma Genos reagiert auf die große Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt und will in den nächsten Jahren rund 150 Wohnungen in Vechta schaffen. Der Großteil entsteht zurzeit in der Studentenwohnanlage an der Ecke Diepholzer Straße/Am Sternbusch. Sie soll zum Wintersemester 2022 fertiggestellt werden. Parallel zu den Bauarbeiten schmiedet das Unternehmen bereits Pläne für ein anderes Projekt. Der Standort befindet sich an der Schweriner Straße im Norden der Kreisstadt.

Die Pläne für dieses Bauvorhaben sind nicht ganz neu. Schon vor zwei Jahren hat die Stadt Vechta einen Bebauungsplan für das etwa 13.000 Quadratmeter große Gebiet südlich der Schweriner Straße, ganz in der Nähe der Bahnlinie, aufgestellt. Doch inzwischen haben sich die Absichten des Investors geändert. Er will nun auf die Errichtung von Einzel- und Doppelhäusern fast komplett verzichten und stattdessen auf Mehrfamilienhäuser setzen.

Nach dem überarbeiteten Konzept will die Firma Genos auf dem keilförmigen Grundstück fünf Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen errichten. Hinzu kommen sieben Reihenhäuser und ein Einfamilienhaus. Somit entstehen insgesamt 38 Wohneinheiten. Das sind fast ein Drittel mehr als ursprünglich angedacht. In den früheren Plänen ist von 29 Wohnungen die Rede.

Innenstadtnaher Wohnraum: Für die Umsetzung des Projektes muss zunächst das Bauleitverfahren abgeschlossen werden. Entwurf: Genos Grundwerte- und Projektentwicklung GmbHInnenstadtnaher Wohnraum: Für die Umsetzung des Projektes muss zunächst das Bauleitverfahren abgeschlossen werden. Entwurf: Genos Grundwerte- und Projektentwicklung GmbH

Die Steigerung hat in erster Linie wirtschaftliche Gründe, wie die Gesellschaft für Grundwerte- und Projektentwicklung aus Vechta auf Anfrage mitteilt: "Wir müssen mehr Wohnraum schaffen, um die Kosten besser umlegen zu können", sagt Geschäftsführer Wolfgang Grieshop. Die Erschließung des vergleichsweise kleinen Gebietes sei teuer, unter anderem wegen der zu errichtenden Straße, der Bodenverhältnisse und der Ausgleichsmaßnahmen.

Stadtrat hat neuem Entwurf schon zugestimmt

Von städtischer Seite wird die überarbeitete Planung grundsätzlich begrüßt. Der Stadtrat hat dem neuen Entwurf bereits im Oktober mehrheitlich zugestimmt und dabei gleichzeitig eine Kaufpreisdeckelung für den Investor festgelegt, um etwaigen Spekulationsgeschäften in der Branche vorzubeugen. Bei einem Weiterverkauf der Grundstücke dürfte der Verkaufspreis maximal 150 Euro pro Quadratmeter betragen. Außerdem ist für die Mehrfamilienhäuser ein Anteil von 15 Prozent für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen wiesen die Vertreter der beiden großen Fraktionen noch einmal auf den Handlungsbedarf in der Kreisstadt hin. "Viele Menschen finden keine bezahlbaren Wohnungen", sagte SPD-Fraktionschef Sam Schaffhausen. CDU-Ratsherr Thomas Frilling fügte an, dass hochwertiger Wohnraum innenstadtnah nur schwer zu bekommen sei.

Der Ausschuss leitete aufgrund der Änderungen eine erneute Auslegung des Bebauungsplans in die Wege. Der Beschluss wurde allerdings nicht von allen Fraktionen mitgetragen. Die Kritiker verwiesen auf das Biotop, das sich auf einem Teil der Brachfläche befindet und der Bebauung weichen soll. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist bereits ein Antrag auf Löschung des Gebietes beim Landkreis Vechta eingereicht worden.

Beseitigung eines Biotops stößt auf Kritik

Grünen-Vertreter Tobias Thomann monierte die Erhöhung der Wohneinheiten und die damit verbundene Zerstörung von Natur. Laut Katastereintrag handele es sich um das letzte innerstädtische Biotop in Vechta. Frank Hölzen (WfV) hob ebenfalls die Bedeutung des Pioniergehölzes hervor und kam bei der Abwägung von Wohnraum und Umweltschutz zu dem Schluss: "Der Preis ist hier zu hoch."

Die Firma Genos ist dazu verpflichtet, Ausgleichsmaßnahmen für die Abholzung des kleinen Waldes vorzunehmen. Weitere Vorschriften zur Gestaltung der Wohnbebauung werden über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan geregelt. Dieser erlaubt aus Sicht der Kommune mehr Einflussmöglichkeiten und flexiblere Festsetzungen, als es nach dem Baugesetzbuch und der Baunutzungsverordnung der Fall wäre.

Die Firma Genos will den Großteil der Fläche aus privater Hand erwerben. Ein kleinerer Teil befindet sich noch im städtischen Eigentum. Grieshop hofft, dass das Bauleitverfahren reibungslos über die Bühne geht und spätestens im Herbst 2022 abgeschlossen wird. Dann könnten noch im selben Jahr die Bauarbeiten beginnen. Anschließend sollen die Häuser und Wohnungen veräußert werden.

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