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In Bakum wird wieder in den Ostergarten eingeladen

Nach 2017 und 2019 wird in diesem Jahr in der Gethsemane-Kirche wieder die Leidensgeschichte Jesu nachempfunden. Die Darstellung mit Erzählfiguren besticht durch Liebe zum Detail.

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Fleißig am Werkeln: Pfarrerin Andrea Hilgen-Frerichs und Pfarrer Karsten Hilgen bauen dieser Tage gemeinsam mit mehreren Helferinnen und Helfern den Ostergarten in der Bakumer Gethsemane-Kirche auf. Foto: C. Meyer

Fleißig am Werkeln: Pfarrerin Andrea Hilgen-Frerichs und Pfarrer Karsten Hilgen bauen dieser Tage gemeinsam mit mehreren Helferinnen und Helfern den Ostergarten in der Bakumer Gethsemane-Kirche auf. Foto: C. Meyer

Kartons, Eimer, Werkzeug verteilen sich auf dem Boden – noch sieht es etwas nach Baustelle innerhalb der Gethsemane-Kirche in Bakum aus. Doch dieser Zustand halte nur noch bis Sonntag an, verrät der evangelische Pfarrer, Karsten Hilgen. Das angestrebte Ergebnis der Arbeiten lässt sich bereits erahnen: Über mehrere Meter entlang zweier Kirchenwände – unter anderem dort, wo sich normalerweise der Altarbereich befindet – erstreckt sich der sogenannte Ostergarten. Nun zum dritten Mal. Bereits 2017 und 2019 hatte es ihn in der evangelischen Kirche in Bakum gegeben. Von Aschermittwoch (2. März) bis zum 24. April, dem Sonntag nach Ostern, wird die Leidensgeschichte Jesu mit biblischen Erzählfiguren nachempfunden.

Das Ganze erinnert an Krippen, wie man sie zur Weihnachtszeit kennt. Pfarrerin Andrea Hilgen-Frerichs spricht von einem Bibliodrama – nur eben mit Figuren. Die Idee, die Leidensgeschichte Jesu auf eine andere Art darzustellen, hatte das Pfarrer-Ehepaar 2016. Es sollte ein Gemeindeprojekt sein: „Von der Gemeinde für die Gemeinde“, sagt Karsten Hilgen. Gemeinsam mit Helferinnen und Helfern aus der Kirchengemeinde habe man für den ersten Ostergarten die sogenannten Egli-Figuren hergestellt. Das sei sehr aufwendig, berichtet Hilgen-Frerichs. Etwa 8 Stunden Arbeit stecken in einer Figur. Mehr als 50 gibt es mittlerweile. Um diese zu finanzieren – es bedarf eines speziellen Kurses für die Herstellung – gab es die Möglichkeit, Patenschaften für einzelne Figuren zu übernehmen. Das wurde sehr gut angenommen, berichten die Geistlichen.

Fast alles wurde selbst hergestellt

Neben den Figuren braucht es auch Kulissen. Diese sind ebenfalls fast alle in Handarbeit entstanden. Andrea Hilgen-Frerichs übernahm die künstlerische Gestaltung des Hintergrunds. Zahlreiche Gemeindemitglieder haben Häuser und beeindruckende Requisiten hergestellt. Der Ostergarten besticht durch seine Liebe zum Detail – und ist auch mit jedem Mal gewachsen, wie Karsten Hilgen schildert. Um alles aufzubauen, war die Gethsemane-Kirche in den vergangenen 2 Wochen geschlossen. Die Gottesdienste fanden im Gemeindehaus statt. Ein Kreis von elf festen Helferinnen und Helfern arbeitet gemeinsam mit dem Pfarrer-Ehepaar jeden Tag daran, den Ostergarten aufzubauen.

Fleißig am Werkeln: Pfarrerin Andrea Hilgen-Frerichs und Pfarrer Karsten Hilgen bauen dieser Tage gemeinsam mit mehreren Helferinnen und Helfern den Ostergarten in der Bakumer Gethsemane-Kirche auf.
Foto: C. Meyer
Esel halfen den Menschen damals beim Transport schwerer Lasten.
Foto: C. Meyer
Größenvergleich: In Bakum haben Freiwillige mehr als 50 biblischer Erzählfiguren selbst hergestellt. Für den Ostergarten hat sich die Kirchengemeinde zwei weitere, wie diese links, ausgeliehen. 
Foto: C. Meyer
An Details mangelt es dem Ostergarten nicht.
Foto: C. Meyer
Einblick in das Geschäft eines Webers.
Foto: C. Meyer
Der Alltag spielte sich im damaligen Jerusalem größtenteils draußen ab. Vieles fand auf den Dächern der Wohnhäuser statt. Auf diese historischen Begebenheiten nahmen die Helferinnen und Helfer beim Bau der Requisiten Rücksicht. 
Foto: C. Meyer
Einige Gemeindemitglieder verarbeiteten Eichenholz für den Bau der Häuser.
Foto: C. Meyer
Töpfer bieten ihre Waren an.
Foto: C. Meyer
Für die Herstellung von Wein darf eine Weinpresse nicht fehlen. Auch diese ist Handarbeit .
Foto: C. Meyer
Welche Szenen sich hier wohl abspielen?
Foto: C. Meyer
Vor den Toren der Stadt werden die Zelte aufgeschlagen. 
Foto: C. Meyer

Das Besondere ist, dass die Geschichte regelmäßig bis Ostern weitererzählt wird. Einmal die Woche ändert sich also das Geschehen im Ostergarten. „Das ist ein immenser Arbeitsaufwand“, weiß Andrea Hilgen-Frerichs. Fast jede der zahlreichen Figuren werde dafür in die Hand genommen und müsse neu platziert werden. Schließlich ändern sich die einzelnen Szenen kontinuierlich. Am Aschermittwoch (2. März) startet es mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Dafür wird zu 18 Uhr zu einer Andacht in der Gethsemane-Kirche eingeladen. Für eine halbe Stunde gebe es einen „Augenblick der Passion“. Diese Andachten finden daraufhin wöchentlich statt (siehe Termine).


Die Termine:

  • 2. März (Aschermittwoch): Einzug in Jerusalem, Andacht ab 18 Uhr.
  • 9. März: Tempelreinigung, musikalische Andacht mit Orgel und Cello ab 18 Uhr.
  • 16. März: Das letzte Abendmahl, Andacht ab 18 Uhr.
  • 23. März: Jesus in Gethsemane, Andacht ab 18 Uhr.
  • 27. März (Sonntag): Musik und Gesang im Ostergarten zur Kaffeezeit, ab 16 Uhr.
  • 30. März: Jesu Verurteilung, Andacht ab 18 Uhr.
  • 6. April: Auf dem Weg nach Golgatha, musikalische Andacht mit Posaunen ab 19.30 Uhr.
  • 13. April: Jesus wird ans Kreuz geschlagen, Andacht ab 18 Uhr.
  • 18. April (Ostermontag): Auferstehung, Komplett um 21 Uhr.
  • 20. April: Der ungläubige Thomas, Andacht ab 18 Uhr.

Dadurch, dass der Ostergarten jetzt zu seiner dritten Ausstellung so gewachsen ist, gibt es selbstverständlich auch Platz für Nebenschauplätze – abseits der Haupthandlung. So sei es möglich, einen Einblick in das tägliche Leben der damaligen Stadt Jerusalem zu gewähren, sagt Hilgen. Diese Szenen geben die Bibel nicht unbedingt her, also werde sich in einem Kreis aus Gemeindemitgliedern darüber Gedanken gemacht, was gezeigt werden könne, verrät der Pfarrer. Manches werde auch spontan beim wöchentlichen Umbau umgesetzt.

Der Ostergarten könne zudem in der Arbeit mit Konfirmanden eingesetzt werden, ergänzt Andrea Hilgen-Frerichs. Indem die Jugendlichen sich beispielsweise eine Figur aussuchen und sich fragen, was diese in dem Moment denkt. Die Erzählfiguren haben absichtlich keine Gesichter, sodass sie für keine Emotion festgelegt sind und flexibel eingesetzt werden können. In den kommenden Wochen gibt es für die Besucherinnen und Besucher des Ostergartens auf jeden Fall viel zu entdecken.

  • Info: Die Gethsemane-Kirche in Bakum wird zwischen Aschermittwoch und dem 24. April (Sonntag) täglich für Besucherinnen und Besucher des Ostergartens geöffnet sein. Für Gruppen werden auch Führungen, nach vorheriger Anmeldung, angeboten.

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