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Instagramisierung des Lebens

Meine Woche: Seit knapp 4 Jahren nutze ich das soziale Netzwerk. Aber: Die Realität hat keinen Filtermodus.

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Mein erster Instagram-Beitrag war eine Pilztour in den Dammer Bergen: Seit knapp 4 Jahren nutze ich das soziale Netzwerk. Nachdem ich es anfangs als Bilderbuch ohne viel Inhalt abgetan hatte, ist es mittlerweile doch ein netter Zeitvertreib für mich geworden. Ich gebe es zu: Beruflich habe ich auch schon die eine oder andere Geschichte über die Plattform aufgetan.

Ich stelle dennoch immer wieder fest, dass der schöne Schein ermüdend ist und am eigenen Selbstwertgefühl kratzt. Warum haben eigentlich alle ein viel cooleres Leben als ich? Warum fliegt in meinem Wohnzimmer das Spielzeug durch die Gegend, während mir auf Instagram durchgestylte Räume präsentiert werden, in denen jede Kerze, Blume und Steckdose richtig sitzt? Wieso machen immer die anderen Urlaub am weißen Sandstrand mit azurblauem Wasser – und bei mir türmen sich Kies und Algen? Die Instagramisierung des Lebens kann einen Menschen ganz schön runterziehen.

88 Beiträge habe ich seit meiner Anmeldung in dem Netzwerk gepostet, ich habe 326 Abonnenten, 443 Menschen folgen mir. Ich zeige Dinge aus meinem Alltag; Schnappschüsse, die ich als laienhafter Hobbyfotograf oder mitunter im beruflichen Kontext gemacht habe. Ein roter Faden ist nicht erkennbar. 2-mal bin ich selbst auf einem Foto zu sehen, in beiden Fällen ging es um den Coronathon für die OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“. Manche Bilder haben mehr, andere weniger Likes.

Das könnte auch ganz anders laufen. Ich könnte mich einem Thema widmen. Stunden in Bildsprache, Ideengenerierung und Hashtags investieren. Vielleicht würde dann die Zahl meiner Abonnenten ansteigen. Vielleicht würde ich damit dann sogar Unternehmen anlocken, die mit mir kooperieren wollen. Ich würde Geld verdienen mit meinen ach so tollen Postings.

Doch sehr wahrscheinlich wäre ich irgendwann doch wieder gelangweilt. Von Werbeästhetik und Perfektionswahn. Von Mogelpackungen. Die Instagram-Gesellschaft und ihre Bella Figura entsprechen nicht der Wirklichkeit. Die Realität hat keinen Filtermodus.

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