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Im Landkreis Cloppenburg gibt es aktuell 760 Coronafälle

Die Kreisverwaltung meldet am Freitag 62 Neuinfektionen und reagiert auf den wachsenden Unmut in der Bevölkerung, dass so viele Fälle auf Infektionsketten in Schlachthöfen zurückzuführen sind.

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Symbolfoto: dpa

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Die Zahlen der Neuinfektionen und Genesungen im Landkreis Cloppenburg halten sich am Freitag ungefähr die Waage. Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen laut neuesten Angaben 62 neue positive Testergebnisse vor. Demgegenüber stehen 61 Personen, die seit Freitag als genesen gelten. Dadurch steigt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen auch nur geringfügig auf 760 (Vortag: 759).

Mit den am Freitagmittag veröffentlichten Zahlen lässt sich bilanzieren: Allein in dieser Woche sind dem Gesundheitsamt 479 neue Coronafälle gemeldet worden. Die 62 Neuinfektionen verteilen sich am Freitag auf 12 von 13 Städte und Gemeinden - allein in der Stadt Cloppenburg sind es 15, in der Gemeinde Garrel sind es 11. Nur aus dem Saterland wird keine Neuinfektion gemeldet. Die Kommunen mit besonders vielen aktiven Coronafällen sind diese: Stadt Cloppenburg (167), Gemeinde Garrel (92) und Gemeinde Molbergen (90).

Mittlerweile müssen 16 infizierte Patienten stationär in einem der drei Krankenhäuser behandelt werden - 5 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Aktuell stehen 919 Einwohner unter amtlich angeordneter Quarantäne. Wie bereits berichtet, hat das Robert-Koch-Institut am Freitag für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tage-Inzidenz von 253,7 gemeldet - das ist weiterhin mit deutlichem Abstand der höchste Wert in ganz Niedersachsen.

"Ein Landkreis kann grundsätzlich nicht die Reisefreiheit von bestimmten Menschen einschränken."Frank Beumker, Sprecher der Cloppenburger Kreisverwaltung

Die Kreisverwaltung reagiert am Freitag auf den wachsenden Unmut in der Bevölkerung, dass über 300 Coronafälle allein auf die Infektionsketten an den drei Schlachthöfen in Emstek, Garrel und Essen zurückzuführen. Man wisse sehr wohl, dass die "hohe Fluktuation" von osteuropäischen Beschäftigen ein Problem sei. Vor allem dann wenn ihre Reisen für Verwandtschaftsbesuche in Heimatländer oder aus arbeitsrechtlichen Gründen in Länder führen, die als Hochrisikogebiet eingestuft worden sind oder in denen die Impfquote besonders niedrig ist. "Solche Reisen sind im Sinne des Infektionsschutzes besonders gefährlich", sagt Kreissprecher Frank Beumker. Er betont allerdings auch: "Ein Landkreis kann grundsätzlich nicht die Reisefreiheit von bestimmten Menschen einschränken." 

Beumker erinnert daran, dass die meisten Ansteckungen im Landkreis andernorts passieren. Als Beispiele nennt er Reiserückkehrer und private Veranstaltungen. Weitere Probleme sind Krankheitssymptome die nicht typisch für eine Infektion mit dem Coronavirus sind und deshalb die Diagnose erst später erfolgt, der nachlassende Impfschutz und dass deutlich weniger getestet wird.

Explizit nennt der Kreissprecher beim derzeitigen Infektionsgeschehen Großfamilien - "von denen ein nicht unerheblicher Teil die Impfung aus religiösen Gründen ablehnt", so Beumker. Ihnen aber auch allen anderen Impfberechtigten seien verschiedene Impfangebote gemacht worden.

Hinweis: Neue Zahlen aus dem Cloppenburger Gesundheitsamt werden wieder am Montag (1. November) erwartet.

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