Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Inklusion spielt an Huntetalschule wichtige Rolle

Der Erweiterungsbau der Grundschule in Goldenstedt ist längst bezogen. Platz findet dort auch eine Kooperationsklasse des Andreaswerks. Wie gelingt der Schulalltag?

Artikel teilen:
Ein Blick hinein: Die Leiterin der Huntetalschule, Theresia Espelage (blaue Jacke), führte die Goldenstedter Ausschussmitglieder durch den Erweiterungsbau der Grundschule. Foto: C. Meyer

Ein Blick hinein: Die Leiterin der Huntetalschule, Theresia Espelage (blaue Jacke), führte die Goldenstedter Ausschussmitglieder durch den Erweiterungsbau der Grundschule. Foto: C. Meyer

Einige Möbel lassen noch auf sich warten, sagte Theresia Espelage, Schulleiterin der Huntetalschule in Goldenstedt. Diese hätten teilweise mehrmonatige Lieferzeiten. Die Räumlichkeiten im Erweiterungsbau sind aber bezogen, der Unterricht findet dort längst statt. Wie das neue Gebäude der Grundschule mittlerweile von innen aussieht, davon machten sich die Mitglieder des Goldenstedter Ausschusses für Bildung, Kultur, Integration, Soziales, Familien, Demografie und Jugend am Montagabend selbst ein Bild.

Insgesamt sechs Klassenräume inklusive entsprechender Nebenräume für beispielsweise Gruppenarbeiten gibt es in dem Neubau. Untergebracht sind dort die Klassen des Jahrgangs 1 und des Jahrgangs 2. Darüber hinaus findet eine Kooperationsklasse des Andreaswerks Platz. Fünf Mädchen und Jungen besuchen diese Klasse, sagte Theresia Espelage. Ein Mädchen nehme sogar teilweise am Unterricht in Klasse 1 teil. Geplant sei, dass zukünftig auch die Teilnahme am Sportunterricht möglich ist, so die Schulleiterin.

Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam

Die Kooperation mit der Erich-Kästner-Schule weckte das besondere Interesse der Ausschussmitglieder. Martin Meyer (CDU) erkundigte sich danach, ob die Teilnahme der Kinder aus der Kooperationsklasse am Regelunterricht explizit gefördert werde. Wie Espelage erklärte, sei das vom einzelnen Kind abhängig. Es sei für dieses Mädchen angefragt und entsprechend umgesetzt worden. „Es hat sich ergeben“, sagte die Schulleiterin. Somit werde von Einzelfall zu Einzelfall entschieden.

Sandra Ortmann-Hoping (CDU) interessierte sich dafür, wie die Kinder ohne Behinderung auf die mit Behinderung reagieren, wie im Schulalltag mit der Situation umgegangen werde. Zum einen versuchen die Lehrerinnen und Lehrer aufmerksam zu bleiben und je nach Situation aufzuklären, sagte die Schulleiterin. Zum anderen gewöhnten sich die Schülerinnen und Schüler schnell an neue Begebenheiten. So nannte Espelage als jüngstes Beispiel den vergangenen Vorlesetag, an dem auch die Kinder aus der Kooperationsklasse teilnahmen. Zwei dieser Kinder könnten nicht durchgehend ruhig bleiben. Anfangs habe das die anderen Mädchen und Jungen noch irritiert und sie hätten sich danach umgedreht. Aber das habe sich umgehend gelegt, nachdem sie begriffen hatten, dass die Kinder mit Behinderung dies nicht mit Absicht tun. Für den Schulalltag bedeute generell: „Das gehört dazu“, sagte Espelage. Die Kinder lernen voneinander.

Bewusst großzügig: Die Flure im Erweiterungsbau können als Ruheräume genutzt werden und sind dementsprechend möbliert. Foto: C. MeyerBewusst großzügig: Die Flure im Erweiterungsbau können als Ruheräume genutzt werden und sind dementsprechend möbliert. Foto: C. Meyer

Dies sei schließlich damals die „Wunsch-Vorstellung“ für die Kooperation gewesen, sagte Bürgermeister Alfred Kuhlmann, dass sich alle Schülerinnen und Schüler wohlfühlen und miteinander lernen. Er bewerte die aktuelle Situation so, dass „bisher alles richtig gemacht“ wurde.

In den Fachräumen fehlt noch Mobiliar

Während die Klassenräume und die großzügigen hellen Flure in ihrer Ausstattung und Farbgebung – Weiß und Gelb – einen freundlichen Eindruck vermitteln, fällt in den Fachräumen noch eine gewisse Leere auf. Der Musikraum „muss noch gefüllt werden“, sagte Theresia Espelage bei der Führung. So finanziere die örtliche Werner-Heuer-Stiftung neue Musikinstrumente, sagte sie. In der Sprachlernwerkstatt beziehungsweise Schülerbibliothek finden sich aktuell noch alte Tische und Stühle. Diese sollen ersetzt werden, sobald die neuen Möbel geliefert werden können. Im Werkraum finden sich bislang lediglich vier große Werktische, die noch für Grundschülerinnen und -schüler umgebaut werden müssen, erklärte Theresia Espelage. Außerdem wartet die Schule auf neue Schränke. Materialien werden deshalb derzeit im alten Werkraum gelagert.

Insgesamt kostete der Erweiterungsbau rund 2,25 Millionen Euro. Die Ausschussvorsitzende Sandra Ortmann-Hoping bewertete ihn als gelungen. Die Außenansicht passe sich optisch dem Bestandsbau an, innen gefalle die helle und offene Gestaltung. Insbesondere die großzügigen Flure mit kindgerechten Sitzmöglichkeiten seien vielfältig nutzbar. Die Huntetalschule sei „sehr gut ausgestattet“, sagte Ortmann-Hoping. Eine Wunsch äußerte Schulleiterin Theresia Espelage jedoch noch. Sie möchte die farbliche Gestaltung im Altbau dem des Neubaus anpassen und hofft, dass die Wände dementsprechend gestrichen werden können.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Inklusion spielt an Huntetalschule wichtige Rolle - OM online