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In den Beruf geschnuppert: Praktikum weist Schülern den Weg

Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Arbeit: Rund 80 Löninger Gymnasiasten sahen sich zwei Wochen lang in den Firmen um. Die Elftklässler absolvierten ihr zweites Schulpraktikum.

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Hat den Durchblick: Emelie Albers machte ihr Praktikum beim Optiker. Foto: Vornholt

Hat den Durchblick: Emelie Albers machte ihr Praktikum beim Optiker. Foto: Vornholt

In der Löninger Polizeistation klingelt das Telefon:  Ein Unfall ist geschehen. Die Beamten rücken aus. Mit dabei ist Laura Thien. Die 16-jährige Praktikantin darf den Polizeiberuf zwei Wochen lang aus nächster Nähe kennenlernen.  

Eintauchen in den Arbeitsalltag: Jedes Jahr nach den Herbstferien haben die Elftklässler des Copernicus-Gymnasiums dazu Gelegenheit. Dabei haben sie die Qual der Wahl. Abgesehen von elterlichen Unternehmen und Ein-Mann-Betrieben können sich die Jugendlichen ihren Platz  selbst aussuchen. Für Laura Thien war schnell klar: Sie möchte zur Polizei. Die junge Vinnerin fuhr mit auf Streife, nahm Anzeigen auf und war bei Einsätzen dabei. "Ich habe viel Spaß an diesen Aufgaben", berichtet sie. Mittlerweile kann sie sich gut vorstellen, nach der Schule Polizistin zu werden. Damit hätte sich das Praktikum für sie mehr als gelohnt.

"Meine Erwartungen an das Praktikum haben sich erfüllt."Jule Richter (16), Schülerin des Copernicus-Gymnasiums

Doch auch wer seinen Traumjob nicht auf Anhieb findet, profitiert. Die Zeit im Betrieb soll den Jugendlichen erste Einblicke in den Berufsalltag vermitteln. Dabei kommt es auch zum Rollentausch.  Für ein Praktikum an der Gelbrinkschule hatten sich Jette Hemme, Jule Richter und Mara Röwe entschieden. Zwei Wochen lang wurden die Löninger Grundschüler im Doppelpack unterrichtet. Jeden Tag waren die drei Gymnasiastinnen vier Stunden lang im Unterricht dabei. Am Nachmittag ging es dann in die Hausaufgabenbetreuung oder in eine der vielen AG's. "Meine Erwartungen an das Praktikum haben sich erfüllt", sagt Jule  Richter. Schon von klein auf habe sie den Wunsch gehabt, Lehrerin zu werden. Vom Kollegium wurde sie wohlwollend aufgenommen. Sogar eine Sportstunde durfte sie schon leiten. Die Arbeit mit Kindern macht ihr Spaß. "Manchmal kann sie natürlich auch etwas eintönig sein", gibt Jule Richter zu.

Durfte kreativ sein: Emma Müller bei der Bearbeitung von Fotografien. Foto: VornholtDurfte kreativ sein: Emma Müller bei der Bearbeitung von Fotografien. Foto: Vornholt

Auch ihre Mitstreiterinnen sind  zufrieden. "Es macht echt Freude, den Kindern über die Schulter zu schauen und ihnen zu helfen", sagt Mara Röwe. Dabei waren auch ihre Fähigkeiten als Streitschlichterin gefragt. Jette Hemme ist ihrer Berufsentscheidung ebenfalls ein Stück näher gekommen. In der Grundschule sieht sich das Trio später aber eher nicht. Alle drei würden lieber an einem Gymnasium unterrichten.  

CGL'er haben sich für viele unterschiedliche Bereiche entschieden

In einen Gesundheitsberuf blickte Emelie Albers hinein. Schon  in der Klasse 9 hatte sie bei einem Zahnarzt hospitiert. Im Löninger Optikergeschäft Zeeden gefiel ihr vor allem der Wechsel zwischen Werkstatt und Kundenberatung. Das Handwerk ist anspruchsvoll und aller Anfang schwer: "Bei den ersten Malen habe ich das Schleifen der Brillengläser nicht gut hinbekommen." Inzwischen habe sie sich verbessert, sagt die 17-Jährige stolz.

Auch Emma Müller fühlte sich bei ihrem Praktikum wohl. Die 16-Jährige absolvierte es bei Foto Rensen in Löningen. Nur zum Zuschauen war sie nicht da. Per Photoshop sorgte sie für die Nachbearbeitung von Bildern.  Zudem hat sie auch eigene Fotos gemacht und bei Außenterminen wie einer goldenen Hochzeit mitgeholfen.

Willkommene Hilfe: Sydney Gräf und DiPrint-Inhaber Werner Rosemeyer arbeiten gemeinsam an neuen Jahreskalendern. Foto: VorholtWillkommene Hilfe: Sydney Gräf und DiPrint-Inhaber Werner Rosemeyer arbeiten gemeinsam an neuen Jahreskalendern. Foto: Vorholt

Kreativ sein durfte auch Sydney Gräf. In der Druckerei DiPrint entwarf sie eine Geburtstagskarte. Ihr Berufswunsch steht längst fest: "Ich möchte Mediengestalterin und Grafikdesignerin werden." Bereits ihr erstes Schulpraktikum hatte sie in einer Druckerei absolviert.  Bei DiPrint erledigte sie buchbinderische Arbeiten und bedruckte  T-Shirts.  Außerdem mussten die neuen Jahreskalender fertig gemacht werden.

Alle hatten also genug zu tun.  Auch die Lehrer der Fachschaft Politik zeigten großen Einsatz, um das Praktikum möglich zu machen. Im vergangenen Jahr hatte es pandemiebedingt ausfallen müssen. Jürgen Hespe ist froh, dass es diesmal klappte. "Die Schüler gehen mit großen Schritten auf das Abitur zu. Da sollte das Praktikum nicht ausbleiben", sagt der Pädagoge. Ziel sei es,  Unternehmen kennenzulernen und neue Eindrücke  zu gewinnen. Damit die Berufswahl nicht allzu schwer werde, komme auf die Elftklässler im zweiten Halbjahr zusätzlich das Fach "Berufsorientierung" hinzu.

  • Info: Die Autorin des Artikels, Imke Vorholt, ist selbst Schülerin des Copernicus-Gymnasiums. Sie hat ihr Praktikum in der Außenredaktion von OM-Medien in Löningen absolviert.

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