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Initiative für Menschen in Hochwassergebieten trägt reiche Früchte

Mit der Aktion "Früchte für Flutopfer" haben Christina Renner und ihre Mitstreiter schon viele Spenden eingeworben. Die Helfer sind zufrieden – wollen aber noch mehr Unterstützer gewinnen.

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Die Spendendosen waren prall gefüllt: (von links) Katharina Willenbrink, Elisabeth Franzke, Darlene Wellinghof, Christian Meyer und Frieda, Ludger Themann und Christina Renner. Foto: Renner

Die Spendendosen waren prall gefüllt: (von links) Katharina Willenbrink, Elisabeth Franzke, Darlene Wellinghof, Christian Meyer und Frieda, Ludger Themann und Christina Renner. Foto: Renner

Die Anteilnahme und Solidarität für die Menschen in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist auch im Oldenburger Münsterland groß. Neben Initiativen wie dem Spendenlauf der Malteser Lohne in Kooperation mit Blau-Weiß Lohne oder den Hilfseinsätzen des Dammers Andreas Pellenwessel haben sich in Lohne einige Privatpersonen unter der Führung von Christina Renner zusammengefunden, um einen Beitrag zu leisten. Mit der Aktion "Früchte für Flutopfer" sammeln sie Geld – für den Wiederaufbau im Allgemeinen und die Zukunft des Stadtteils Schönau in Bad Münstereifel im Speziellen.

Renner berichtet, dass die Bilder reißender Fluten und zerstörter Städte und Gemeinden sie nachhaltig bewegt und zum Nachdenken gebracht hätten. Schnell sei in ihr der Entschluss gereift: "Ich will nicht nur Geld spenden, sondern mich persönlich einsetzen."

Sich einfach mit einer Spendenbox in die Innenstadt zu stellen, war der 2-fachen Mutter aber zu wenig. Sie überlegte und kam auf die Idee, Früchte wie Äpfel, Birnen oder Zwetschgen zu verschenken und gleichzeitig um eine Spende zu bitten. Renner sagt, ihr sei bewusst gewesen, dass sie Unterstützung für ihr Vorhaben benötige. Also startete sie einen Aufruf auf Facebook.

Mehr als 20 Personen beteiligen sich an der Aktion

"Mehr als 20 Personen meldeten sich, die sich bei der Aktion einbringen wollten", freut sich die Lohnerin. Darunter waren laut Renner auch einige Teilnehmerinnen des Internationalen Frauentreffs des Runden Tisches für Integration und Völkerverständigung, in dem sich die Deutsch-Iranerin selbst engagiert. "Sie konnten das Schicksal der Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, sehr gut nachvollziehen."

So war das Netzwerk rasch geknüpft. Vor knapp 2 Wochen trafen sich die Engagierten erstmals zwecks Planung. "Wir haben uns aufgeteilt und unter anderem an den Markttagen in der Fußgängerzone einen Stand aufgebaut." Renner führte derweil unzählige Telefonate, um Genehmigungen einzuholen und weitere Kontakte herzustellen. Zeitweise dachten die Ehrenamtlichen über die Eröffnung eines eigenen Spendenkontos nach, verwarfen diese Idee aber aufgrund bürokratischer Hürden.

"Wir haben eine große Bereitschaft erfahren."Christina Renner, Initiatorin der Aktion "Früchte für Flutopfer"

Um unter anderem die Ausstellung von Spendenquittungen zu ermöglichen, kooperiert die Initiative mit den Lohner Maltesern sowie dem bundesweiten Bündnis "Aktion Deutschland hilft". Über den Lohner Matthias Thoben, der sich ebenfalls für die Flutopfer engagiert, kamen Renner und Co. in Verbindung mit Maria Honkomp. Die gebürtige Lohnerin lebt in Schönau in Bad Münstereifel und steht in Kontakt mit einer örtlichen Hilfskoordinatorin.

So reifte schließlich der Entschluss, die gesammelten Spenden aufzusplitten. "Das Geld, welches direkt auf den Spendenkonten landet, fließt in die Unterstützung aller Menschen in den betroffenen Regionen. Von dem Bargeld, das wir unter anderem an unserem Stand gesammelt haben, werden Dinge des täglichen Lebens und Werkzeuge gekauft, die in Schönau dringend benötigt werden", sagt Renner. Thoben organisiert diesen Teil der Hilfe und bringt auch die Transporte in den Ort unweit der Eifel. Den Ehrenamtlichen ist es wichtig, transparent darüber aufzuklären, was mit dem Geld passiert.

Schon jetzt ist die Initiative mit der Spendenbereitschaft äußerst zufrieden. Laut Katharina Willenbrink hatte unter anderem die katholische Frauengemeinschaft (kfd) St. Gertrud die Kollekte ihrer Messe an der St.-Anna-Klus gespendet; immerhin 961 Euro. Bei der Nachbarschaftsolympiade der Siedlergemeinschaft Voßberg bastelte indes Darlene Wellinghof einige Früchtetüten und rief zur Spende auf. Auch Familien und ein Kartenclub unterstützten die Aktion.

Knapp 30 Kilo Früchte wurden bisher verteilt

Renner weist darauf hin, dass die Früchte für die Aktion aus der Gruppe heraus gespendet wurden. Auch die Marktbeschicker hätten sich beteiligt. "Wir haben eine große Bereitschaft erfahren", sagt sie.

Knapp 30 Kilogramm an Äpfeln, Birnen und Co. haben die Ehrenamtlichen bereits verteilt. Bisher sind allein an Bargeld fast 3600 Euro zusammengekommen, die kfd-Spende nicht mitgerechnet. In den kommenden Tagen dürfte die Summe weiter anwachsen. „Wir möchten noch 1 bis 2 Wochen weitersammeln“, kündigt Ludger Themann an. Dazu wollen die Ehrenamtlichen an weiteren öffentlichen Orten ihren Stand aufbauen.

  • Info: Wer spenden möchte, kann dies auf folgenden Konten tun: Malteser, Stichwort „Früchte für Flutopfer Lohne/Nothilfe in Deutschland“, IBAN: DE10 37 06 0120 1201 2000 12 oder „Aktion Deutschland hilft“, Stichwort „Früchte für Flutopfer Lohne/Hochwasser Deutschland“, IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30.

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