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Im Landkreis Cloppenburg werden drei Impfstützpunkte aufgebaut

In Löningen ist die Arbeit schon aufgenommen. Zwei Standorte sollen folgen. Dabei handelt es sich um kleinere Impfzentren. Landrat Johann Wimberg spricht von einem "neuen Kapitel".

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Symbolfoto: dpa

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Die Infrastruktur bei den Schutzimpfungen gegen das Coronavirus wird im Landkreis Cloppenburg wieder ausgebaut. Es soll drei "Impfstützpunkte" geben – dabei handelt es sich de facto um kleine Impfzentren, die aber aus formellen Gründen so nicht genannt werden. Der erste Stützpunkt befindet sich in der Löninger St.-Jakobus-Schützenhalle an der Elberger Straße. Hier ist die Arbeit schon aufgenommen worden. Am Mittwoch sind dort 270 Impftermine angeboten worden.

Ende September ist das bisherige zentrale Impfzentrum an der Thülsfelder Talsperre geschlossen worden – das ist bundesweit so beschlossen worden. In Niedersachsen wurde die Impfkampagne auf die niedergelassenen Haus- und Betriebsärzte sowie mobile Impfteams verlagert. Doch diese Infrastruktur reichte nicht, als die Booster-Impfungen notwendig wurden. Das räumte auch Ministerpräsident Stephan Weil im November in einem Interview mit OM Online ein. In diesem Gespräch kündigte Weil an, dass es künftig wieder zentrale Anlaufstellen geben solle.

Genau das wird jetzt im Landkreis Cloppenburg in Angriff genommen. "Das machen wir übrigens auf unsere Kosten, denn ein Auftrag zur Schaffung von Impfzentren durch das Land ist bislang nicht erfolgt", betont Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg. Er kritisierte erneut, dass das ehemalige Impfzentrum überhaupt "auf Weisung des Landes" geschlossen wurde. Wäre es offen geblieben, hätte es das aktuelle "Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot" nicht gegeben.

Zwei weitere Standorte in Bethen und Altenoythe

Der Unterschied zum ehemaligen Impfzentrum an der Thülsfelder Talsperre: Statt wie ursprünglich sechs Impfstraßen gibt es in Löningen nur zwei. „Damit können wir in fünf Stunden 330 Impfungen durchführen. Geplant ist ein Angebot an zwei bis drei Tagen pro Woche, sobald das entsprechende Personal eingestellt ist“, erklärt Wimberg. Er spricht von einem "neuen Kapitel", das in der Pandemie aufgeschlagen werde. Denn bei dem Löninger Standort allein soll es nicht bleiben. In Planung befinden sich zwei weitere Standorte: im Pilgerhaus in Bethen und im Dorfgemeinschaftshaus in Altenoythe. Rechnet man das wiederum hoch, wird durch die drei Stützpunkte mit jeweils zwei Impfstraßen das ursprüngliche Angebot wieder aufgebaut – nur eben verteilt und nicht zentral.

Erster Impfstützpunkt in Löningen (v.l.): Dr. Lydia Kocar, Leiterin des Referats Strategie und Innovation, mitverantwortlich für die Impflogistik, Lisa Tabeling, Leiterin der Impfteams, Landrat Johann Wimberg und Löningens Bürgermeister Burkhard Sibbel. Foto: RühlErster Impfstützpunkt in Löningen (v.l.): Dr. Lydia Kocar, Leiterin des Referats Strategie und Innovation, mitverantwortlich für die Impflogistik, Lisa Tabeling, Leiterin der Impfteams, Landrat Johann Wimberg und Löningens Bürgermeister Burkhard Sibbel. Foto: Rühl

Die mobilen Impfteams können die Gebäude an festen Tagen in der Woche als Impfstützpunkt nutzen. Wimberg stellte bei einem Termin in Löningen den Strategiewechsel vor: Künftig sei es eine Mischung aus dezentralen Angeboten in Impfstützpunkten und an wechselnden Orten überall im Landkreis. Bei Bedarf können und sollen die Impfteams also auch weiterhin in alle 13 Kommunen ausschwärmen. Die Trägerschaft der Impfstützpunkte liegt beim Landkreis, die Leitung beim Deutschen Roten Kreuz. „Durch feste Tage, an denen hier geimpft wird, können das DRK und auch die Bürger besser planen“, ist Lisa Tabeling, Leiterin des DRK-Testzentrums und der mobilen Impfteams, überzeugt. Schon jetzt sei zu beobachten, dass "sich keine Schlangen mehr bilden". Wie bereits berichtet, ist bei früheren Angeboten der Unmut bei den Impfwilligen groß gewesen, weil es zunächst Termine ohne Voranmeldungen und mit teils extremen Wartezeiten gegeben hat. Mit Blick auf das Löninger Angebot zeigt sich auch Bürgermeister Burkhard Sibbel zufrieden: "Hier wurden kurze Wege beschritten, um zu einem guten Ergebnis zu kommen."

Jetzt gehe es darum, mit den neuen Angeboten wieder Zeit zu gewinnen – "denn die Erhöhung der Impfquote bis zu einer sicherlich kommenden fünften Welle ist unbedingt erforderlich", ist Landrat Wimberg überzeugt. Er bekräftigte noch einmal, dass man die allgemeine Impfpflicht auf den Weg bringen müsse. "Ohne diese werden uns, das wissen wir heute, auch kommende Infektionswellen einen Teil unserer Freiheit kosten. Das wird die Gesellschaft auf Dauer schlimmer spalten als die Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften", meint Wimberg.


Fragen und Antworten zur Impfung und Quarantäne im Landkreis Cloppenburg

Das sind die Antworten von Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl zu den häufigsten Fragen zu den Themen Impfung und Quarantäne:

Wie kann ich einen Impf-Termin bekommen?
Impftermine können weiterhin gebucht werden unter www.impfung-clp.de. Aktuell sind fast alle Termine vergeben. Es werden mit Ausweitung der Kapazitäten weitere Termine geschaffen. Aktuell sind unsere Booster-Impftermine sowie die für Erst- und Zweitimpfungen trotz Priorisierung vollständig vergeben. Wenn auch der Hausarzt keine freien Termine hat, muss eine Wartezeit in Kauf genommen werden. Die aktuelle Nachfrage übersteigt leider das Angebot. Weitere Kapazitäten werden geschaffen. Von Nachfragen am Telefon bitten wir aktuell abzusehen

Wieso bekomme ich keinen Test-Termin?
Auch die Mitarbeitern der Kreisverwaltung haben privat dasselbe Problem. 3G und  2G+ sind von Land und Bund schneller eingeführt worden, als Testangebote geschaffen werden konnten. Daher kommt es auch hier zu erheblichen Engpässen. Wir haben aktuell rund 50 Anträge für Testangebote aus dem ganzen Kreisgebiet vorliegen. Die Hürden zur Zulassung sind allerdings höher als noch im Frühjahr, um Betrug bei der Abrechnung zu verhindern. Daher dauert die Zulassung länger und wir können sie nicht in allen Punkten beschleunigen. Die aktuelle Situation ist im Alltag schwierig, aber sie wird sich Schritt für Schritt verbessern. Wir arbeiten darauf hin, auch im eigenen Interesse.

Wann endet meine Quarantäne?
Aufgrund der aktuell hohen Inzidenz kommt auch unser Quarantäne-Team nicht mit den Anrufen hinterher. Das Gesundheitsamt meldet sich zum Ende der Quarantäne. Mehr ist aktuell, trotz immer weiterer Aufstockung des Personals, nicht möglich. Grundsätzlich dauert eine Quarantäne für positiv getestete Personen 14 Tage ab dem ersten positiven Testergebnis. Die Quarantäne für Kontaktpersonen dauert 10 Tage vom Tag des letzten Kontakts an.

Kann ich die Quarantäne auch vorzeitig beenden?
Positiv Getestete bleiben mindestens 14 Tage in Quarantäne. Eine Verkürzung ist nicht möglich. Lediglich bei positiven Selbsttesten oder Antigen-Schnelltesten, die sich bei einer Testung mit labortechnischer Untersuchung nicht bestätigen, endet die Quarantäne vorzeitig. Kontaktpersonen können sich nach fünf Tagen, gerechnet ab dem letzten Kontakt mit dem Infizierten, per PCR-Test freitesten. Nach sieben Tagen kann eine Freitestung mit einem Antigen-Schnelltest durch eine Arztpraxis, eine Apotheke oder ein Testzentrum erfolgen. Wer mit dem Infizierten im selben Haushalt lebt, kommt in der Regel für eine Freitestung nur infrage, wenn sich die positive Person vollständig isoliert.

Wann bekomme ich meinen Genesungs-Nachweis?
Der Nachweis und die Quarantäne-Bescheinigung kommen automatisch nach der Quarantäne per Post. Das dauert rund drei bis vier Werktage. Wir bitten darum, die Dokumente sorgfältig aufzubewahren. Eine erneute Ausstellung dauert derzeit länger.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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