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In der Corona-Not hat Margot Beuse etwas Neues erschaffen

Sehr persönliche Ansichten: Zehn Fragen an Margot Beuse. Die Floristin betreibt das Geschäft "Dat Bleumken" in Dinklage.

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Sie liebt ihren Beruf als Floristin über alles: Margot Beuse. Foto: M. Niehues

Sie liebt ihren Beruf als Floristin über alles: Margot Beuse. Foto: M. Niehues

Und? Wie ging es in letzter Zeit? 
An diesem Valentinstag bin ich 10 Jahre mit meinem Floristin-Geschäft in Dinklage selbstständig. 2020 kam Corona und damit der Lockdown, von jetzt auf gleich. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet. Emotional war ich in der Zeit fertig, wusste zuerst nicht, wie's weitergehen sollte. Aus der Not heraus habe ich mir dann überlegt, einen Lieferservice ins Leben zu rufen. Aber: Wie die Blumen an den Mann oder die Frau bringen? Meine Kinder Jessica und Lukas und die Tochter meines Lebensgefährten Vivien haben mir dann dazu geraten, Facebook und Instagram zu nutzen. Vivien hat blumige Arrangements schön in Szene gesetzt und die Fotos dort geteilt. Das kam – Gott sei Dank – bei Jung und Alt sehr gut an. Dadurch habe ich mich einigermaßen durch die Corona-Krise gearbeitet. An dieser Stelle deshalb ein großes Dankeschön an meine Kundschaft für die Treue in dieser Zeit! Corona hat uns verändert, die Stimmung ist gedrückt. Aber es hat mich auch nach vorne gebracht. Ich habe aus der Not etwas Neues geschaffen. Man muss sich immer weiter entwickeln, trotz wirtschaftlicher Notlage. 

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Ich habe mir das erste Mal in 10 Jahren eine 14-tätige Auszeit gegönnt. Weil ich doch etwas ausgebrannt war nach den zwei Jahren Pandemie. Trotz eines schlechten Gewissens habe ich es ausgehalten. Das tat mal gut. Auch an dieser Stelle noch einmal ein Danke für das Verständnis meiner Kundschaft.

Wenn Sie König/in von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Die Versteuerung der Rente müsste weg. Dafür würde ich eine Rentner-WG unterstützten oder die Option, das Zusammenleben von Jung und Alt in einer Wohngemeinschaft zu fördern.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Ein großer Traum ist es, einmal nach Irland oder Schottland zu reisen und dort das Urtypische kennenzulernen. 

Was tun Sie am liebsten?
Arbeiten. Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe es mit meiner kleinen Fellnase Theo und mit meinem Bernd zu spazieren und viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Leider haben wir zu wenig Zeit, uns zu treffen.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?
Wenn ich ich etwas will, kann ich sehr stur sein. Aber ich mag meine Geselligkeit. Und ich mag mich so, wie ich bin. Eigentlich bin ich trotz meiner Fehler ganz gut geraten.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Ich gucke eigentlich fast alles, im Moment auch politische Sendungen. Ansonsten mag ich amerikanischen Crime, aber auch alte Filme mit Theo Lingen und Heinz Erhardt. Die hatten noch einen unverfälschten und guten Humor.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Gerne mit Willy Brandt oder Helmut Schmidt, auch wenn das heute leider nicht mehr geht. Das waren für mich besondere Persönlichkeiten. Die beiden könnten uns heute Orientierung geben.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Ich würde gerne ein Kohlessen machen mit unserer Schützenkompanie "Grenzjäger". Ich bin im Jahr 2020 Kohlkönigin geworden. Meinen Titel möchte ich gerne endlich weitergeben können. Ich würde mich freuen, wenn ich das im nächsten Januar ohne Abstand machen kann.

Welches Thema in den lokalen Medien hat Sie am meisten beschäftigt?
Corona lässt mich nicht los. Darüber mache ich mir viele Gedanken. Schlimm ist die Spaltung der Gesellschaft. Hoffentlich hört das alles bald auf.


Zur Person:

  • Margot Beuse ist 58 Jahre alt, lebt in einer Beziehung und hat zwei erwachsene Kinder: Jessica (31) und Lukas (27).
  • Die Floristin betreibt in Dinklage das Blumengeschäft „Dat Bleumken“.
  • Sie beschreibt sich selbst als leidenschaftliche Dinklagerin, lebt in Essen/Oldenburg.

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