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Impfzentrum weist 15-Jährige trotz eines Termins ab

Hannover vergibt bereits Termine für Jugendliche, vor Ort werden sie aber nicht durchgeführt. Am Abend hat die Ständige Impfkommission schließlich ihre offizielle Empfehlung veröffentlicht.

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Symbolfoto: Dittrich/dpa

Symbolfoto: Dittrich/dpa

Der Ärger war groß am Donnerstagmorgen bei einer Familie aus Essen. Wie der Vater im Gespräch mit OM online berichtet, hatte seine 15-jährige Tochter einen Termin beim Impfzentrum an der Talsperre. Dort wurde die Jugendliche jedoch abgewiesen, als Grund wurde ihr die zu diesem Zeitpunkt noch fehlende Entscheidung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu 12- bis 17-Jährigen genannt. Es soll zudem weitere Fälle gegeben haben. 

Wieder zu Hause angekommen folgten mehrere Telefonate mit den Verwaltungen in Hannover und Cloppenburg. Bisheriges Ergebnis: Aus Hannover wurde ein neuer Termin für Sonntag vergeben, das Impfzentrum wollte sich nach Angaben des Vaters noch einmal am Freitag melden. 

Der 48-Jährige ärgert sich vor allem über das Durcheinander. In Hannover erzählte man ihm von einer notwendigen Schulbescheinigung, die beim Impfzentrum so aber nicht bekannt war. Die Schule bescheinigt nun, dass die Tochter die Einrichtung besucht. Ob das ausreicht, bleibt abzuwarten. "Einer verweist auf den anderen. Und wenn sich Jugendliche doch noch nicht impfen lassen können, warum vergibt man beim Land schon die Termine", fragt sich der Familienvater.

"Das ist unglücklich und da haben wir auch vollstes Verständnis. Die Entscheidung liegt aber letztendlich in der ärztlichen Verantwortung."Kreissprecher Frank Beumker

Kreissprecher Frank Beumker bestätigt unterdessen den Vorfall: "Das ist unglücklich und da haben wir auch vollstes Verständnis. Die Entscheidung liegt aber letztendlich in der ärztlichen Verantwortung." Auch Beumker verwies am frühen Donnerstagnachmittag darauf, dass die Empfehlung der STIKO noch aussteht. Bislang gebe es nur Entwürfe, die sich noch ändern können. Wenn dann schon Termine über das niedersächsische Portal ermöglicht werden, könne dies durchaus für Unverständnis sorgen.

Am frühen Abend veröffentlichte die STIKO schließlich ihre Stellungnahme. Demnach empfiehlt die Kommission eine Impfung bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf. "Der Einsatz bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich", heißt es weiter auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes.

Grundsätzlich ist der Biontech-Impfstoff für Personen ab 12 Jahren freigegeben, auch die Priorisierung wurde aufgehoben. In diesem konkreten Fall im Impfzentrum hätten sich die Ärzte laut Beumker jedoch noch dagegen entschieden. Ob es nun am Sonntag zu einer Impfung der Jugendlichen kommt, bleibt abzuwarten...

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