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In Bösel explodieren die Grundstückspreise

Laut Gutachterausschuss kostete ein durchschnittlicher Bauplatz in der Gemeinde im vergangenen Jahr 70.000 Euro. 2019 war der Quadratmeter noch für 54 Euro zu haben, 2020 waren es dann 100 Euro.

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Begehrtes Bauland: In Bösel ist die Nachfrage nach Baugrundstücken und Wohnhäusern deutlich gestiegen. Auch bei den Preisen ging es steil nach oben, ein Quadratmeter Bauland kostete durchschnittlich 100 Euro - 85 Prozent mehr als noch 2019. Archivfoto: Wimberg

Begehrtes Bauland: In Bösel ist die Nachfrage nach Baugrundstücken und Wohnhäusern deutlich gestiegen. Auch bei den Preisen ging es steil nach oben, ein Quadratmeter Bauland kostete durchschnittlich 100 Euro - 85 Prozent mehr als noch 2019. Archivfoto: Wimberg

Wohneigentum wird auch im Nordkreis immer teurer. In seinen neuesten Zahlen zeigt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte, wie sich die Bautätigkeit, die Preise und der Flächenbedarf im vergangenen Jahr entwickelt haben. Landkreisweit den größten Sprung macht dabei die Gemeinde Bösel. Hier hat sich der mittlere Preis für einen Quadratmeter Bauland inklusive Erschließungskosten fast verdoppelt.

Exakt 100 Euro wurden 2020 in der Gemeinde pro Quadratmeter Grundstück durchschnittlich fällig. Nur in Cloppenburg (125 Euro), Cappeln (106 Euro) und Friesoythe (102 Euro) waren die Preise höher. Damit hat sich Bösel in der Tabelle vom vorletzten auf den vierten Platz vorgearbeitet. 2019 kostete der Quadratmeter in Bösel nur 54 Euro, lediglich Molbergen (40 Euro) war damals günstiger. In Friesoythe stieg der Preis pro Quadratmeter moderat von 100 auf 102 Euro.

Zahl der Verkäufe von Baugrundstücken um 44 Prozent gestiegen

Im Gegensatz zum Durchschnittspreis ist die mittlere Größe bei den Böseler Bauplätzen gesunken. Sie lag 2020 bei 700 Quadratmetern, 2019 waren es noch 790 gewesen. 70.000 Euro wurden damit für einen Bauplatz im Schnitt fällig. In Friesoythe ging es hingegen in die entgegengesetzte Richtung: Die Durchschnittsgröße eines Bauplatzes lag 2020 hier bei 725 Quadratmetern, 40 Quadratmeter mehr als im Jahr davor. Das entspricht einem Durchschnittspreis von 74.000 Euro.

Sprung nach oben: In Friesoythe und im Kreis stieg der mittlere Kaufpreis für einen Bauplatz moderat, in Bösel deutlich. Grafik:  GrünlohSprung nach oben: In Friesoythe und im Kreis stieg der mittlere Kaufpreis für einen Bauplatz moderat, in Bösel deutlich. Grafik: Grünloh

Der gestiegene Preis könnte in Bösel durchaus etwas mit einer deutlich gewachsenen Nachfrage zusammenhängen. Die Zahl der verkauften Baugrundstücke steig von 32 im Jahr 2019 auf 46 im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Plus von 44 Prozent, während in vielen anderen Kommunen des Landkreises im Vergleich zu 2019 weniger oder etwa gleich viele Bauplätze verkauft wurden. In Friesoythe sank die Anzahl der getätigten Käufe von 71 auf 69.

Auch bei den bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern war die Nachfrage in Bösel besonders groß. 41 Kaufverträge wurden dem Gutachterausschuss von den Notaren im Jahr 2020 gemeldet, das sind 52 Prozent mehr als im Jahr davor.

Wohnungen, Reihen- und Doppelhäuser spielen nur eine geringe Rolle

In Friesoythe wurden 91 Käufe von Ein- und Zweifamilienhäusern notariell beurkundet. Das ist ein Plus von zwölf Prozent. Reihenhäuser und Doppelhaushälften spielen mit vier Verträgen in Bösel und sieben Verträgen in Friesoythe nur eine untergeordnete Rolle.

Gleiches gilt zumindest in Bösel auch für das Wohnungseigentum. Gerade mal ein Wohnungsverkauf (minus 86 Prozent) wurde aus der Gemeinde 2020 notariell gemeldet. In Friesoythe waren es immerhin 27, das entspricht einem Zuwachs um 17 Prozent.

Der gestiegenen Zahl der Verkäufe entsprechend sind auch die Finanzumsätze bei den Wohnhäusern gestiegen. 9,9 Millionen Euro flossen 2020 beim Kauf von Ein- und Zweifamilienhäusern in Bösel, das sind 60 Prozent mehr als noch im Jahr davor. In Friesoythe steig das Finanzvolumen in diesem Segment um 21 Prozent auf 19,9 Millionen Euro.

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