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In der Motorradgruppe sind auch Rollerfahrer willkommen

Die Saterländer "Motorrad-Roller-Freunde" sind lieber gemütlich unterwegs. Einmal im Monat geht es auf Tour, schneller als 80 km/h wird dabei kaum gefahren.

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"Moped"-Fahrer: Wenn er wollte, könnte Hans-Jürgen Kramer mit seiner BMW über 200 km/h schnell fahren. Er cruist jedoch lieber mit den Motorrad-Roller-Freunden gemütlich übers Land.

"Moped"-Fahrer: Wenn er wollte, könnte Hans-Jürgen Kramer mit seiner BMW über 200 km/h schnell fahren. Er cruist jedoch lieber mit den Motorrad-Roller-Freunden gemütlich übers Land.

Wenn Hans-Jürgen Kramer von seinem Moped spricht, kann eine Nachfrage nicht schaden. Denn ein Moped ist eigentlich ein Kleinkraftrad mit maximal 50 Kubikzentimeter Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Kramers "Moped" hingegen ist eine ausgewachsene BMW K 1100 RS mit rund 100 PS. Über 200 km/h könnte er damit fahren, aber darum geht es Kramer nicht. "Wir cruisen mit unserer Gruppe ganz gemütlich mit 80 durch die Gegend", sagt er. "Wir wollen einfach Spaß haben."

Die "Gruppe", das sind die Motorrad-Roller-Freunde aus dem Saterland. Wobei die Ortsbezeichnung eher irreführend ist. Treffpunkt für die gemeinsamen monatlichen Touren ist der Hafen in Barßel, die rund 45 Mitglieder im Alter von 40 bis 80 Jahren kommen aus dem ganzen Nordkreis und umzu.

Der Begriff "Roller" allerdings hat durchaus seine Berechtigung. "Wir haben zwei, die tatsächlich mit dem Motorroller mitfahren", erzählt Kramer. "Wenn die Maschinen die 100 km/h schaffen, ist alles im grünen Bereich." 

„Wir sind nicht so ein Verein mit Kutte, Vereinshaus und monatlichem Beitrag.“Hans-Jürgen Kramer, Organisator "Motorrad-Roller-Freunde"

Die Gruppe gibt es seit 2012, ins Leben gerufen hatte sie Wolfgang Müller, der 2014 verstorbene Pastor in Elisabethfehn. "Wolfgang war wie ein Vater für mich", sagt Kramer, der erst vor 15 Jahren aus dem Ruhrpott nach Strücklingen gezogen ist. "Ich will fortsetzen, was er ins Leben gerufen hat." Seine Verbundenheit zu Müller dokumentiert der gelernte Altenpfleger auch auf seiner Warnweste, die er bei jeder Ausfahrt trägt. Auf der Rückseite ist unter anderem ein Kreuz mit den Initialen WM eingestickt. "Selbst gestickt natürlich", sagt Kramer. "Wie alles andere auf der Weste auch."

Die Weste dokumentiert auch, was die Motorrad-Roller-Freunde von anderen Motorrad-Clubs unterscheidet. "Wir sind nicht so ein Verein mit Kutte, Vereinshaus und monatlichem Beitrag", betont der 68-Jährige. Am 2. Donnerstag eines Monats trifft sich, wer Lust hat, im Bistro Cappuccino in Strücklingen. Am Samstag danach ist gemeinsame Ausfahrt. "Meist sind wir samstags dann so 20 bis 25 Leute", sagt Kramer. Und zumeist Männer: Lediglich zwei Frauen zählen zur Gruppe. "Das könnten gerne noch ein paar mehr sein", sagt Kramer, der sich allerdings über jeden neuen Teilnehmer freut.

8 Stunden für 200 bis 300 Kilometer

Die Touren haben immer ein konkretes Ziel. "Die Leute geben mir Tipps, wo man hinfahren könnte", erzählt Kramer, der bei der Planung von ein paar Helfern unterstützt wird. "Ich habe eine ganze Liste mit Ausflugszielen, die wir ansteuern können." 200 bis 300 Kilometer sind die Touren lang, regelmäßige Pausen gehören dazu. Um 9.30 Uhr ist Treffpunkt am Barßeler Hafen, pünktlich um zehn Uhr werden die Maschinen angelassen. 

Die Routen führen ausschließlich über Land- und Bundesstraßen,  Autobahnen vermeidet die Gruppe. 8 bis 9 Stunden dauert so eine Ausfahrt, ziemlich lang also für 300 Kilometer. "Wir fahren ja bewusst gemütlich, steuern Rastplätze an für längere Pausen und fahren natürlich auch viel durch Dörfer und Orte", erläutert Kramer den Zeitaufwand. Und beim Ziel ist auch immer eine Besichtigung geplant.

Am 14. August etwa soll es zu einer Brennerei gehen - ein gewagtes Ziel für eine Gruppe Motorradfahrer. "Natürlich trinken wir da nichts, zumindest keinen Alkohol", sagt Kramer. "Aber ich packe einfach mal leere Flaschen ein, vielleicht können wir die Proben, die wir dort nicht trinken, stattdessen für den nächsten Stammtisch mitnehmen."

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