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In Neuenkirchen bringt ein "Bus" die Kinder zu Fuß zur Schule

Der "Laufbus" an der Grundschule Im Herrengarten startet am 1. Februar. Das Experiment soll das allmorgendliche Verkehrschaos zumindest etwas lindern.

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Erfolgreicher Test: Einige Kinder, Begleitpersonen und die Initiatoren machten eine Laufbusprobe in Begleitung der örtlichen Polizei. Foto: Schmutte

Erfolgreicher Test: Einige Kinder, Begleitpersonen und die Initiatoren machten eine Laufbusprobe in Begleitung der örtlichen Polizei. Foto: Schmutte

Es gab in Neuenkirchen schon zahlreiche Versuche, das allmorgendliche Verkehrschaos an der Grundschule Im Herrengarten in den Griff zu bekommen. In Erinnerung sind den Neuenkirchenern sicherlich noch die zahlreichen Haltverbotszeichen, die rund um die Grundschule aufgestellt wurden.

Um eine Lösung für das Problem zu finden, informierten sich die IGNV-Ratsfrauen Anke Leferenz-Lehnert und Lisa Haakmann, wie in anderen Kommunen dieses Problem angegangen wird und stießen dabei auf eine vielversprechende Lösung, den "Laufbus".

Beim Laufbus organisiert sich eine Laufgemeinschaft. Unter Aufsicht einer erwachsenen Person treffen sich die Kinder zu einer festgelegten Uhrzeit an einem bestimmten Ort und gehen von dort unter Aufsicht zu Fuß zur Schule. Das Elterntaxi bis vor das Schulgebäude soll dadurch ersetzt und das herrschende Verkehrschaos zu Schulbeginn vermieden werden.

Die 6-jährige Hannah möchte auf alle Fälle mit dem Laufbus zur Schule gehen. Die Fahrkarte“ und einen Werbebutton hat sie schon. Foto: SchmutteDie 6-jährige Hannah möchte auf alle Fälle mit dem Laufbus zur Schule gehen. Die „Fahrkarte“ und einen Werbebutton hat sie schon. Foto: Schmutte

In der Gruppe macht der Schulweg den Kindern nicht nur mehr Spaß, er ist auch sicherer. Ganz nebenbei lernen sie richtiges Verhalten im Straßenverkehr und sind stolz, den Schulweg ohne Mama oder Papa zurücklegen zu können. Die Eltern können ihre Kinder beruhigt an der „Bushaltestelle“ abgeben, denn der Laufbus ist bestens organisiert.

Der Laufbus startet nach den Zeugnisferien – ohne Anmeldung

Nach langer Vorbereitung und viel Werbung startet der Laufbus am ersten Schultag nach den Zeugnisferien, am 1. Februar. Treffpunkt ist die Alte Molkerei (Haus der Begegnung) in Neuenkirchen, an der Holdorfer Straße. Der dortige Parkplatz bietet den Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder sicher aussteigen zu lassen. Pünktlich um 7.30 Uhr setzt sich der "Bus" Richtung Schule in Bewegung. Eine vorherige An- oder Abmeldung ist nicht erforderlich. Wer da ist, geht einfach mit. Auch ein „Zusteigen“ unterwegs, etwa an der Fußgängerampel in Höhe der Oberschule, ist möglich.

Bisher haben sich 5 Kinder für das Mitgehen im Bus angemeldet und 2 Begleitpersonen. Eine von ihnen ist Anna Tsakaloy. „Ich bringe meine Tochter jeden Morgen zu Fuß zur Schule. Da kann ich auch andere Kinder mitnehmen“, begründet sie ihre Bereitschaft. Die Gemeinde stellt den Begleitpersonen Warnwesten zur Verfügung. Solange die Teilnehmergruppe klein ist, wird sie von einem Erwachsenen begleitet, wird sie größer, kommt eine zweite dazu. 10 Kinder soll die Gruppengröße nicht überschreiten.

Interesse ist noch gering

Lisa Haakmann war es wichtig, erst einmal mit dem Projekt zu starten, obwohl das Interesse noch gering ist. Im Rahmen der Elternabende, insbesondere von den Erstklässlern, möchte sie noch intensiv für die Teilnahme werben und sieht für die Eltern einen großen Vorteil. Die brauchen sich nicht mit ihren Fahrzeugen in das Chaos vor der Grundschule begeben und anschließend lange warten, um aus der Straße Im Herrengarten wieder auf die Holdorfer Straße zu gelangen.

Im Vorfeld des Projektstarts hat ein „Probegang“ des Laufbusses stattgefunden. Einige Kinder, Begleitpersonen und Initiatoren nahmen daran teil. Die Ortspolizeibeamten Harald Kolhosser und Stefanie Stuckenberg begleiteten sie, informierten die Kinder über Verhaltensregeln und gaben Tipps zur Verkehrssicherheit.

"Fahrkarte" könnte Vergünstigungen ermöglichen

Die Kinder erhalten eine „Fahrkarte“, die bei jeder Teilnahme gelocht wird. Lisa Haakmann wird noch mit der Gemeinde verhandeln, ob es für die Teilnehmer des Laufbusses Vergünstigungen, wie etwa einen freien Eintritt in das Naturbad, geben kann. Nach dem Start des Laufbusses am 1. Februar hoffen die Initiatoren auf ein steigendes Interesse bei Eltern und Kindern.

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