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Inklusionshaus in Deindrup bietet Bürgern viel Spielraum

Die Dorfgemeinschaft hat diverse Ideen für die Nutzung des städtischen Neubaus. Ziel ist es, möglichst viele Gruppen und Angebote zu etablieren.

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Der Innenausbau macht Fortschritte: Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup, Reinhold Bothe (rechts), und sein Vorgänger Hartmut Kurzbach, zugleich Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung, werfen einen Blick in das künftige Café des Inklusionshauses.   Foto: Speckmann

Der Innenausbau macht Fortschritte: Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup, Reinhold Bothe (rechts), und sein Vorgänger Hartmut Kurzbach, zugleich Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung, werfen einen Blick in das künftige Café des Inklusionshauses.   Foto: Speckmann

Die Wände des Multifunktionsraums sind gerade erst verputzt, da haben die Hausherren schon den Bleistift gespitzt und die maximale Auslastung berechnet: Insgesamt 72 Stühle könnten in den lichtdurchfluteten Bereich passen. Anlässe für entsprechende Menschenansammlungen dürfte es zur Genüge geben, denn an Ideen für die Nutzung des Inklusionshauses in Deindrup mangelt es nicht.

Während die Bauarbeiten für das städtische Gebäude sichtbare Fortschritte machen, schmiedet die Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup bereits konkrete Pläne für die Auslastung ihres künftigen Domizils. „Wir haben viele Ideen, aber wir wollen nicht im Vorfeld alles klären“, sagt Vorsitzender Reinhold Bothe und lässt der heimischen Bevölkerung damit noch reichlich Spielraum für künftige Angebote.

Erst vor wenigen Tagen hat die Vereinsführung mit Vertretern der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof an einem Tisch gesessen, um die Inhalte des bereits besiegelten Nutzungsvertrages für die Einrichtung zu besprechen. Dabei geht es in erster Linie um finanzielle Fragen. Darüber hinaus wird in naher Zukunft ein Belegungsplan für das zweigeschossige Gebäude entstehen müssen.

Ort der Begegnung: Sofern die Bauarbeiten nach Plan laufen, soll das Haus im Sommer in Betrieb genommen werden. Foto: SpeckmannOrt der Begegnung: Sofern die Bauarbeiten nach Plan laufen, soll das Haus im Sommer in Betrieb genommen werden. Foto: Speckmann

Das Inklusionshaus soll ein Ort der Begegnung für Menschen mit und ohne Handicap sein. Während der benachbarte Sonnenhof die Räume vorwiegend für Therapiezwecke verwenden will, strebt die Dorfgemeinschaft eine äußerst vielfältige Nutzung an. Für Letztere ist der Neubau das ersehnte Zuhause, das sich der damalige Vorsitzende Hartmut Kurzbach und seine Mitstreiter schon bei der Vereinsgründung 2010 gewünscht haben.

Inzwischen ist der Verein auf fast 440 Mitglieder gewachsen – und mit ihm auch die Bedürfnisse und Wünsche. „Die Leute wollen auch vor der Haustür etwas erleben“, erklärt Bothe und verweist auf die zunehmende Wohnbebauung der vergangenen Jahre. Kurzbach nickt zustimmend mit dem Kopf. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Dorferneuerung ist guter Dinge, dass auch das neue Baugebiet der Gemeinschaft einen weiteren Schub gibt.

Multifunktionsraum bietet neue Möglichkeiten

Das Inklusionshaus wird den Dorfbewohnern ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Der etwa 80 Quadratmeter große Multifunktionsraum lässt größere Veranstaltungen und Begegnungen zu. Das können gesellige Seniorennachmittage und informative Vorträge sein oder etwa auch sportliche Aktivitäten wie Yoga und Gymnastik, bei denen es keiner Umkleidekabinen mit Duschen bedarf.

Der zweite große Raum im Erdgeschoss dient als Café. Hier möchte der Sonnenhof einen Mittagstisch für seine Bewohner und Beschäftigten anbieten. Auch Dorfbewohner könnten hier zu Kaffee und Klönschnack einkehren. Eine Konkurrenz zur Gastronomie sollen die Angebote aber nicht darstellen, unterstreichen die Vereinsvertreter. Auch private Feiern werde es im Inklusionshaus nicht geben.

Verein kooperiert mit den "Selbstgestaltern"

Ziel ist es, möglichst viele Gruppen und Angebote für die ganze Bevölkerung in der Einrichtung zu etablieren. Dabei baut der Verein auch auf die Kooperation mit den „Selbstgestaltern“, einem Innovationsteam der Sozialstation Nordkreis Vechta, das bereits in der Stadt Vechta mehrere Projekte mit und für die ältere Generation auf den Weg gebracht hat. „Hier sind wir in guten Gesprächen“, berichtet der Vereinsvorsitzende.

Neben festen Angeboten soll das Inklusionshaus zum Anker von beliebten Veranstaltungen werden. Unter Einbeziehung des Sonnenhofes könnte hier der Weihnachtsmarkt stattfinden, ohne dabei den jährlichen Wechsel zwischen Spreda und Deindrup aufzugeben. Auch ein Frühstück für die Dorfgemeinschaft, Ferienangebote für Kinder und Public-Viewing für Fußballfans ließen sich an dem Standort realisieren.

Für Angebote ist ehrenamtliches Engagement nötig

„Wir wollen das Haus öffnen, Möglichkeiten aufzeigen und gucken, was machbar ist“, beschreibt Bothe die weitere Vorgehensweise. Viele Angebote würden sich vermutlich erst im Laufe der Zeit ergeben. Dass es dabei ehrenamtliches Engagement braucht, liegt für die Verantwortlichen auf der Hand. Kurzbach ist zuversichtlich: „Jetzt gibt es vielleicht noch Schwellenängste. Aber wenn es anfängt zu leben, dann kommen auch mehr Helfer.“

Doch bevor die Einrichtung mit Leben gefüllt wird, müssen zunächst die Handwerker ihren Job machen. Sie haben seit dem Baubeginn im Frühjahr 2021 sichtbare Fortschritte gemacht. Inzwischen läuft der Innenausbau. In wenigen Wochen wollen die Arbeiter auch die Außenanlage in Angriff nehmen. Die Planer haben einen Sinnesgarten konzipiert, bestehend aus Spielgeräten, Hochbeeten und weiteren Elementen.

Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie ist es schwierig, verbindliche Zusagen zu machen. Aber Bothe geht davon aus, dass der rund 1,6 Millionen Euro teure Neubau im Juni oder Juli in Betrieb genommen werden könnte. Die Dorfgemeinschaft hätte nichts dagegen, wenn Landesministerin Barbara Otte-Kinast dann erneut in Deindrup vorbeischaut. Sie hat das Projekt bereits bei ihrem jüngsten Besuch in höchsten Tönen gelobt.

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