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Impfen im Kreis Vechta: Ende Januar startet Terminvergabe

Das Land und auch die Kommunen des Landkreises wollen dann über 80-Jährige per Post informieren. Die Städte und Gemeinden des Landkreises Vechta wollen Senioren bei der Terminvergabe helfen.

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Die nächsten Dosen kommen am 14. Januar: Dann sind die meisten Senioreneinrichtungen im Landkreis versorgt. Foto: M. Niehues

Die nächsten Dosen kommen am 14. Januar: Dann sind die meisten Senioreneinrichtungen im Landkreis versorgt. Foto: M. Niehues

Der Unmut von Senioren zur Terminvergabe des Landes bei Schutzimpfungen gegen Covid-19 ist weiterhin groß. Dafür steht jetzt aber fest, wann die nächste Impfstoff-Lieferung das Oldenburger Münsterland erreicht. Wie der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung bestätigte, werden sowohl der Landkreis Vechta als auch der Landkreis Cloppenburg am 14. Januar mit je 975 Dosen beliefert. Der Ministeriumssprecher bittet zugleich um Geduld.

Nach seinen Angaben sind allein am Dienstag 6499 Personen in Niedersachsen geimpft worden. "Wir können auch deutlich mehr verimpfen, wenn wir genug Impfstoff haben", sagt er. Deshalb werde mit der Terminvergabe für individuelle Impfungen erst Ende des Monats begonnen. Wichtig sei es, zuerst die Senioren- und Pflegeeinrichtungen zu berücksichtigen. Denn rund die Hälfte aller Corona-Todesfälle würden in Zusammenhang mit diesen Einrichtungen stehen.

Oliver Grimm weist zudem darauf hin, dass das Land vor dem Impfstart genau durchgerechnet habe, mit welcher Priorisierung der zur Verfügung stehende Impfstoff verteilt werden könne. Im Moment stünden für kleine Landkreise bei einer individuellen Impfung nur für 30 Termine pro Woche Impfmittel zur Verfügung. Das würde noch mehr Frustration bewirken, ist er überzeugt. Deshalb werde erst ab Ende Januar mit der individuellen Terminvergabe begonnen. "Wir würden gerne Termine über Hausärzte vergeben", betont Grimm. "Aber das lässt der Impfstoff nicht zu."

Es mangelt an Impfstoff. Durch die Moderna-Zulassung könnte sich die Situation entspannen. Foto: M. NiehuesEs mangelt an Impfstoff. Durch die Moderna-Zulassung könnte sich die Situation entspannen. Foto: M. Niehues

Die hohen Anforderungen, die der Biontech/Pfizer-Impfstoff mit einer Kühlung von -70 Grad stelle, könne keine Arztpraxis gewährleisten. Einmal angemischt, dürften die Impfdosen zudem nicht mehr transportiert werden. Dafür verspricht der Ministeriumssprecher, dass alle Impfberechtigten eine Mitteilung aus Hannover erhalten sollen. "Auch von unserer Seite wird es ein Anschreiben an Personen über 80 geben", sagt er. Online und über Hotline-Telefonnumern sollen sich Impfwillige dann anmelden.

Hierbei bieten jetzt der Landkreis Vechta und die Kommunen Senioren ihre Unterstützung an. Das haben am Mittwoch die Städte und Gemeinden sowie der Landkreis bei einer gemeinsamen Videokonferenz beschlossen, teilte im Anschluss der Landkreis mit. Entsprechende Hilfsangebote bei der Vorbereitung der Corona-Schutzimpfung für Personen über 80 Jahre sollen jetzt organisiert werden. "Niemand soll vergessen oder alleine gelassen werden, wenn es um die Terminvereinbarung und den Besuch des Impfzentrums in Lohne geht. Ich freue mich, dass uns die Bürgermeister hierfür sofort ihre Unterstützung zugesagt haben", fasst Landrat Herbert Winkel die Ergebnisse der Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten zusammen.

Auch die Städte und Gemeinden wollen ihre über 80-Jährigen benachrichtigen, sobald das Land die Terminvereinbarung für die Covid-19-Impfung freischaltet. In der Mitteilung sollen alle notwendigen Informationen für eine eigenständige Organisation des Impftermins stehen. "Alle Bürgerinnen und Bürger aus der ersten Impfgruppe bekommen also rechtzeitig Post aus ihrem Rathaus und brauchen sich nicht zu sorgen, dass sie das Impfangebot verpassen", sagt Dammes Bürgermeister Gerd Muhle als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis.

Zugleich appellieren die Bürgermeister im Landkreis Vechta an alle Angehörigen, Freunde, Nachbarn und Bekannten, den Senioren bei der Terminvergabe zu helfen. "Das zentrale Terminmanagement des Landes und die niedersächsische Vorgabe, einen Impftermin eigenständig zu organisieren, ist gerade für allein lebende ältere Mitbürger eine kaum zu überwindende Hürde. Wir setzen daher zunächst auf das Engagement der Familien und des sozialen Umfeldes", erklärt Landrat Herbert Winkel. Wer darüber hinaus Unterstützung benötige, solle sich an die Familienbüros der Städte und Gemeinden wenden, sobald Terminvereinbarungen möglich seien.

"Impfpaten" gesucht: Senioren soll bei Terminvergabe geholfen werden

Dort könnten "Impfpaten" vermittelt werden, die beispielsweise Senioren zum Impftermin fahren oder beim Gang durch das Impfzentrum begleiten. Landrat und Bürgermeister wünschen sich aber auch sogenannte Impfpaten. Sie rufen Mitglieder von karitativen und mildtätigen Vereinigungen, Kirchengemeinden, ehrenamtliche Gruppen, Selbsthilfegruppen und engagierte Bürger auf, sich als Impfpaten zur Verfügung zu stellen und sich bei ihrer Stadt oder Gemeinde zu melden.  

Alle Angehörigen und Impfpaten sollen dann alle Informationen erhalten, um die für die Impfung erforderlichen Unterlagen rechtzeitig vor dem Besuch des Impfzentrums zusammenstellen zu können. Außerdem will die Kreisverwaltung alle ambulanten Pflegedienste im Landkreis benachrichtigen und darum bitten, den von ihnen betreuten Senioren zu helfen und gegebenenfalls bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung Hilfen anzufordern, sofern keine Unterstützung vorhanden ist.

Hoffnung macht zudem, dass am Mittwoch die Europäische Arzneimittel-Agentur die bedingte Zulassung des Corona-Impstoffes des US-Pharma-Unternehmens Moderna der Europäischen Union empfohlen hat. Dieser wurde daraufhin sofort durch die EU-Kommission freigegeben. Neben dem Impfstoff von Biontech/ Pfizer steht somit jetzt ein zweites Mittel gegen Covid-19 zur Verfügung Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, ist im ersten Quartal mit einer Lieferung von 2 Millionen Dosen von Moderna zu rechnen. Dann soll die Produktion gesteigert werden. Oliver Grimm erwartet in den nächsten Tagen Infos, wie viele davon Niedersachsen erreichen werden.

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