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Im Dienst der Kirche: Lilia Kislin ist neue Küsterin in Molberger Pfarrkirche

Seit einigen Monaten ist Lilia Kislin als neue Küsterin in der Pfarrkirche Molbergen tätig. Mit ihrer neuen Aufgabe ist sie sehr glücklich, vor allem über die vielen neuen Kontakte.

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Gott (d)ein Gesicht geben: Lilia Kislin ist die neue Küsterin in der Pfarrkirche Molbergen.   Foto: Hoff

Gott (d)ein Gesicht geben: Lilia Kislin ist die neue Küsterin in der Pfarrkirche Molbergen.   Foto: Hoff

Eigentlich sei für sie ein Traum in Erfüllung gegangen, obwohl sie lange hätte überlegen müssen, ob sie in die Fußstapfen von Maria Macke treten soll, sagt Lilia Kislin. Die 41-Jährige ist seit einigen Monaten neben Maria Möller als zweite Küsterin in der Pfarrkirche Molbergen tätig. Ihre Vorgängerin war im Sommer vergangenen Jahres nach 20 Jahren Küsterdienst feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden.

"Ich habe sie einfach spontan gefragt, ob sie diesen Kirchendienst für unsere Gemeinde übernehmen möchte", berichtet Molbergens Pastor Uwe Börner. Lilia Kislin sei ein sehr bescheidener und zurückhaltender Mensch, "da musste ich etwas Überzeugungsarbeit leisten". Aber das gute Zureden habe sich gelohnt. "Lilia kommt sehr gut mit Maria Möller aus, beide sind mit Herzblut bei der Arbeit dabei und werden von den Gemeindemitgliedern sehr geschätzt", weiß der Geistliche. Zudem sei er sich sicher, dass sie mit und an ihren neuen Aufgaben wachse. Auch passten die Arbeitszeiten mit ihren Verpflichtungen als Mutter gut zusammen. 

Lilia Kislin ist Mutter von vier Kindern

25 Stunden pro Monat gestaltet sie als Küsterin die Kirche mit, bereitet Gottesdienste vor, bereitet sie nach oder ist als Ansprechpartnerin für Gemeindemitglieder da. Auf Dauer könne sie sich vorstellen, die Stunden auch noch aufzustocken. Besonders freue sie sich über die vielen neuen Kontakte, die sich durch ihre neue Tätigkeit ergeben würden. Auch die Nähe zu Gott in der Kirche genieße sie sehr. Als Kind hätten ihre Eltern ihr den Zugang zur Kirche und zu Gott verwehren müssen. "Ich bin in der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsen, dort durften meine Eltern nicht über Gott sprechen. Sie hatten Angst, dass wir Kinder unbedarft in der Schule davon erzählen und Konsequenzen drohen könnten." Auf dem Land sei diese Angst besonders groß gewesen. Das erste Mal habe sie mit 9 Jahren gebetet, erinnert sich die Mutter von vier Kindern. Erst mit 16 Jahren sei sie getauft worden. Dabei seien ihr Kirche und vor allem auch die Beichte sehr wichtig.

Schon in ihrer Jugend habe sie oft gedacht, dass sie gerne als Küsterin arbeiten wolle. "Allerdings übernehmen in Russland die Klosterfrauen diesen Dienst und ich wollte niemals eine Klosterfrau sein", sagt Kislin und lacht. Umso dankbarer sei sei, dass nun über Umwegen ihr Traum in Erfüllung gegangen sei. Leider hätte sie in Russland keine Ausbildung abschließen können, "ich war in meinem ersten Ausbildungsjahr, als wir nach Deutschland aufbrechen mussten", berichtet Lislin, die mit ihrer Familie seit 12 Jahren in Molbergen lebt. Dann sei sie früh schwanger geworden und habe sich um ihre Kinder gekümmert. Die älteste Tochter ist 20 Jahre, ihr Sohn 17 Jahre alt. Zudem hat sie noch eine 15-jährige und eine 3-jährige Tochter. 

Auch die direkte Zusammenarbeit mit Pastor Uwe Börner und Maria Blömer gefalle ihr sehr. "Beide nehmen mich an, als würden sie mich schon ewig kennen und als würde ich seit jeher dazugehören", freut sich die 41-Jährige. Ihre Kollegin beschreibt sie als "tollen, fröhlichen und warmherzigen Menschen. Ich kann noch viel von Maria lernen." Dem Pastor sei sie dankbar, dass er ihr die Aufgaben zugetraut habe. 

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