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In den "Heimatkorb" aus Visbek kommt nur Regionales

Seit dem vergangenen September bieten Franziska und Dennis Busse Präsentkörbe, in denen ausschließlich Produkte aus Visbek und umzu zu finden sind. Das Konzept kommt gut an.

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Leckereien aus der Region: Im "Heimatkorb" von Franziska und Dennis Busse finden sich nur Produkte aus Visbek und umzu. Foto: C. Meyer

Leckereien aus der Region: Im "Heimatkorb" von Franziska und Dennis Busse finden sich nur Produkte aus Visbek und umzu. Foto: C. Meyer

Dennis Busse beschreibt sich als spontanen Menschen, als jemand, der auch mal ein Risiko eingeht. So lässt sich vermutlich erklären, dass der Visbeker im vergangenen September – mitten in der Corona-Pandemie – mit dem "Heimatkorb" gestartet ist. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Franziska bestückt er Präsentkörbe ausschließlich mit Produkten aus Visbek und umzu. Und das eindeutig mit Erfolg, denn: "Wir sind jetzt schon weiter, als wir im September je gedacht hätten", sagt Dennis Busse.

Doch von Anfang an. Wie ist der 36-Jährige überhaupt darauf gekommen? "Spontan", sagt er und lacht. Der frischgebackene Betriebswirt wollte das Wissen aus seiner Fortbildung auch praktisch anwenden. "Ich wollte mir schon immer was Eigenes aufbauen", sagt Busse. Also habe er überlegt, was in Visbek noch nicht angeboten werde. Dabei sei ihm aufgefallen, wie viele "tolle Sachen hier produziert werden". Also warum nicht das Beste herauspicken und daraus einen Präsentkorb machen? Mit dem Segen der Ehefrau und der Bestätigung aus der Familie, dass die Idee gut sei, war der "Heimatkorb" geboren.

Puzzle-Arbeit: Dennis Busse legt beim Bestücken des Korbs auch auf die Optik wert. Foto: C. MeyerPuzzle-Arbeit: Dennis Busse legt beim Bestücken des Korbs auch auf die Optik wert. Foto: C. Meyer

Daraufhin habe er eine Aufstellung der Produkte gemacht, die für so einen Präsentkorb geeignet seien. Mit dieser Liste "sind wir an einem Samstag die Unternehmen abgefahren", sagt Busse. Der Visbeker habe den Unternehmern seine Idee vorgestellt und darum geworben, ihre Produkte in den "Heimatkorb" aufnehmen zu dürfen. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. "Alle, die wir angefragt haben, haben auch zugesagt", sagt Franziska Busse. So finden sich unter anderem Ziegenkäse von der Hofkäserei Michelbrand 7 Ziegen, Schokolade vom Schoko-Laden wie auch Forelle vom Forellenhof Holzenkamp in dem Visbeker "Heimatkorb".

Von der Idee bis zur Umsetzung des ersten Korbs vergingen gerade einmal 2 bis 3 Monate. Relativ viel Zeit habe es aber gekostet, das richtige Verpackungsmaterial zu finden. Ursprünglich wollte das Paar einen echten Weidenkorb verwenden. "Aber das war zu teuer", gibt Dennis Busse zu. Also musste eine Alternative her, die günstiger ist, aber optisch trotzdem "was hermacht". So ist er bei einem Korb aus Pappe fündig geworden, der in Holzoptik gestaltet ist.

Eine weitere "Schwierigkeit" des Korbs seien die vielen hochwertigen Produkte, die eben ihren Preis hätten, sagt Busse. "Aber wir setzen auf Regional und Qualität." Er denke, dass sich dieses Konzept durchsetze. "Gerade wegen Corona. So kann man die Einzelhändler vor Ort unterstützen", sagt er. Das habe er auch im Hinterkopf gehabt, als er mit dem "Heimatkorb" angefangen hat.

Bislang wird alles daheim gemacht

So kostet der "kleinste" Korb 40 Euro und enthält etwa 10 Produkte. Bestückt werde flexibel. Kunden könnten zum Beispiel Wünsche äußern oder es müsse darauf geachtet werden, ob das eine oder andere Produkte lieferbar sei. Die Größe des Korbs sei aber in jeder Preiskategorie (bis 100 Euro) gleich, sagt Franziska Busse. Der Wert und die Menge des Inhalts steige mit dem Preis. "Wir hatten überlegt, Körbe für 25 Euro anzubieten" sagt Dennis Busse. Aber es habe sich schnell herausgestellt, dass sich das nicht rentiere.

Die bestellten Körbe müssten derzeit noch bei Busses abgeholt werden. "Wenn die Zahlen es irgendwann hergeben, wollen wir auch liefern", sagt Dennis Busse. Aktuell kann das Paar 10 bis 12 Körbe pro Tag machen. Alles werde daheim in den eigenen 4 Wänden umgesetzt. Ein Zimmer im Obergeschoss dient bislang als Arbeitszimmer und Lagerraum für Produkte mit längerer Haltbarkeit. Falls sich "Heimatkorb" weiterhin so gut entwickle, müsse eventuell ein größerer Lagerraum oder eine Halle gefunden werden, lassen sie wissen. "Frische Artikel liegen bei uns maximal einen Tag", versichert Dennis Busse. Ehefrau Franziska erledige die Besorgungen meistens am Nachmittag.

Fast fertig: Im Heimatkorb ist so manche Leckerei zu finden. Foto: C. MeyerFast fertig: Im "Heimatkorb" ist so manche Leckerei zu finden. Foto: C. Meyer

Sie arbeitet in Teilzeit vormittags. Dennis Busse ist in Vollzeit bei ForFarmers in Langförden beschäftigt. Für "Heimatkorb" haben sie ausschließlich in ihrer Freizeit Zeit. Bislang sei auch nicht geplant, daran etwas zu ändern. "Wir gucken, wie sich das entwickelt." Noch hätten sie viel Spaß daran. Viel Unterstützung bekommen sie unter anderem von der Familie. So helfen die Eltern mal aus, wenn es darum geht, Artikel zu besorgen oder Körbe zu bestücken.

Die Vermarktung findet derzeit ausschließlich über Social Media statt. Das erreiche dann vornehmlich ein jüngeres Publikum, sagt Dennis Busse. Gerne würden sie auch mehr Ältere mit ihren "Heimatkörben" ansprechen. Die Kunden, die aber bislang auf die Idee von Busse aufmerksam geworden sind, geben durchweg positives Feedback, sagt er. "Wir sind aber immer für Kritik und Anregungen offen."

So haben Busses sogar schon Stammkundschaft. Ein großes Visbeker Unternehmen bestelle regelmäßig die "Heimatkörbe". Besonders zu Weihnachten habe es für das Paar ordentlich zu tun gegeben. "Über 1.000 Körbe haben wir verkauft", sagt Dennis Busse. Er beobachtet zudem eine Verschiebung des Kundenkreises. Seien es zu Anfang überwiegend Privatpersonen gewesen, die einen "Heimatkorb" haben wollten, sind es jetzt zunehmend Gewerbetreibende. Das habe wahrscheinlich auch mit der Corona-Pandemie zu tun. "Lockdown, keine Partys – also keine Körbe", fasst Franziska Busse es knapp zusammen.

"Heimatkorb" mit Produkten aus anderen Orten

Die Idee „Heimatkorb“ findet aber so viel Anklang, dass es mittlerweile eine zweite Variante gibt. Startete Dennis Busse im September mit einem Präsentkorb ausschließlich bestückt mit Visbeker Produkten, gibt es seit etwa einer Woche die Variante "Vechtaer Region". Darin finden sich Artikel von Unternehmen aus dem ganzen Landkreis, wie beispielsweise Loeffelnuss aus Goldenstedt.

"Warum nur die Visbeker glücklich machen", dachte sich Dennis Busse und nahm sich vor, noch mehr Menschen ansprechen zu wollen. "Erst hatte ich überlegt, einen Korb pro Gemeinde zu machen", sagt er. Also das Konzept des Visbeker Heimatkorbes auf die anderen Kommunen des Kreises zu übertragen. Allerdings verwarf er die Idee schnell. "Dafür fehlt mir das Know-How in den Orten. Ich kenne mich zu wenig aus." Trotzdem wollte er die "coolen Produkte" aus der Region mitnehmen und die Hersteller unterstützen. Er hofft, dass er den "Heimatkorb Vechtaer Region" künftig vielfältiger gestalten kann. Dafür sucht er vor allem Produkte, die noch gar nicht in den Präsentkörben vertreten sind. Wer Interesse habe, dürfe sich gerne bei ihm melden, sagt Dennis Busse.

  • Info: Nähere Informationen zum "Heimatkorb" gibt es hier.

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