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Integrationshilfe in Lastrup geht in die zweite Runde

Der Verein"Bürger für Bürger Lastrup" will den Integrationskurs von "Vita – Stronger together for peace and freedom" für weitere 3 Monate unterstützen. Rund 70 Geflüchtete nutzten das Angebot bisher.

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Fassen Fuß in Deutschland: Rund 70 Geflüchtete aus der Ukraine nehmen teil am Integrationskurs in Lastrup. Foto: Wienken

Fassen Fuß in Deutschland: Rund 70 Geflüchtete aus der Ukraine nehmen teil am Integrationskurs in Lastrup. Foto: Wienken

Die 100 Stunden sind fast um: Rund 70 Geflüchtete aus der Ukraine stehen kurz davor, ihren Deutsch- und Integrationskurs in Lastrup zu absolvieren und damit das Sprachniveau A1 zu erreichen. "Damit haben die Teilnehmer einen ersten Schritt geschafft und sind vertraut mit einer elementaren Sprachverwendung. Das heißt, sie sind in der Lage, einfache Sätze zu verstehen und Situationen im Alltag zu kommunizieren", erklärt Fidan Hensel, eine der Kursleiterinnen.

Doch damit ist noch nicht Schluss: Das Angebot soll nämlich mit einem Aufbaukurs in die zweite Runde gehen, um die Menschen weiterhin zu fördern. Der Verein "Bürger für Bürger Lastrup" will den Kurs dazu für weitere 3 Monate mitfinanzieren. Damit unterstützen die Lastruper die Organisation "Vita – Stronger together for peace and freedom", die in den Landkreisen Cloppenburg, Ammerland und in Oldenburg aktiv ist und zurzeit rund 30 Integrationskurse anbietet – auch in der Gemeinde.

"Wir sind sehr dankbar, dass ihr euch weiter dieser Aufgabe annehmen wollt, um die Geflüchteten vor Ort zu unterstützen", erklärt der Vorsitzende von "Bürger für Bürger", Rudi Brinkmann, und richtet dabei seinen Dank an Franz-Josef Kettmann und sein Team von "Vita". "Wenn man hört, welche Fortschritte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach 3 Monaten beim Erlernen der deutschen Sprache gemacht haben, kann ich nur sagen: Weiter so", betont Brinkmann.

Integrationshilfe beschränkt sich nicht nur auf Sprachunterricht

Natürlich falle es den Kindern und Jugendlichen leichter als den Erwachsenen, die deutsche Sprache zu erlernen. Dennoch kämen die Älteren gerne in den Kurs, weil es ihnen Spaß mache und sie mehr über Deutschland und das Leben hier vor Ort erführen, berichtet Referentin Olga Schön. Eine der Teilnehmerinnen des Integrationskurses ist zum Beispiel die 16-jährige Katharina. "Ich komme aus Charkiw und habe auch schon einen Sprachkurs am Clemens-August-Gymnasium besucht", erzählt sie. Katharina sei sehr wissbegierig, deshalb wisse sie auch so viel und könne schon nach kurzer Zeit so gut Deutsch sprechen, erzählt Olga Schön.

Das Projekt von "Vita – Stronger together for peace and freedom" konzentriert sich nicht nur auf Deutschkurse, sondern es werden auch gemeinsame Ausflüge unternommen. Zuletzt ging es für die Teilnehmer zum Beispiel nach Norddeich-Mole. "So lernen die Geflüchteten neue Orte kennen und können ihr erworbenes Wissen direkt im Alltag anwenden, etwa beim Kauf von 9-Euro-Tickets oder beim Einkaufen in Geschäften“, sagt Olga Schön. Außerdem erhalten die Geflüchteten im Kurs Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen oder Arztbesuchen.

Für Franz-Josef Kettmann ist es wichtig, dass das Projekt vor Ort Anschluss findet: "Das Kursangebot in Cloppenburg ist zwar ziemlich groß. In den umliegenden Gemeinden sieht es aber häufig anders aus. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir mit "Bürger für Bürger" einen lokalen Partner mit ins Boot holen konnten", betont der Garreler.

Weiterer Anfängerkurs ist angedacht

Der Integrationskurs findet zweimal in der Woche statt, und zwar dienstags und donnerstags. Die rund 70 Teilnehmer verteilen sich dabei auf insgesamt drei Kurse, die jeweils morgens, nachmittags und abends angeboten werden. "Es ist sehr bemerkenswert, dass sich die Ukrainer untereinander selbst organisieren, gerade in puncto Kinderbetreuung. So geht zum Beispiel ein Teil der Mütter morgens zum Kurs, während die übrigen sich um die Kinder kümmern. Für den Nachmittagskurs wechseln sie sich dann ab", erzählt Olga Schön.

Die Nachfrage und das Interesse der Geflüchteten bestätige sie und ihre Kolleginnen in ihrer Arbeit, weshalb es bereits Überlegungen gebe, einen weiteren Anfängerkurs anzubieten. "Denn klar ist auch, die Teilnehmer in unseren Kursen sind alles Leute, die lernen wollen und daher auf jeden Fall gefördert werden müssen", so Schön.

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