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In Holdorf wachsen fast 5 Hektar Wald heran

Die Niedersächsischen Landesforsten pflanzen 22.550 Bäume und Sträucher an der Grandorfer Straße. Die Areale liegen im Einzugsgebiet des Trinkwassergewinnung.

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Ähnlich wie Fließbandarbeit: Im Abstand von zirka 80 Zentimetern werden die Baumsetzlinge in die Erde gebracht.  Foto: Vollmer

Ähnlich wie Fließbandarbeit: Im Abstand von zirka 80 Zentimetern werden die Baumsetzlinge in die Erde gebracht.  Foto: Vollmer

Insgesamt 4,6 Hektar Wald werden in den nächsten Jahren im Bereich der Grandorfer Straße in Holdorf auf zwei Flächen der Niedersächsischen Landesforsten neu heranwachsen. Die Areale (2,7 und 1,9 Hektar), die im Einzugsgebiet zur Trinkwassergewinnung durch den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) liegen, waren bisher an Landwirtschaftsbetriebe verpachtet. 22.550 Bäume und Sträucher haben dort Arbeiter des Ochtruper Forstbetriebes Wienefoet GbR innerhalb von 2 Tagen gepflanzt und umzäunt.

Die Aufforstung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem OOWV. „Bei der Auswahl des Gehölzes wurde auf Artenvielfalt Wert gelegt“, berichtet Björn Staggenborg vom Projektmanagement Naturdienstleistungen der Niedersächsischen Landesforsten mit Sitz im Forstamt Ankum. Für einen blühenden Waldrand sollen Vogelkirsche, Wildbirne, Salweide, Hasel und Schlehe ein stimmiges Bild abgeben. Direkt dahinter finden Spitzahorn und Flatterulme ihren Platz. „Die blühen, bevor das Laub wächst, das gibt ein schönes buntes Waldrandbild“, verspricht Björn Staggenborg.

Zum Waldinneren hin können Trauben- und Roteiche, Esskastanie und Kiefer gedeihen. Die Kiefer hat lediglich einen Anteil von 10 Prozent, verteilt in dem Mischwald. „Sie ist ein sogenannter Pionierbaum und kommt überall mit den Böden klar. Da sie schnell wächst, kann sie Schutz für die anderen, langsam wachsenden Bäume geben“, erklärt der studierte Forstexperte.

Aufforstung an der Grandorfer Straße: Zum Schutz der heranwachsenden Baumkulturen, setzen Forstarbeiter einen Knotengeflechtzaun.   Foto: VollmerAufforstung an der Grandorfer Straße: Zum Schutz der heranwachsenden Baumkulturen, setzen Forstarbeiter einen Knotengeflechtzaun.   Foto: Vollmer

Als Schutz für die Kulturen dient zudem ein Knotengeflechtzaun, der Wildtiere wie Rehe und Hasen fernhalten soll. Holzstangen dienen durch aufgesetzte Querhölzer, auch Julen genannt, als Ansitz für Greifvögel wie Bussard, Falke und Eulen, die den Mausbestand geringhalten sollen. Damit die jetzt noch zarten Baumpflanzen vor dem Einfluss der Sonne geschützt sind, wurden die beiden Gelände gleich wohldosiert mit Roggen eingesät. Der wächst schnell hoch und spendet Schatten. Zudem lockt er Vogelarten wie Goldammer, Feldlerche und Wiesenpieper an, die sehr willkommen sind, bis die Kulturen sich in den nächsten Jahren geschlossen haben und andere Tier- und Vogelarten anlocken.

„Eigentlich ist der hiesige Boden für Laubwald nicht so gut geeignet“, weiß Björn Staggenborg. Doch der Laubwald, auch wenn dieser nicht ganz so schnell und hoch wächst, erfüllt neben dem wirtschaftlichen Nutzen für die Forstwirtschaft vielfältige Funktionen für den Schutz der Umwelt. Er hat Einfluss auf das Klima, die Luftreinhaltung und den Wasserhaushalt. Zudem dient er der Bodenfruchtbarkeit, dem Artenschutz und der landschaftsgebundenen Erholung für die Bevölkerung, wie es das Regionale Raumordnungsprogramm vorsieht.

Übrigens: Was den Bestand von Waldflächen im Verhältnis zum Gesamtumfang der jeweiligen Städte- und Gemeindeflächen im Landkreis Vechta angeht, ist die Gemeinde Holdorf spitze. 25 Prozent der Gemeindefläche von Holdorf, das sind zirka 1370 Hektar, ist mit Wald bedeckt, so ist es im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises nachzulesen. Erst mit je 16,2 Prozent Flächenanteil folgen die Stadt Damme und die Gemeinde Visbek.

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