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Innenminister Pistorius sendet Gruß an die Feuerwehr Vechta

Die persönliche Videobotschaft aus Hannover sorgt für eine Überraschung bei der Mitgliederversammlung. Die Einsatzzahlen sind zurückgegangen, die Pandemie hat die Arbeit deutlich erschwert.

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Die Ortsfeuerwehr Vechta konnte sich erstmals wieder in größerem Rahmen treffen. Die Mitgliederversammlung fand unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Fahrzeughalle statt. Foto: Speckmann

Die Ortsfeuerwehr Vechta konnte sich erstmals wieder in größerem Rahmen treffen. Die Mitgliederversammlung fand unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Fahrzeughalle statt. Foto: Speckmann

Da muss wohl jemand einen guten Draht nach Hannover haben: Denn dass ein Vertreter der Landesregierung ein Grußwort bei der Mitgliederversammlung einer Feuerwehr hält, ist höchst ungewöhnlich. So geschehen am Dienstagabend in Vechta, wo sich der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) mit einer persönlichen Videobotschaft an die etwa 100 Mitglieder und Gäste wandte, die seit Beginn der Corona-Pandemie erstmals wieder in dieser Größenordnung tagten.

Bei der Überraschung zu später Stunde wurde den Teilnehmern klar, warum das Kommando um Ortsbrandmeister Christian Heitmann eine große Leinwand in der Fahrzeughalle aufgebaut hatte. Unter gewissenhafter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln hatten die Kameraden, von denen inzwischen ein Großteil gegen Covid-19 geimpft ist, beste Sicht auf den virtuellen Auftritt des Ehrengastes aus der Landeshauptstadt. Dieser hatte bereits eine Woche zuvor die Nachbarwehr Langförden in ähnlicher Form beehrt.

Durch Klimawandel würden Anforderungen an Feuerwehren weiter steigen

Der Minister dankte der Feuerwehr für ihren Einsatz für die Sicherheit und das Leben der Menschen in Vechta und stellte anerkennend fest, dass das Engagement unter den Corona-Bedingungen erschwert sei. In diesem Zusammenhang lobte er vor allem die Jugendarbeit. Hier seien während der Krise alternative Angebote geschaffen worden, um junge Menschen für die Feuerwehr zu begeistern.

Auszeichnung für langjährige Zugehörigkeit: Zahlreiche Mitglieder der Ortsfeuerwehr Vechta konnten bei der Versammlung am Dienstagabend eine Urkunde in Empfang nehmen. Vertreter der Stadt Vechta sowie des Stadt- und Kreiskommandos  gratulierten den Geehrten. Foto: SpeckmannAuszeichnung für langjährige Zugehörigkeit: Zahlreiche Mitglieder der Ortsfeuerwehr Vechta konnten bei der Versammlung am Dienstagabend eine Urkunde in Empfang nehmen. Vertreter der Stadt Vechta sowie des Stadt- und Kreiskommandos  gratulierten den Geehrten. Foto: Speckmann

Mit der Novellierung des Brandschutzgesetzes, der Stärkung der Kreisfeuerwehrbereitschaften und der Neustrukturierung von Verwaltungsstrukturen leiste das Land einen Beitrag zur Verbesserung der Bedingungen. Allein durch den Klimawandel würden die hohen Anforderungen an die Arbeit der Feuerwehren weiter steigen. "Wir haben die Herausforderungen der Zukunft fest im Blick und wir werden die Kommunen und vor allem die Feuerwehr weiter konsequent unterstützen", versicherte Pistorius.

Ortsfeuerwehr musste zu 209 Einsätzen ausrücken

Die Anerkennung von höchster Stelle tat den Kameraden gut. Sie hatten große Hürden bewältigen müssen, um ihre Arbeit auf die Corona-Verordnung abzustimmen. Ortsbrandmeister Heitmann machte seiner Truppe ein Kompliment: "Wir haben in einer Zeit, in der in Phasen des Lockdowns nichts mehr ging, immer die Einsatzbereitschaft aufrechterhalten für unsere Bürger und haben unseren Job wirklich optimal und mit sehr hoher Konzentration und Anpassungsfähigkeit erledigt."

In dem bereits im Vorfeld der Versammlung versandten Jahresbericht beleuchtete der Kommandochef das Einsatzgeschehen. Demnach verlief das Jahr 2020 relativ ruhig. Die Ortsfeuerwehr Vechta musste zu 209 Einsätzen ausrücken. Im Vorjahr waren es noch 258 Einsätze. "Wir haben die Reduzierung in unseren Einsatzzahlen und auch in unseren Dienststunden deutlich gemerkt. Es gab nur wenig Zeiträume im Jahr, in denen wir eine annähernd normale Ausbildung anbieten konnten."

"Die Kameradschaftspflege, die ein sehr wichtiger Teil der nicht-beruflichen Feuerwehr ist, musste durchgehend ausfallen und zurückgestellt werden. Das war und ist für uns alle ein sehr tiefer Einschnitt in unsere Ehrenamtlichkeit."Christian Heitmann, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Vechta

Für die 125 Aktiven, darunter 111 Männer und 14 Frauen, sowie die 22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 11 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung, gab es kaum Gelegenheit zur Begegnung. "Die Kameradschaftspflege, die ein sehr wichtiger Teil der nicht-beruflichen Feuerwehr ist, musste durchgehend ausfallen und zurückgestellt werden. Das war und ist für uns alle ein sehr tiefer Einschnitt in unsere Ehrenamtlichkeit", bedauerte Heitmann.

Kreisbrandmeister Matthias Trumme stellte in seinem Grußwort fest, dass die Mitglieder trotz Pandemie zur Stange gehalten hätten. "Man erwartet es, aber es ist nicht selbstverständlich." Auch Bürgermeister Kristian Kater (SPD) dankte den Aktiven für ihren Einsatz zum Wohle der Bevölkerung und signalisierte Gesprächsbereitschaft, wenn es um die Anschaffung von neuer Ausstattung gehe, um auch künftig eine leistungsfähige Feuerwehr in der Stadt Vechta zu haben.

Bei der Ehrung und Beförderung von verdienten Mitgliedern waren Bürgermeister Kater und Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller gerne behilflich. Jeder Einzelne erntete Applaus aus der Versammlung. Für Ehrenkreisbrandmeister Günter Südbeck und den früheren Orts- und Stadtbrandmeister Gerd Schumacher, beide seit 60 Jahren in der Feuerwehr, gab es ein Sonderlob des Ministers: "Auf das, was Sie für die Feuerwehr und die Menschen geleistet haben, können Sie stolz sein!"


Ehrungen, Beförderungen und Neuaufnahmen

Beförderungen: Fabian Dubenhorst, Jan-Bernd Kossen, Simon Rommel, Elias Sadat, Jonah Siemann (alle Feuerwehrmann), Stefan Bardelmann, Julian Gürtler (beide Oberfeuerwehrmann), Carolin Asbrede (Oberfeuerwehrfrau), Dominic Pflügge (Hauptfeuerwehrmann), Christian Meyer (Erster Hauptfeuerwehrmann), Alexander Helmke, Simon Kröger und Nils Triphaus (alle Oberlöschmeister), Jörg Kleimann (Hauptlöschmeister), Thomas Deckert (Oberbrandmeister).

Sprung auf der Karriereleiter: Mehrere Aktive der Ortsfeuerwehr Vechta freuten sich über eine Beförderung. Foto: SpeckmannSprung auf der Karriereleiter: Mehrere Aktive der Ortsfeuerwehr Vechta freuten sich über eine Beförderung. Foto: Speckmann

Ehrungen: Sven Böckmann, Ann-Christin Deckert, Oliver Halbritter, Stephan Hermes, Franz Kröger jun., René Partmann und Björn Stratemann (alle 25 Jahre Mitgliedschaft), Michael Blömer, Dieter Meyer, Markus Adam und Hans-Peter Chardon (alle 40 Jahre Mitgliedschaft), Wilfried Elberfeld, Gerhard Halbritter, Eduard Flegel, Rolf Hillesheim, Franz Kröger sen. und Rainer Rolwes (alle 50 Jahre Mitgliedschaft), Gerd Schumacher, Günter Südbeck und Rainer Vornhusen (alle 60 Jahre Mitgliedschaft)

Auszeichnungen: Hans-Peter Chardon (Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen), Reinhard Ahlers (Verdienstmedaille in Silber des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes)

Neuaufnahmen: Gülsüm Ciftci, Thomas Rolfes und Philipp Welp

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