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In Westeremstek herrscht Unsicherheit trotz klarer Verkehrsregeln

Autofahrer sind die Situation nicht gewohnt und wollen Radler passieren lassen. Wenn es dunkel ist und auch noch regnet, ist die visuelle Kommunikation aber nicht leicht.

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Alles geregelt: Fahrradfahrer müssen den Kraftfahrzeugen Vorfahrt gewähren. Häufig halten diese aber trotzdem an. Foto: Vorwerk

Alles geregelt: Fahrradfahrer müssen den Kraftfahrzeugen Vorfahrt gewähren. Häufig halten diese aber trotzdem an. Foto: Vorwerk

Mehr Sicherheit soll die geänderte Vorfahrt für Fahrradfahrer an der Landesstraße in Westeremstek bringen. Die Realität sieht allerdings ein wenig anders aus.

Auch wenn die Beschilderung eindeutig ist, gibt es annähernd täglich Situationen, in denen Auto- und Fahrradfahrer per Blick, Geste oder Lichthupe kommunizieren, um sich gegenseitig die Vorfahrt einzuräumen. Gerade in der dunklen Jahreszeit nicht ganz einfach und wenn dann auch noch Regen ins Spiel kommt, fast unmöglich.

Nicht nur ortskundige Autofahrer halten an

Der Selbstversuch zeigt zudem, dass es nicht ausschließlich die ortskundigen Pendler sind, die sich über viele Jahre an die Situation, dass die Radfahrer dort Vorrang hatten, gewöhnt haben. Auch Fahrer mit „fremden“ Kennzeichen stoppen und wollen die schwächeren Ver­kehrs­teilnehmer passieren lassen.

ADFC will Fahrradverkehr nicht ausgebremst sehen

Westeremstek ist kein Einzelfall. Auch in Löningen an der B 213 und an anderen Stellen im Landkreis wurde die Vorfahrt entsprechend geändert. Das ist auch dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) nicht verborgen geblieben und der Kreisverband hat sich der Sache angenommen. Der Club vertritt die Auffassung, dass die bisherige Variante die bessere Lösung ist, zumal der Fahrradverkehr nicht nur für Hobbyradler, sondern auch für Berufspendler eine immer größere Bedeutung bekommt.

In einem Schreiben hat man sich an den Landkreis Cloppenburg als zuständige Behörde für die Beschilderung gewandt. Dort sei Gesprächsbereitschaft signalisiert worden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe des ADFC, Björn Thedering aus Emstek, auf Nachfrage der Redaktion.

Radweg darf höchsten 4 Meter von Straße entfernt sein

Ohne bauliche Veränderungen wird es aber wohl keine Rückkehr zur alten Regelung geben. Eine Nachfrage beim Landkreis ergab, dass der Radweg maximal vier Meter von der übergeordneten Straße entfernt sein darf, um Vorfahrt zu erhalten. Dies ist in Westeremstek nicht der Fall. Für einen Umbau ist „Entscheidungsträger die Straßenbauverwaltung in Lingen“, so Kreissprecher Frank Beumker. Für den Radfahrer gilt somit: „Sicherheit vor Leichtigkeit“.

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