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Immer wieder Tretminen: Lohner beklagen Hundekotproblem

Viele Hundehalter lassen die Hinterlassenschaften ihres Tieres auf den Wegen und im Wald liegen. Eltern und andere Bürger sind genervt. Die Stadt versucht, das Problem in den Griff zu kriegen.

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Hundekot am Wegesrand: Im Hopener Wald in Lohne ist das keine Seltenheit. Auch am Montag, als dieses Bild entstand, wurde man schnell fündig. Foto: J. Scholz

Hundekot am Wegesrand: Im Hopener Wald in Lohne ist das keine Seltenheit. Auch am Montag, als dieses Bild entstand, wurde man schnell fündig. Foto: J. Scholz

Jeden Morgen bringt Anke Deeken ihre Tochter in den Waldkindergarten. Die Vögel zwitschern. Die Blätter der Bäume im Hopener Wald leuchten im satten Grün. Kinder können in der Natur toben. Es ist ein Ort der Idylle. Jetzt aber die Augen zu schließen, wäre fatal: Die Gefahr, in einen Hundehaufen zu treten, ist groß. Der Lohnerin und anderen Eltern stinkt es gewaltig. Sie sind genervt von den liegen gelassenen Haufen.

In der vergangenen Woche brachte Deeken ihre Tochter wie üblich in die Kita. Danach ging es für sie zur Arbeit. Dort stellte sie fest: Sie war in Hundekot getreten. Der Teppich und ihr Kleid waren da schon versaut. Ab diesem Punkt sei Deeken klar gewesen: Das Thema braucht dringend Öffentlichkeit. Denn: So könne es nicht mehr weitergehen.

"Wir erleben das mit dem Hundekot hier ständig", sagt Deeken. Auch am Montagmorgen ließen sich schnell vor Ort einige Hundehaufen finden. Das Problem bestehe schon seit einigen Jahren, und zwar nicht nur im Hopener Wald, sondern auch in den Siedlungen. Die 38-Jährige findet mindestens einmal im Monat Hundekot unter den Schuhen ihrer Kinder.

Sind genervt: Die Lohnerin Anke Deeken und ihr Sohn Jonathan finden im Hopener Wald immer wieder Hundekot. Foto: J. ScholzSind genervt: Die Lohnerin Anke Deeken und ihr Sohn Jonathan finden im Hopener Wald immer wieder Hundekot. Foto: J. Scholz

Der Ärger ist nicht nur bei Deeken groß. Auch andere Eltern von Kindern im Lohner Waldkindergarten beklagen das Problem. Immer wieder komme es vor, dass die Kinder in die Hinterlassenschaften der Hunde treten. Das Problem: Im Wald gibt es kein fließendes Wasser. Die Waschmöglichkeiten sind also begrenzt.

"Ich habe keine Form von Verständnis mehr", sagt Lindsay Kläne, die Waldgruppenleiterin der evangelischen Kita Sankt Katharina. Täglich sehe sie Hundekot rund um die Wege. Viele Hundehalter würden den Kot nicht entsorgen, sondern einfach nur liegen lassen. Das gehe nicht. "Ich entsorge ja auch nicht einfach meine Windeln auf der Straße", sagt Anke Deeken.

Auch der Hundesportclub Lohne beklagt Probleme mit hinterlassenem Kot

Zumal es direkt am Waldeingang am Habichtweg in Lohne einen Spender und Mülleimer für Hundekotbeutel gibt. Tüten sind hier genug vorhanden. Ist es darum wirklich nur ein "asoziales Verhalten" – wie Deeken es nennt – der Hundehalter in Lohne? Oder gibt es andere Ursachen für die vielen Hundehaufen?

Ricarda Hausfeld ist die Pressesprecherin des Hundesportclubs Lohne. Mit Hundehaltern ist sie ständig in Kontakt. Sie besitzt auch selbst einen Hund. Das Problem mit dem Hundekot ist Hausfeld nicht neu. Überall in Lohne werden immer wieder Hundehaufen liegengelassen. "Ich rege mich selber darüber auf", sagt Hausfeld. Es könne nicht so schwer sein für Hundehalter, die Hinterlassenschaften aufzusammeln. Hausfeld sieht für das Kot-Problem vor allem zwei Gründe: Faulheit und Egoismus. Sie könne die Beschwerden der Eltern gut verstehen. Das Verhalten mancher Hundehalter sei respektlos.

Hausfeld betont, dass die Hundehaufen nicht nur als Tretminen gefährlich werden, sondern auch andere Probleme mit sich bringen. "Hundekot bleibt sehr lange liegen und verrottet nur langsam", erklärt sie.

Hundekot führt durch hohen Phosphor- und Stickstoffgehalt zu einer Überdüngung

Daneben ist laut Wissenschaftlern der Uni Gent in Belgien Hundekot sehr reich an Stickstoff und Phosphor. Die Forscher fanden jüngst heraus, dass der Anteil an den Stoffen so groß ist, dass der Hundekot zu einer deutlichen Überdüngung führt. Nicht zu vergessen ist auch, dass im Kot immer wieder auch Würmer sein können. Kommen andere Tiere oder Menschen mit dem Kot in Kontakt, sind schwere Krankheiten möglich.

Tüten gibt es genug: An 20 Standorten gibt es in der Stadt Lohne kostenlose Hundekotbeutel. Foto: J. ScholzTüten gibt es genug: An 20 Standorten gibt es in der Stadt Lohne kostenlose Hundekotbeutel. Foto: J. Scholz

Was sagt die Stadt Lohne zum Hundekot-Problem? "Probleme mit Hundehaufen gibt es an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet – und das sicher nicht nur in Lohne", erklärt Stadtsprecherin Anne Nußwaldt auf Nachfrage. Der Hopener Wald sei leider keine Ausnahme. Was tut die Stadt, um das Problem in den Griff zu bekommen? An 20 Standorten gibt es mittlerweile Mülleimer mit Hundekotbeuteln, die regelmäßig nachgefüllt werden. "Die Stationen werden unterschiedlich stark angenommen", sagt Nußwaldt.

Stadt Lohne appelliert an das Verhalten der Bürger

Sehen Bürger Bedarf für weitere Stationen, können diese sich beim Ordnungsamt melden. Das Aufstellen weiterer Hundekotstationen sei nur ein Aspekt. Eine flächendeckende Kontrolle der Grünflächen sei kapazitätsbedingt nicht möglich, betont die Stadt. "Ändern muss sich auch und vor allem das Verhalten der Hundehalterinnen und Hundehalter", sagt Nußwaldt.

Eine weitere Lösung des Problems: Deeken, die Erzieherin Kläne und Hausfeld vom Hundesportclub können sich vorstellen, dass mehr Schilder helfen könnten, um zu sensibilisieren. Die Hunde können zwar nicht lesen, aber sicher manche ihrer Besitzer.

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