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Infektionen in Löningen und Friesoythe geben Anlass zur Sorge

Hat sich die mutierte Virusvariante in Löningen und Friesoythe ausgebreitet? Nach den ersten nachgewiesenen Fällen wurden Reihentests veranlasst - und es sind Neuinfektionen entdeckt worden.

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Die britische Coronavirus-Mutante B.1.1.7 breitet sich zunehmend aus.  Sequenzer-Automaten helfen den Laboren bei der Analyse. Symbolfoto: dpa

Die britische Coronavirus-Mutante B.1.1.7 breitet sich zunehmend aus.  Sequenzer-Automaten helfen den Laboren bei der Analyse. Symbolfoto: dpa

Hat sich die britische Variante des Coronavirus B 1.1.7. in den Städten Löningen und Friesoythe weiter ausgebreitet? Das Cloppenburger Gesundheitsamt berichtet am Freitag, dass Neuinfektionen nachgewiesen wurden. Das ist das Ergebnis von Reihentestungen, die aufgrund von nachgewiesenen Mutationen veranlasst worden sind. Ob es sich auch bei den jetzt festgestellten Neuinfektionen um die britische Variante handelt, ist noch nicht klar. Denn das kann erst mit einer zeitlich aufwändigeren Gensequenzierung nachgewiesen werden. Und genau die ist jetzt veranlasst worden, wie Kreissprecher Frank Beumker am Freitag bestätigt.

An der Schule in Friesoythe ist ein Lehrer zunächst positiv auf Corona und anschließend im Rahmen einer stichprobenartigen - also zufälligen - Analyse in einem Labor ebenfalls positiv auf den Virustyp B 1.1.7 getestet worden. Nachdem das Gesundheitsamt den Fall am Montag veröffentlicht hat, sind Lehrer und Schüler im Rahmen einer "Umgebungsuntersuchung" getestet worden. Dabei sind zwei weitere Infektionen festgestellt worden. Diese Proben werden jetzt analysiert

Den anderen Fall von Mutation hat das Cloppenburger Gesundheitsamt am Mittwoch veröffentlicht: Das positive Corona-Testergebnis der Mitarbeiterin eines Lebensmittelherstellers in Löningen ist ebenfalls als Stichprobe in einem Labor auf Mutation untersucht worden. Und auch hier zeigt sich am Freitag nach einer Reihentestung: Es gibt eine weitere Neuinfektion im Umfeld der Mitarbeiterin. Auch diese Probe wird nun analysiert.

Emsteker Seniorenzentrum: Verstorbene waren "schwer vorerkrankt"

Neue Erkenntnisse gibt es zudem im Seniorenzentrum Haus St. Margaretha Emstek. Wie Kreissprecher Frank Beumker am Freitag mitteilte, sind jetzt einem Amtsarzt die ersten 5 von 6 Todesbescheinigungen vorgelegt worden. Die Verstorbenen seien "nahezu drei Wochen vor dem Zeitpunkt des Todes zum zweiten Mal mit dem Impfstoff der Firma Biontech geimpft worden", berichtet Beumker. Aufgrund dieses zeitlichen Abstandes schließt das Gesundheitsamt aus, dass etwaige Impfreaktionen oder Nebenwirkungen als Todesursache in Betracht gezogen werden können.

Beumker berichtet am Freitag, dass die 5 Verstorbenen "bereits schwer vorerkrankt waren". Durch die abgeschlossene Impfung könne zwar eine schwere Covid-19-Erkrankung verhindert werden, "aber selbst sehr milde Verläufe können bei alten und noch dazu schwer vorerkrankten Menschen zum Tod führen", berichtet Beumker. Ein leichter Verlauf unterscheide sich zum Beispiel nicht von einer Grippe. "Menschen in ohnehin schon sehr angeschlagener körperlicher Verfassung müssen vor ansteckenden Krankheiten jeglicher Art geschützt werden, da die Gefahren nach einer Ansteckung für sie wesentlich höher sind", erklärt der Kreissprecher. Aufgrund der vorliegenden Fakten gebe es aus Sicht des Gesundheitsamtes "keinen Grund, eine Obduktion der Verstorbenen anzuordnen", teilt der Kreissprecher mit. Einen solchen Schritt hatte am Donnerstag das Gesundheitsministerium in Hannover gegenüber dem NDR in Betracht gezogen.

Ist im Seniorenzentrum die Mutante verantwortlich?

Ein möglicher Erklärungsansatz für die Vielzahl an Infektionen in dem Emsteker Seniorenzentrum und die 6 Todesfälle bleibt allerdings erst einmal noch ungeklärt: Auch hier gibt es den Verdacht, dass die mutierte Variante verantwortlich sein könnte. Bei der deshalb veranlassten PCR-Reihentestung sind am Freitag zwei neue Coronafälle festgestellt worden. Auch diese Proben werden jetzt einer Gensequenzierung unterzogen.

Insgesamt meldet das Cloppenburger Gesundheitsamt am Freitag 39 positive Testergebnisse aus 12 von 13 Städten und Gemeinden - einzige Ausnahme ist Lastrup. Demgegenüber stehen 35 Personen, die seit Freitag als genesen gelten. Dadurch steigt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Fälle auf 308.

Unter den neuen positiven Fällen macht das Gesundheitsamt neben den entdeckten Infektionen in Löningen und Friesoyhte einen Schwerpunkt in Garrel aus: Dort sind 4 Mitarbeiter aus zwei Schlachtbetrieben positiv getestet worden.

Die Lage in den 3 Krankenhäusern im Kreisgebiet: Zurzeit müssen 22 infizierte Patienten stationär behandelt werden. 4 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) müssen davon 3 Patienten beatmet werden. Nach derzeitigem Stand (19. Februar, 12.15 Uhr) sind 25 von 28 Intensivbetten belegt.

Wie bereits berichtet hat das Landesgesundheitsamt für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tagesinzidenz von 96,7 gemeldet. Derzeit stehen 610 Einwohner des Landkreises unter amtlich angeordneter Quarantäne.

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