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Indirektes Abbiegen: Neues Radkonzept in Cloppenburg

Änderungen für Radfahrer haben die Mitglieder des Fachausschusses diskutiert. Gravierende Neuerungen könnte es an der viel befahrenen Kreuzung der Fritz-Reuter-Straße und Löninger Straße geben.

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Gravierende Änderungen könnte es an der Kreuzung Löninger Straße und Fritz-Reuter-Straße geben. Foto: Hermes

Gravierende Änderungen könnte es an der Kreuzung Löninger Straße und Fritz-Reuter-Straße geben. Foto: Hermes

Änderungen in der Wegführung für Radfahrer haben die Mitglieder des Cloppenburger Fachausschusses diskutiert. Aufgrund eines Antrages der SPD-Fraktion wurden mehrere Bereiche unter die Lupe genommen.

Bereich 1:

Dieser Abschnitt umfasst den Straßenraum entlang der Soestenstraße vom Kreisverkehrsplatz an der Friesoyther Straße bis vor den Knotenpunkt mit der Wilke-Steding-Straße. Die Planung sieht eine Verbreiterung der Nebenanlage vor, damit dort ein getrennter Geh- und Radweg umgesetzt werden kann. Als Konsequenz müssten die  dort vorhandenen Stellplätze auf dem Längsparkstreifen zurückgebaut werden. Die Breite des zukünftigen Radweges, der nur in Fahrtrichtung Innenstadt freigegeben werden würde, beträgt 2,50 Meter zuzüglich eines seitlichen, 50 Zentimeter breiten Sicherheitsraumes.

Bereich 2:

Von der Kreuzung Soestenstraße/Wilke-Steding-Straße bis hin zum Einzelhandelsgeschäft Kauver wird der Radverkehr zurzeit ebenfalls auf der Nebenanlage geführt. Um den Bereich zu optimieren, sollen  verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Unter anderem ist eine Verbreiterung der Nebenanlage geplant, zudem sollen die Stellplätze  vor Kauver zurückgebaut werden.

Bereich 3:

Zwischen der Resthauser Straße und der Dechant-Brust-Straße soll die Führung der Radfahrer verbessert werden. Zum einen soll die Nebenanlage stadteinwärts baulich geschützt werden, gedacht ist dabei an ein eingefasstes Beet. Zum anderen soll der anschließende Radschutzstreifen rot eingefärbt werden, um besonders auf das Radfahren innerhalb der dort beengten Verhältnisse hinzuweisen. Die rote Markierung würde dann entlang des Marktes Kaufland bis zur Dechant-Brust-Straße fortgesetzt.

Bereich 4:

Die gravierendsten Neuerungen könnte es an der viel befahrenen Kreuzung der Fritz-Reuter-Straße und Löninger Straße geben: Ein sogenanntes indirektes Linksabbiegen. Die Bereiche des Radverkehrs orientieren sich hier bislang im Wesentlichen auf die engen Nebenanlagen gemeinsam mit dem Fußverkehr. Eine Lösung wäre laut Planungsbüro, den Radverkehr möglichst direkt und getrennt vom Fußgänger mit Rotmarkierungen zu führen.

Beim indirekten Linksabbiegen verhalten sich Radfahrende so, dass sie entgegen der gewünschten Richtung die Kreuzung zunächst geradeaus queren, um dann wiederum geradeaus in die gewünschte Straße weiterzufahren. Der Radfahrer ist dabei mit eigenen Signalen ausgestattet, die wiederum mit dem Kfz-Verkehr koordiniert werden. Wartende Radfahrer auf der Fahrbahn können demnach so fahren, dass sie im Rahmen der nächsten Grünphase des in selber Richtung freigegebenen Kfz-Stroms mit einem kleinen Vorsprung die Kreuzung konfliktfrei überqueren können.

Für diese Planung müssen noch weitergehende Untersuchungen wie eine Knotenpunktzählung erfolgen, damit darauf basierend eine Verkehrssimulation durchgeführt werden kann. Hierfür ist auch eine eine Abstimmung und Vereinbarung mit dem Landkreis zu treffen.

Bereich 1. Foto: Hermes
Bereich 2. Foto: Hermes
Bereich 3. Foto: Hermes
Bereich 4. Foto: Hermes
Überquerung der Soeste. Foto: Hermes
Kreuzung Löninger Str. Fritz-Reuter-Straße. Foto: Hermes
Kreisel am Stadion. Foto: Hermes

Wie Planer Fabian Roelcke erklärte, sei eine möglichst einheitliche Führung wünschenswert. Es habe sich beim Radverkehr einiges verändert, dabei gebe es gute Beispiele aus anderen Kommunen. "Wenn Parkplätze erhalten bleiben sollen, wird es sehr eng", sagte er noch einmal zum Abschluss. 

Fachbereichsleiter Armin Nöh erklärte, dass man lange an den Planungen gearbeitet habe. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1.150.000 Millionen Euro. "Darin sind noch keine Kosten für Infrastruktur enthalten", so Nöh weiter. Man würde nämlich die Chance nutzen, auch unterirdische Arbeiten zu erledigen.

Positiv kamen die Ideen bei SPD-Fraktionschef Jan Oskar Höffmann an. "Das ist eine sehr gute Planung, sie ist mutig und überzeugt mich." Er würde sich noch mehr Auflockerung durch Bepflanzung wünschen. Gaby Heckmann von der CDU sprach von "vielen Eindrücken, die sehr vielversprechend aussehen". Man müsse das jetzt erst einmal auf sich wirken lassen und in den Fraktionen weiter beraten.

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