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Im Gespräch auf der Straße Vorurteile beseitigen

Die Muslimische Gemeinde Ahmadiyya startet eine Kampagne im Landkreis Vechta. Die Botschaft: Der Islam und Extremisten sind nicht das Gleiche.

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"Wir sind alle Deutschland": Malik Waseem Ahmad (von links), Syed Salman Shah und Naseer Ahmad Butt präsentieren die bundesweite Kampagne in Vechta. Foto: Scholz 

"Wir sind alle Deutschland": Malik Waseem Ahmad (von links), Syed Salman Shah und Naseer Ahmad Butt präsentieren die bundesweite Kampagne in Vechta. Foto: Scholz 

"Wir sind es Leid, dass unsere Religion, der Islam, immer wieder mit fanatischen Extremisten verbunden wird", sagt Syed Salman Shah, Imam der Vechtaer Ahmadiyya Gemeinde. Das sei der Grund weshalb die Reformgemeinde nun bundesweit die Kampagne mit dem Titel: "Wir sind alle Deutschland" gestartet hat. Die Muslime wollen informieren, Fragen beantworten und in den Dialog mit den Menschen vor Ort treten. Nun startet die Aktion auch in Vechta und Lohne.

Mit Flyern seien sie bisher in den Gemeinden wie Neuenkirchen-Vörden und Steinfeld unterwegs gewesen und haben das Infomaterial in den Briefkästen vor Ort verteilt. "Uns ist dabei wichtig, dass wir alle ansprechen, auch die ganz kleinen Dörfer", erklärt Naseer Ahmad Butt, der für den interreligiösen Dialog in der Vechtaer Gemeinde zuständig ist. Zusätzlich zu der Flyer-Aktion stellen sich Mitglieder der islamischen Gemeinde mit Infoständen auf die Straße. In den kommenden Wochen auch in Vechta und Lohne. Dort hätten Interessierte zum einen die Möglichkeit sich zu informieren über den Islam. Zum anderen aber auch offene Fragen zu stellen und in den Dialog zu treten. Daneben soll es ein Info-Telefon geben und auch in sozialen Medien sollen Fragen gestellt werden können.  

"Durch die Bürgernähe wollen wir Ängste bei den Menschen abbauen."Naseer Ahmad Butt, Beauftragter für interreligiösen Dialog der Ahmadiyya Gemeinde.

"Durch die Bürgernähe wollen wir Ängste bei den Menschen abbauen", so Butt. Seit knapp 30 Jahren gebe es immer wieder Infostände deutschlandweit. Verstärkt sollen diese nun durch die neu gegründete Kampagne werden, die durch eigene Mittel finanziert werde.

Die muslimische Ahmadiyya Gemeinde hat bundesweit eigenen Angaben zufolge um die 45.000 Mitglieder. In Vechta seien es aktuell 175. Die Glaubensauslegung der Gemeinde unterscheidet sich von anderen Gruppierungen im Islam. Die Mitglieder bezeichnen sich selbst als eine Reformgemeinde. "Wichtige Ziele sind bei uns, dass es keinen Zwang im Glauben gibt und, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind", sagt Imam Shah. Die Gemeinde engagiert sich regelmäßig in der Stadt Vechta. Durch Frühjahrsputzaktionen oder beim jährlichen Wohltätigkeitslauf für lokale Organisationen.

Für die Zukunft plant die islamische Gemeinde, dass Friedensbäume in allen Gemeinden des Landkreises Vechta gepflanzt werden, erklärt Naseer Butt auf der Pressekonferenz in Vechta zum Kampangen-Start. Auch betont er zum Abschluss, dass die Türen der Vechtaer Moschee jederzeit für Besucher offen stehen. Butt: "Nur so funktioniert interreligiöser Dialog."

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