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In Ruanda gibt es kein Fest ohne Tanz und Gesang

Viele Eindrücke hatte Johanna Rump in den vergangenen Monaten zu verarbeiten. Weihnachten und Silvester fielen einer Corona-Erkrankung zum Opfer.

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Unterwegs mit Schulkindern: Johanna Rump genießt ihre Erfahrungen als Missionarin auf Zeit. Foto: Rump

Unterwegs mit Schulkindern: Johanna Rump genießt ihre Erfahrungen als Missionarin auf Zeit. Foto: Rump

Feste haben einen großen Stellenwert in Ruanda. Diese Erfahrung hat die Ermkerin Johanna Rump in ihren ersten Monaten als Missionarin auf Zeit gemacht. Mittlerweile hat sie sich gut eingelebt, auch in Kibeho, ihrem eigentlichen Zielort, nachdem sie die ersten Wochen in Ruhango verbracht hat. "Das mit Abstand größte Fest, zu dem wir Freiwilligen eingeladen wurden, war die Ewige Profess einer Ordensschwester der Pallottinerinnen. Schwester Clementine ist nun auf Lebenszeit eine Pallottinerin und versprach, unter den Ordensregeln zu leben", schildert Johanna Rump den Anlass. Der Bischof und zahlreiche Priester waren gekommen, alle Pallottinerinnen aus Ruanda und die Verwandten von Schwester Clementine. Tänze, Gesang und ein Festessen durften dabei nicht fehlen und so kam Rump das erste Mal mit den Schwestern in Kontakt, mit denen sie in Kibeho die kommenden Monate verbringen würde. 

Zwei Wochen später stand sie das erste Mal vor dem zweistöckigen Haus, das für die nächste Zeit ihr Zuhause sein wird. Auf 1900 Metern Höhe gelegen sind die Temperaturen erträglich und Mücken eher selten. Zusätzlich zum Versorgungszentrum für Kranke wird auch ein Hotel betrieben, was eine Menge Arbeit, aber auch viel Abwechslung bedeutet. "Unbeschreiblich", nennt der Gast aus der Gemeinde Molbergen die Aussicht, mit der sie jeden Tag belohnt wird. Hügelig ist die Gegend, was den täglichen Fußmarsch zur Schule über zwei Kilometer erschwert. "Dennoch nehme ich diesen gerne in Kauf für die atemberaubend schöne Natur. Oft sind wir auch wandern und erkunden die umliegenden Dörfer." Kibeho ist der einzige vom Vatikan anerkannte Marienwallfahrtsort in Afrika. Entsprechend gibt es internationale Pilger und als Frau mit heller Haut ist sie nicht so exotisch wie in anderen Orten. 

Schulkinder sind 3 bis 5 Jahre alt

"Wir arbeiten, genauso wie in Ruhango, in einer Nursary School mit Kindern von 3 bis 5 Jahren. Die Größe und Klassenaufteilung sind sehr ähnlich, allerdings wird nicht so viel Englisch gesprochen wie an unserer ersten Station." Dort gab es noch ein weiteres Fest: der Abschluss der ältesten Schüler, was mit einem Umzug, Liedern und Tänzen gefeiert wurde. Den eigenen Geburtstag kennen einige Bewohner hingegen gar nicht. Der Namenstag hat einen viel höheren Stellenwert und wird entsprechend begangen.  

Am Esstisch: Father Franzis und Johanna Rump. Foto: RumpAm Esstisch: Father Franzis und Johanna Rump. Foto: Rump

Weihnachten und den Jahreswechsel hatte sich Johanna Rump anders vorgestellt. Sie und eine weitere Missionarin auf Zeit erkrankten an Corona und kamen in Quarantäne. "Abgesehen von dem Kopfweh, dem Fieber und den Erkältungssymptomen zählten leider auch Luftnot und Halluzinationen zu meinen Symptomen. Die Ärzte verschrieben mir allerdings Medikamente, durch die es mir mittlerweile wesentlich besser geht." Aus der Quarantäne ist sie ebenfalls wieder entlassen, wie sie am Montag mitteilte. Ihre Kollegin Lina ist weitestgehend symptomfrei geblieben.

Schwestern kümmern sich liebevoll um die Patienten

"Die Schwestern kümmern sich sehr liebevoll um Lina und mich. Nur schade ist es, dass wir beide so das Weihnachtsfest verpassten." Die Schwestern schmückten an Heiligabend das Haus und in der  Eingangshalle und den Esszimmern standen Weihnachtsbäume, die sie mit Lametta dekorierten. Die Feiern und Gesänge hörten die beiden Erkrankten auf ihren Zimmern, was es noch etwas schwerer machte. Vergessen wurden sie aber nicht und bekamen kleine Geschenke. Und auch für die Schwestern hatte der Besuch aus Deutschland etwas vorbereitet. "Ich bekam einen sehr schönen Schal, einen gesegneten Rosenkranz und einen Schlüsselanhänger." Die Temperaturen machten es aber ein wenig schwierig, in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Die eigentlich geplante erste Safari in Ruanda muss noch ein wenig warten, wird aber auf jeden Fall nachgeholt. Was sie dort erlebt und wie es ihr als Missionarin auf Zeit im neuen Jahr ergeht, wird sie in einigen Wochen berichten.

  • Info: Wer Fragen zu dem Projekt hat, sich selbst als Missionarin auf Zeit engagieren möchte oder eine finanzielle Unterstützung in Erwägung zieht, kann sich an Johanna Rump unter johannarump@web.de wenden oder sich auf der Homepage www.maz-freiwilligendienst.de informieren.

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