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In der Sache "Sporthalle" gibt es keine Annäherung

Stadtverwaltung und Vereine tauschen sich über die Entwicklung im Vechtaer Ortsteil Oythe aus. Weitere Gespräche sollen folgen.

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Oythe wächst und wächst. Die Luftaufnahme vermittelt einen Eindruck, wie sich der Wohnungsbau in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Nun bedarf es zusätzlicher Betreuungsplätze im Schul- und Kindertagesstättenbereich. Foto: Stadt Vechta

Oythe wächst und wächst. Die Luftaufnahme vermittelt einen Eindruck, wie sich der Wohnungsbau in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Nun bedarf es zusätzlicher Betreuungsplätze im Schul- und Kindertagesstättenbereich. Foto: Stadt Vechta

Die Interessengemeinschaft "Unser schönes Oythe" (IGO) hatte in einem offenen Brief Mitte Januar gleich mehrere Themen angesprochen, die vielen Bürgerinnen und Bürgern in dem Vechtaer Stadtteil unter den Nägeln brennen. Vor allem an der geplanten Schulerweiterung und der Sporthallen-Situation erhitzten sich die Gemüter. Zur Information und Verständigung sollte nun ein Austausch zwischen Verwaltung sowie Vereinen und Gruppen beitragen.

In der rund einstündigen Videokonferenz standen jede Menge aktuelle Themen auf dem Programm. Die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Kristian Kater (SPD) – er wohnt ebenfalls in Oythe –  zeichnete ein Gesamtbild der Entwicklungen. Nicht in allen Punkten herrschte Einvernehmen in der Runde, aber der digitale Informationsaustausch wurde von allen Seiten grundsätzlich begrüßt.

"Es war gut, mit den vielen Vereinen und Gruppen, die das gesellschaftliche Leben in Oythe prägen, auch in dieser Situation ins Gespräch zu kommen", berichtete der Bürgermeister auf Anfrage. Eine solche Veranstaltung könne auch für andere Gemeinschaften ein gutes Format sein. Schon in Kürze sollten Videokonferenzen für die Ortsteile Hagen und Bergstrup stattfinden.

Die Pläne für die Sportstätte liegen auf dem Tisch. Der Bau des neuen Tribünen- und Kabinentraktes soll bis zum Jahr 2023 abgeschlossen sein. Zeichnung: Stadt VechtaDie Pläne für die Sportstätte liegen auf dem Tisch. Der Bau des neuen Tribünen- und Kabinentraktes soll bis zum Jahr 2023 abgeschlossen sein. Zeichnung: Stadt Vechta

Die Interessengemeinschaft nahm das Angebot der Verwaltung gerne an. "Ich begrüße es grundsätzlich, wenn eine Kommune ihre Bürger über Planungsstände informiert. Das ist hier gemacht worden", sagte Sprecher Ulrich Wichmann. Er habe den Austausch als "sehr gut und informativ" empfunden. Die Vereinsvertreter hätten die Gelegenheit gehabt, ihre Anregungen vorzutragen.

Baugebiete haben Auswirkungen auf Infrastruktur

Laut Mitteilung der Stadt gingen Fachbereichsleiterin Christel Scharf und Fachdienstleiter Wolfgang Heuser zunächst auf die Wohnbauentwicklung auf dem Telbraker Esch in den vergangenen Jahren ein. Mit den Baugebieten Boegel I und II entstehen im Siedlungsgebiet westlich der Telbraker Straße weitere Wohnhäuser. Das hat Auswirkungen auf die Infrastruktur.

Durch die Erweiterung der Marienschule und den Bau einer neuen Kindertagesstätte will die Kommune die Zahl der Betreuungsplätze in Oythe weiter ausbauen. Ein neues Verkehrskonzept sieht vor, Schulwege sicherer zu machen, die Straßenbeleuchtung in Oythe insgesamt zu verbessern und die Verkehrssituation an der Kreuzung Oythe/Telbraker Straße zu optimieren.

Im Zuge der Schulerweiterung hatte die Interessengemeinschaft den Bau einer Zweifeldsporthalle gefordert, um zusätzliche Kapazitäten für den Schul- und Vereinssport zu schaffen. "Die Turnhalle polarisiert in Oythe", so Wichmann. Er und seine Mitstreiter mussten in der Videokonferenz feststellen, dass an der aktuellen Planung aus finanziellen Gründen nicht gerüttelt wird.

Die Sporthalle wird nicht abgerissen

Erste Stadträtin Sandra Sollmann bekräftigte, dass der Verwaltungsausschuss nach den Vorberatungen im Schulausschuss entschieden habe, dass die alte Sporthalle nicht abgerissen und eine Erweiterung der Marienschule westlich der bestehenden Halle auf der sogenannten Friedhofserweiterungsfläche vorgenommen werden soll. Diese Entscheidung sei nach Austausch aller Argumente gefallen.

Eine gute Nachricht gab es dennoch für den VfL Oythe, der mit einem weiteren Ausbau seiner Sportstätte rechnen kann. Fachdienstleiter Ralf Schillmöller gab bekannt, dass die Hochbauarbeiten auf dem Oyther Berg voraussichtlich bis zum Herbst 2022 abgeschlossen sein sollen. Dazu zählt der Bau eines Tribünen- und Kabinentraktes. Bis 2023 soll die Gesamtmaßnahme fertiggestellt sein.

Letzter Bauabschnitt auf der Oyther Straße

Auf der Oyther Straße zeichnet sich derweil ein Ende der Bauarbeiten ab. Die beauftragte Firma sei im letzten Bauabschnitt angekommen, teilte Fachbereichsleiterin Scharf mit. Die Straße wird bekanntlich auf einer Länge von 1,1 Kilometern grundlegend erneuert, was unter anderem Kanalbauarbeiten und das Verlegen von Versorgungsleitungen beinhaltet.

Das "Team Integration" der Stadt Vechta hatte sich den Oyther Vereinen und Verbänden bereits im September 2020 vorgestellt. Diskutiert wurden dabei die Frage, wie Menschen mit Migrationshintergrund in das Vereinsleben und insbesondere in dem wachsenden Ortsteil auf dem Telbraker Esch in das tägliche Leben eingebunden werden könnten.

Neuer Arbeitskreis für den Ortsmittelpunkt

Ein Ergebnis der Videokonferenz war, dass sich die Beteiligten mit dem Ortsmittelpunkt in Oythe noch weitergehend befassen werden. Auch in diesem Punkt hatte die Interessengemeinschaft noch erhebliches Potenzial gesehen, um einzelne Bereiche attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Die Vereine sollen dem Bürgermeister nun Vertreter für einen Arbeitskreis benennen.

Sobald es die Corona-Pandemie zulässt, will die Interessengemeinschaft eine öffentliche Veranstaltung auf die Beine stellen, damit Bürger und Politik in Dialog treten können. Es habe diesbezüglich bereits einen Austausch von Argumenten mit den Fraktionsvertretern von CDU, SPD und VCD gegeben, berichtete Wichmann. Er versicherte: "Wir bleiben weiter am Ball."

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