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In Neuscharreler Krippe bleibt der Hirtenhund zum Streicheln nah

Maria Heyens und Karin Wieborg übernehmen mit Liebe zum Detail den Aufbau in der St.-Ludger-Kirche. Die großen Figuren sind bereits Jahrzehnte alt, aber rüstig geblieben.

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Mitten im Aufbau: Maria Heyens (links) und Karin Wieborg beweisen ehrenamtliches Engagement in der Neuscharreler Kirche. Foto: Wimberg

Mitten im Aufbau: Maria Heyens (links) und Karin Wieborg beweisen ehrenamtliches Engagement in der Neuscharreler Kirche. Foto: Wimberg

Ohne seinen kleinen schwarzen Hund geht der Hirte nicht aufs Feld. Ihren Platz finden beide am Wegesrand. Und der ist mittlerweile angestammt und unverrückbar, denn zumindest der drollige Vierbeiner muss zum Greifen, sprich Streicheln, nah sein. „Als wir ihn mal versetzt hatten, gab es Anrufe wegen trauriger Kinder, die an ihn nicht mehr herankamen“, erzählt Maria Heyens lächelnd eine von vielen Geschichten, die sie bei der Krippengestaltung in der St.-Ludger-Kirche erlebt hat.

Seit 30 Jahren baut sie Bethlehem in Neuscharrel auf, seit drei Jahren bildet sie mit Karin Wieborg ein eingespieltes Team, für das die Arbeit mit Liebe zum Detail kein Opfer ist.

In Warteposition: Einer der Heiligen Drei Könige residiert vor dem Beichtstuhl. Foto: WimbergIn Warteposition: Einer der Heiligen Drei Könige residiert vor dem Beichtstuhl. Foto: Wimberg

Im eher kleinen Gotteshaus wird die Weihnachtsgeschichte mehr als großzügig in Szene gesetzt. Und um ihr Raum geben zu können, zieht zunächst eine Josefs-Statue von rechts zu Maria nach links, zwei Motive vom Kreuzweg werden abgehängt und vier Bänke weichen. Der Bereich vor dem Beichtstuhl wird majestätisch besetzt: Hier residieren die Heiligen Drei Könige in festlich glänzenden Gewändern und warten huldvoll auf ihren Auftritt im Januar.

Am Sonntag wurden Unterbau und Stall aufgestellt

Am Sonntag wurden mit männlicher Unterstützung der Unterbau und der Stall aufgestellt. Auch das von Hans-Hermann Engbers gemalte überdimensionale Landschaftsbild ziert seitdem die seitliche Wand. Seit Montag sind die beiden Frauen dann mit der Ausstattung beschäftigt. Frische Tannenzweige mit Zapfen werden rundum verteilt, Moosplatten frisch verlegt sowie Holzstämme und Steine dekorativ gesetzt.

Während das Wasser im Bach schon fließt, postiert Maria Heyens den Engel auf dem Stalldach und schraubt ihn sicherheitshalber fest. Karin Wieborg befreit derweil eine Figur nach der anderen aus den Tüten und Säcken. Alle mindestens 50 Zentimeter groß, Jahrzehnte alt, aber stets rüstig geblieben. „Gute Pflege“, kommentieren die Neuscharrelerinnen augenzwinkernd den Gesundheitszustand der Heiligen Familie samt Gefolge.

Das gilt auch für den Esel, der mit immer noch flauschigem Fell direkt hinter einem der Schafe grast. Die Herde, die übrigens über einen eigenen Stall verfügt, musste sich ebenfalls noch keiner kosmetischen Korrektur unterziehen. Dass einem Mitstreiter zwei Ohren fehlen, tut seiner Schönheit keinen Abbruch.

Liebe zum Detail: Ein kleiner Bach mit fließendem Wasser gehört zur Weihnachtsgeschichte.    Foto: WimbergLiebe zum Detail: Ein kleiner Bach mit fließendem Wasser gehört zur Weihnachtsgeschichte.    Foto: Wimberg

Zur Abendmesse am Dienstag ist der Aufbau abgeschlossen

Maria und Josef bewohnen ihre Behausung bis Heiligabend zunächst allein. Erst dann wird das Jesus-Kind in die Krippe gelegt und wechselt am Dreikönigstag in die Hände seiner Mutter.

Zur Abendmesse am Dienstag (21. Dezember) ist der Aufbau komplett abgeschlossen, „und es ist wirklich ein sehr harmonisches Bild“, sagt Karin Wieborg, „an dem wir uns auch selbst immer wieder erfreuen können“, ergänzt Maria Heyens.

Für „die gute Verpflegung" mit Tee und Keks danken sie Maria Reiners vom Ortsrat, der ihr Engagement ebenso wie die Kirchenbesucher zu schätzen wisse. Und was die beiden anfangen, bringen sie auch zu Ende. So ist die Krippe bis zu „Maria Lichtmess“ wieder abgebaut. Statt zwei Tagen „dauert das aber nur noch einen halben“.

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