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In Altona ist Platz für 5 Bauplätze

Die Gemeinde Goldenstedt will Grundstücke an der Altonaer Straße veräußern und hat Richtlinien mit  Vergabekriterien und einem Punktesystem vorgelegt. Bewerber von hier sind im (Heim)Vorteil.

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Die Außenbereichssatzung umfasst vor allem den Kreuzungsbereich von Altonaer Straße und Haselmausweg. Foto: Ferber

Die Außenbereichssatzung umfasst vor allem den Kreuzungsbereich von Altonaer Straße und Haselmausweg. Foto: Ferber

Mit der öffentlichen Bekanntmachung am Mittwoch in der OV ist die vom Goldenstedter Gemeinderat im vergangenen Mai einstimmig beschlossene Außenbereichssatzung für den Ortsteil Altona in Kraft getreten. Sie erfasst unter anderem den Abschnitt der Altonaer Straße im Bereich des Abzweigs Haselmausweg, der in östlicher Richtung nach Einen führt. Mit Erlass und Veröffentlichung der Außenbereichssatzung "Altona" sind nun die baurechtlichen Voraussetzungen gegeben, um links der Altonaer Straße – von der Gabelung Haselmausweg aus gesehen – in nördlichem Verlauf bis zum kleinen Bolzplatz fünf neue Baugrundstücke ausweisen zu können.

Die jetzige Ackerfläche ist im vergangenen Jahr von der Gemeinde Goldenstedt erworben worden und befindet sich daher (noch) in ihrem Eigentum, erklärt Michael Wübbelmann, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Die einzeiligen Bauplätze werden seinen Angaben zufolge allesamt eine Größe von zirka 800 Quadratmetern haben.

"Es soll im Endeffekt mehr oder weniger ländlich strukturiert bleiben."Michael Wübbelmann, allg. Vertreter des Bürgermeisters

Für das, was darauf künftig umgesetzt werden darf, gibt die Satzung konkrete Vorgaben vor. So sind unter anderem nur Einzel- oder Doppelhäuser mit maximal 2 Wohnungen je Grundstück erlaubt. Ferner ist nur eine Bebauung bis zu maximal 30 Prozent der jeweiligen Grundstücksflächen zulässig; die Traufhöhe ist auf 6,50 Meter, die Firsthöhe auf 9,50 Meter begrenzt. Hintergrund dieser Maßgaben ist, dass die neuen Häuser ins Umfeld passen, keine Fremdkörper sein sollen. "Es soll im Endeffekt mehr oder weniger ländlich strukturiert bleiben", verdeutlicht Michael Wübbelmann. Den Rest der Fläche werde man aller Voraussicht nach ökologisch aufwerten. "Wir sind da auch im Dunstkreis einer Sauergasleitung und im Sicherheitsbereich eines Förderturms. Insofern können wir in Altona auch nicht viel mehr machen", erklärt der Fachbereichsleiter aus dem Bauamt.

Noch Ackerfläche, aber mittelfristig soll hier eine einzeilige Bebauung stattfinden. Foto: FerberNoch Ackerfläche, aber mittelfristig soll hier eine einzeilige Bebauung stattfinden. Foto: Ferber

Heißt: Wer in Altona bauen möchte, hat jetzt wahrscheinlich die letzte Chance. Um dabei eine möglichst neutrale und nachvollziehbare Vergabe zu gewährleisten, sind seitens der Gemeinde Goldenstedt Richtlinien erlassen worden. Darin finden sich unter anderem verschiedene Vergabekriterien, bei deren Erfüllung die Bewerber bestimmte Punkte erreichen können, woraus sich wiederum eine Reihenfolge der Kandidaten ergibt. "Das hätten wir natürlich nicht machen brauchen, wenn wir nur 5 Interessenten hätten", sagt Michael Wübbelmann. Bislang lägen im Rathaus zirka 15 Bewerbungen vor, wobei man bis Ende Januar noch entsprechende Unterlagen bei der Verwaltung einreichen könne, unterstreicht Goldenstedts Bauamtsleiter.

Zur Zielgruppe bei der Vergabe gehören (junge) Menschen, die einen Bezug nach Altona und dort noch kein Baugrundstück haben. In der Präambel der Richtlinien heißt es: "In Absprache mit der Einwohnerschaft aus Altona sollen diese Baugrundstücke insbesondere für die in Altona wohnenden Familien vorgesehen werden, um den sozialen Zusammenhalt insbesondere auch generationenübergreifend in der Ortschaft Altona zu stärken und zu festigen (...) und eine spätere eventuell notwendig werdende Betreuung im Alter durch Familienangehörige gewährleisten zu können." Die Richtlinien dienten dazu, dauerhafte, langfristige und nachhaltige Sesshaftigkeit in der Ortschaft zu ermöglichen, weil diese die soziale Integration und den Zusammenhalt in der örtlichen Gemeinschaft maßgeblich stärke.

Preis liegt bei 59 Euro pro Quadratmeter

Besonders viele Zähler (und damit gute Chancen) erreichen Kandidaten zum Beispiel, wenn sie 3 oder mehr minderjährige Kinder (8 Punkte) oder über 20 Jahre ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde Goldenstedt haben (12 Punkte). Wenn sie sich mehr als 10 Jahre lang ehrenamtlich engagieren, etwa in der Freiwilligen Feuerwehr oder in einem Verein (10 Punkte), oder wenn sie über 80-jährige Angehörige in gerader Linie haben, die in Altona leben (10 Punkte).

Für die Bauplätze ist ein Preis von 59 Euro/Quadratmeter veranschlagt. "Das ist sehr attraktiv, hängt aber auch damit zusammen, dass wir dort keine Schmutzwasserkanalisation haben", erläutert Michael Wübbelmann. Das bedeutet, dass die Bauherren eine eigene Kleinkläranlage errichten müssen. "Das kommt hier noch mal extra dazu. Und es werden wahrscheinlich Kompensationsleistungen zu tätigen sein." Mit fertiger Auswertung und Punkteranking rechnet der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters im Februar/März dieses Jahres. Final genehmigen muss die Grundstückskaufverträge am Ende der Rat. Danach kann losgelegt werden. Michael Wübbelmann: "Entsprechende Bauanträge werden dann nach der Satzung bei der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis Vechta, behandelt."

  • Info: Wer Interesse an einem der 5 Bauplätze in Altona hat, die Richtlinien samt Vergabekriterien zugeschickt bekommen, sich informieren oder sich bewerben möchte, kann sich noch bis Ende des Monats im Rathaus melden. Das geht schriftlich per Brief, per Mail an info@goldenstedt.de oder telefonisch bei Michael Wübbelmann unter 04444/ 200945.

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