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Intensivbetten: Dramatische Engpässe gab es bislang nicht

"Wir unternehmen alles Menschenmögliche", sagt Bernd Wessels, Geschäftsführer des Friesoyther Krankenhauses. Auf der Intensivstation herrsche ein "Kommen und Gehen".

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Intensivstation: Zurzeit sind die meisten Betten im Kreis Cloppenburg belegt. Symbolfoto: dpa/Kneffel <br>

Intensivstation: Zurzeit sind die meisten Betten im Kreis Cloppenburg belegt. Symbolfoto: dpa/Kneffel

Alle Intensivbetten belegt: Diese Meldung gab es am Dienstagmittag bei der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) für den Kreis Cloppenburg. Am Mittwochmittag waren 27 von 28 belegt. OM online hat bei den Einrichtungen direkt nachgefragt.

6 Patienten befinden sich in Friesoythe auf der Intensivstation

Das Friesoyther St.-Marien-Krankenhaus ist zurzeit zwar nicht von der Leitstelle abgemeldet, „aber voll sind wir schon“, informiert Geschäftsführer Bernd Wessels über aktuell 6 Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen.

Einen Puffer von einem Bett gebe es allerdings noch und grundsätzlich bleibe festzuhalten, „dass keiner vor der Tür abgewiesen und jeder notfallmedizinisch behandelt wird. Danach entscheiden unsere Ärzte dann individuell, wie weiter zu verfahren ist. Pauschale Lösungen gibt es nicht“, so Wessels.

Bernd WesselsBernd Wessels

Auf der Intensivstation herrsche ein „Kommen und Gehen“ und dramatische Engpässe habe es bislang noch nicht gegeben, „weil wir alles Menschenmögliche unternehmen und im äußersten Notfall auch einen OP nutzen, um den Patienten angemessen versorgen zu können“, sagte der Geschäftsführer.

Im Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ) lagen, Stand gestern, 16 Corona-Patienten auf der Normal- und 6 auf der Intensivstation. Letztere mussten alle beatmet werden. Die Anna-Klinik Löningen hat nach eigenen Angaben aktuell 3 Covid-19-Verdachtsfälle. „Wenn diese Patienten intensivpflichtig wurden, hat eine Verlegung in das Krankenhaus Quakenbrück auf die Intensivstation stattgefunden“, teilt Geschäftsführer Matthias Bitter mit.

Alle Patienten, die außerdem in Löningen intensive Pflege benötigen, könnten in aktuell 6 Intensivbetten mit entsprechender Überwachungsmöglichkeit behandelt werden. Hier gibt es auch zwei Beatmungsplätze. Die Betreuung und Behandlung von Schlaganfallpatienten werde ebenfalls in Quakenbrück vorgenommen, hier gebe es die besondere Expertise dafür.

„Für Löningen ist keine Ausweitung der Intensivkapazitäten vorgesehen, da eng mit Quakenbrück kooperiert wird“
Matthias Bitter, Geschäftsführer Christliches Krankenhaus Quakenbrück

„Für den Standort Löningen ist keine Ausweitung der Intensivkapazitäten vorgesehen, da wie beschrieben eng mit dem CKQ kooperiert wird“, sagt Bitter. Vor Weihnachten sei eine größere Anzahl an Mitarbeitern positiv getestet worden, was zu Einschränkungen geführt habe. Seit Jahresbeginn gibt es diese aber nicht mehr.

Matthias BitterMatthias Bitter

Für sehr wichtig hält Bitter die zeitnahe Impfung der impfwilligen Mitarbeiter: „Die grundsätzliche Bereitschaft liegt bei rund 75 Prozent und in den Risikobereichen wie Notaufnahme, Intensivstation und Covid-19-Bereich sogar darüber.“

Cloppenburger Krankenhaus wird nicht mehr angesteuert

Im Cloppenburger St.-Josefs-Hospital steht nach Angaben von Geschäftsführer Andreas Krone – Stand Mittwochabend – noch genau ein Intensivbett zur Verfügung. Da man dieses als Option für den Covid-Bereich vorhalte, werde das Hospital derzeit nicht vom Rettungsdienst angesteuert, wenn dieser Intensivpatienten an Bord habe: „Für Fälle von außen sind wir abgemeldet“, so Krone.

Derweil versucht die Klinik in der Kreisstadt, Operationen trotz der angespannten Intensiv-Belegung wie geplant durchzuführen. „Einzig für den Fall, dass wir vorab wüssten, im Anschluss an die OP ein Intensivbett für den Patienten zu benötigen, würden wir schauen, ob wir den Termin um ein, zwei Tage verlegen können“, erklärt der Geschäftsführer.

Mehr Testungen im St.-Josefs-Hospital

Unterdessen wird als Konsequenz auf die Infektionen in der Einrichtung die Testfrequenz in der Belegschaft nochmals erhöht. Das ist unter anderem das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Klinikleitung und Gesundheitsamt, wie Kreissprecher Frank Beumker auf Anfrage bestätigte.

An dem Gespräch haben demnach auch Landrat Johann Wimberg und Erster Kreisrat Ludger Frische teilgenommen. Bis auf Weiteres werden jetzt zwei Antigen-Schnelltests pro Woche bei den Mitarbeitern durchgeführt. Zusätzlich sollen bereits am Mittwoch weitere Hygiene-Schulungen stattfinden.

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