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Immer wieder montags

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Aussperren, Unfälle und Patzer – Wenn der Montag seinem Ruf alle Ehre macht, dann bringt auch die beste Motivation nichts mehr.

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Positiv und mit voller Motivation in die Woche starten, das war meine Mission für den Montagmorgen. Voller Schwung geht es aus dem Bett direkt auf die Yogamatte. 30 Minuten Sport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen – so heißt es zumindest. Eine heiße Dusche und ein kalter, frisch gepresster Orangensaft geben mir den letzten Kick. Jetzt kann der Tag beginnen, denn dank meines Morgenrituals bin ich für alles gewappnet, denke ich.

Noch schnell den Müll runterbringen, bevor ich mich zur Arbeit losmache. Kaum habe ich den Sack in die Tonne geworfen, fällt mir auf, dass ich meinen Haustür- samt Autoschlüssel auf dem Küchentisch liegen lassen habe. Passend zur Situation sind alle meine 5 Mitbewohner ausgeflogen. Keine Panik, denke ich mir. Ich schreibe in die WG-Gruppe, warte bis jemand kommt und schaffe es noch rechtzeitig zur Arbeit. Ganz bestimmt.

Ich bin in einer halben Stunde da, antwortet meine Mitbewohnerin. Gut, dass ich dann eigentlich schon bei der Arbeit sein müsste und ungefähr 30 Minuten Fahrzeit zur Außenstelle habe. Eine halbe Stunde später steht sie endlich vor mir: Meine Mitbewohnerin mit dem Heiligen Gral alias dem Haustürschlüssel. Ich schnappe mir meinen Rucksack und dieses Mal sogar auch den Schlüssel, los geht es.

"Die Motivation, meine positive Laune den gesamten Tag über aufrechtzuerhalten, sinkt in dieser Minute auf den absoluten Tiefstand."Lisa Bernhardt

Kaum lasse ich das Ortsschild Richtung Landstraße hinter mir, springt ein Reh aus der Böschung und rennt fast vor mein Auto. In den Millisekunden, in denen das Reh und ich uns in die Augen schauen, denke ich bereits, dass eine Kollision unvermeidbar ist. Einige Zentimeter retten nicht nur das Reh, sondern auch mein Auto. Der Schock am Morgen sitzt tief.

Nach meinem Arbeitstag habe ich förmlich Angst, die Strecke wieder zurückzufahren. Ich schleiche sozusagen an den Stellen, wo links und rechts Wald oder Böschung ist.

Zu Hause angekommen, öffne ich mir erst einmal eine Flasche Wein. Wenn der Tag schon nicht lief wie erwartet, dann muss jetzt eben der Abend dafür herhalten. Auf dem Plan steht heute selbstgemachtes italienisches Pesto. Die Kochfreunde können meine Euphorie vor dem Ausprobieren eines neuen Rezeptes sicherlich nachempfinden. Frischer Basilikum, Knoblauch, Pinienkerne und ein leckeres Olivenöl kommen zusammen in den Mixer. Tada! Die leckere grüne Mischung ist fertig. Den Probier-Löffel packe ich bis oben hin voll, doch bevor ich in den Genuss komme, mein Pesto zu probieren, landet der gesamte Löffel auf meiner beigen Stoffhose. Ein fetter, grüner Fleck ist das, was übrig bleibt.

Der Dienstag wird dann also zum neuen Montag

Die Motivation, meine positive Laune den gesamten Tag über aufrechtzuerhalten, sinkt in dieser Minute auf den absoluten Tiefstand. Vielleicht ist es an der Zeit, mich einfach in mein Bett zu legen und eine Serie anzumachen. Aber Stopp, da kann mir vielleicht die Internetverbindung wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Besser ist es wohl, direkt schlafen zu gehen. Vielleicht gelingt mir ja morgen ein besserer Start in die Woche.


Zur Person:

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