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In Norddöllen sollen zusätzliche Hähnchenmastställe gebaut werden

Trotz der Vergrößerung des Betriebs ergebe sich eine Verbesserung für die Bevölkerung, fanden die Mitglieder des Visbeker Bauausschusses. Ein wichtiger Punkt seien dabei die Filteranlagen.

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Mehr Tiere: In Norddöllen sollen weitere Hähnchenmastställe gebaut werden. Symbolfoto: dpa/Büttner

Mehr Tiere: In Norddöllen sollen weitere Hähnchenmastställe gebaut werden. Symbolfoto: dpa/Büttner

Der Betrieb Westermann in Norddöllen möchte 4 zusätzliche Hähnchenmastställe bauen. Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, beschäftigten sich die Mitglieder des Visbeker Bau-, Planungs- und Umweltausschusses in ihrer jüngsten Sitzung mit der entsprechenden Flächennutzungsplanänderung sowie dem entsprechenden Bebauungsplan. Die Lokalpolitikerinnen und Politiker sprachen sich einstimmig dafür auf, dass das Vorhaben umgesetzt werden sollte.

Zuvor erläuterte Frank Schnitker vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner, dass der aktuelle Tierbestand sich auf 174.000 beläuft. Mit den zusätzlichen 4 Ställen für knapp 170.000 Tiere ergebe sich eine Verdopplung. Allerdings, so stellte Bürgermeister Gerd Meyer klar, erhalten nicht nur die neuen Ställe neue Abluftfilter, sondern das Vorhaben gehe mit der Erneuerung der Filteranlagen der bestehenden Ställe einher. Ein Stall, der an ein Wohnhaus grenze, werde zudem aufgegeben.

Pro Natura Landkreis Vechta ist gegen die Erweiterung

So ergebe sich nach einer Geruchsbeurteilung durch die Landwirtschaftskammer eine günstigere Lage vor Ort, führte Schnitker aus. Auch die Ammoniak- sowie die Staubimmissionen sollen künftig geringer ausfallen. Der Verein Pro Natura Landkreis Vechta stelle das Vorhaben allerdings generell infrage, erklärte Monique Droste vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner. Der Verein befürchtete ungefilterte Abluft und, dass die Nachrüstung bestehender Stallungen nicht vorgesehen sei, führte Droste die Stellungnahme aus. Sie erläuterte, dass bei dem Neubau die Optimierung bestehender Anlagen sehr wohl vorgesehen sei.

Thomas Freese (CDU) hielt anschließend fest, dass es sich zwar um eine Erweiterung handele, aber dies eine Verbesserung vor Ort herbeiführe, da nun alle Anlagen abgefiltert werden müssen. Dem pflichtete Martin Rohe (SPD) bei. Er stellte grundsätzlich fest, dass die Landwirte quasi dazu gezwungen seien, ihre Betriebe zu vergrößern. Da für die Bevölkerung in Norddöllen dadurch keine Verschlechterung eintrete, sei dem Vorhaben zuzustimmen. Dem Landwirt sollten seiner Ansicht nach keine Nachteile zugemutet werden.

Betriebserweiterung in Rechterfeld geplant

Die Mitglieder des Bauausschusses beschäftigten sich während der Sitzung mit einer weiteren Flächennutzungsplanänderung sowie mit dem entsprechenden Bebauungsplan und sprachen sich schließlich einstimmig dafür aus, dass das Vorhaben umgesetzt werden soll. Der Betrieb Kröger Nutzfahrzeuge in Rechterfeld möchte sich erweitern. Zudem soll eine verträgliche Nachverdichtung in Rechterfeld sichergestellt werden, wie Tom Walter vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner erläuterte.

Wie Walter erklärte, ist im nördlichen Bereich des Plangebiets kein dauerhafter Aufenthalt von Menschen vorgesehen. Produzierende Tätigkeiten seien dort also ausgeschlossen. Dies sei mit den Geruchsimmissionen aufgrund von landwirtschaftlichen Betrieben in der Nachbarschaft zu erklären. Der Landkreis Vechta habe bezüglich dieser textlichen Festsetzung Bedenken, weshalb nun ein Geruchsgutachten in Auftrag gegeben werde, um die Festsetzung im Nachgang zu konkretisieren, so Walter. Darüber hinaus werde wegen möglicher Lärmimmissionen ein Schallgutachten in Auftrag gegeben.

Ausschussmitglied befürchtet wirtschaftlichen Vorteil

Martin Rohe (SPD) merkte an, dass seinerzeit beschlossen worden sei, den dort ansässigen Hof Kühling auszusiedeln. Bürgermeister Meyer konkretisierte, dass die Tierhaltung aufgegeben worden sei und die Stallungen abgerissen werden. Andernfalls sei dort keine wohnbauliche Entwicklung möglich. Dafür habe der Besitzer Geld von der Gemeinde erhalten, so Rohe. Nun lese er aus einer Stellungnahme heraus, dass der Eigentümer die nun freigewordenen Flächen selbst als Bauflächen vermarkten möchte.

Rohe befürchte einen wirtschaftlichen Vorteil für Kühling: zum einen den Ausgleich für die Aussiedlung seines Hofs, zum anderen ein möglicher Gewinn durch die Bebauung der Flächen. Rohe ließ wissen, dass dies bei dem Geld, das der Eigentümer von der Gemeinde bekommen habe, berücksichtigt werden sollte. Gerd Meyer führte aus, dass die Gemeinde lediglich die Tierhaltung „rausgekauft“ habe. Alles andere, wie die Aussiedlung des Hofs, müsse der Eigentümer mit eigenen finanziellen Mitteln stemmen.

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