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Im April ziehen die ersten Senioren in das Haus St. Bonifatius in Bakum

Die Corona-Pandemie sorgte für Verzögerungen beim Bau. Doch jetzt kann das Gebäude endlich mit Leben gefüllt werden.

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Sind überzeugt von dem Wohnkonzept (von links): Willibald Meistermann (Investor), Nicole Höne (Pflegebereichsleiterin), Helmut Themann (Selbstgestalter) sowie Peter Schulze (Geschäftsführer Sozialstation Nordkreis Vechta). Foto: C. Meyer

Sind überzeugt von dem Wohnkonzept (von links): Willibald Meistermann (Investor), Nicole Höne (Pflegebereichsleiterin), Helmut Themann (Selbstgestalter) sowie Peter Schulze (Geschäftsführer Sozialstation Nordkreis Vechta). Foto: C. Meyer

Wenn das Wetter besser wird und die Corona-Lage sich – hoffentlich – entspannt, dann können die ersten Bewohnerinnen und Bewohner das Haus St. Bonifatius am Bakumer Burgring beziehen. Der 4. April, das ist ein Montag, soll der Stichtag sein, wie Peter Schulze, Vorstandsvorsitzender der St.-Hedwig-Stiftung und Geschäftsführer der Sozialstation Nordkreis Vechta, wissen lässt. Insgesamt 24 Seniorinnen und Senioren können künftig in dem Gebäude auf einer Gesamtfläche von rund 2300 Quadratmetern ein neues Zuhause vorfinden.

Der Einzugstermin hatte sich zuletzt ordentlich verschoben. Im vergangenen Sommer hieß es noch, dass die ersten Mieterinnen und Mieter im Oktober einziehen können. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien auch zum 1. Oktober eingestellt worden, sagt Schulze. Diese werden derzeit an anderen Stellen innerhalb der St.-Hedwig-Stiftung eingesetzt, bis sie ihren Dienst im Haus St. Bonifatius antreten können. „Widrige Umstände“ verzögerten die Bauphase, sagt Peter Schulze.

20 Mitarbeitende sind für das Haus zuständig

Wie diese aussahen, schildert Bauherr Willibald Meistermann: Insbesondere beim Innenausbau machte die Corona-Pandemie den Handwerksbetrieben zu schaffen. Infektionen und Quarantäne dezimierten das vorhandene Personal, generell konnten nur wenige Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle tätig sein. Das sorgte für immense Verzögerungen, erläutert Meistermann. Schon der Baugrund machte anfangs Probleme. Mehr als 70 Pfähle wurden mehr als 9 Meter in den Boden gebohrt, um für das Gebäude eine Standsicherheit zu gewährleisten, erklärt der Bauherr.

Doch das Warten habe sich gelohnt, konstatiert Peter Schulze. Zum 1. Januar 2022 wurde das Gebäude an die Mieterin, die Sozialstation Nordkreis Vechta, übergeben. Das Mietverhältnis läuft vorerst die kommenden 12 Jahre, sagt der Geschäftsführer. Seit Oktober befindet sich der Pflegestützpunkt bereits im Dachgeschoss des Hauses. Zuvor residierte dieser an der Kirchstraße. 15 ambulante Pflegekräfte versorgen um die 100 Menschen in Bakum, sagt Pflegebereichsleiterin Nicole Höne.

Ein Blick von oben auf das Haus St. Bonifatius
Foto: Timo Lutz
Der Eingangsbereich
Foto: Timo Lutz
So sieht die Lounge im Haus St. Bonifatius aus.
Foto: Timo Lutz
In der Wohnküche kann gemeinsam gekocht werden.
Foto: Timo Lutz
Ein Blick in eines der Appartements. Diese können die Bewohnerinnen und Bewohner ganz individuell einrichten.
Foto: Timo Lutz
Der Eingangsbereich im Erdgeschoss. 
Foto: Timo Lutz

Dieses Team sei auch der erste Ansprechpartner für die künftig 24 Bewohnerinnen und Bewohner im Haus St. Bonifatius. Zusätzlich wird es 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben, die ausschließlich für die Einrichtung arbeiten werden. Eine Versorgung rund um die Uhr werde sichergestellt, sagt Peter Schulze. Die ersten Seniorinnen und Senioren werden in der ersten April-Woche im Erdgeschoss einziehen, so der Plan. Das Haus soll nach und nach mit Leben gefüllt werden.

Selbstständiges Wohnen in der Gemeinschaft

„Es muss sich eine Gemeinschaft entwickeln können“, findet Peter Schulze. Denn im Erdgeschoss wie auch im Obergeschoss werden sogenannte ambulante Wohngemeinschaften mit jeweils zwölf Personen eingerichtet. Schulze sei schon mehrfach gefragt worden, was das sei. Er spreche auch lieber von „Lebensgemeinschaften“, sagt er. Es handele sich um eine alternative Wohnform zu den herkömmlichen stationären Einrichtungen. Im Haus St. Bonifatius soll ein möglichst selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft ermöglicht werden. So gebe es kein „All-inclusive-Paket“, sondern die Bewohnerinnen und Bewohner schließen individuelle Verträge ab, die beispielsweise die Pflegebedürftigkeit berücksichtigen. Das Angebot richte sich vor allem an Seniorinnen und Senioren, die nicht mehr allein daheim leben wollen oder können, erklärt Schulze. Damit soll auch einer möglichen Vereinsamung entgegengewirkt werden.

Jede Mieterin und jeder Mieter hat ein eigenes Appartement – das nach eigenen Wünschen möbliert werden kann – von rund 20 Quadratmetern mit eigenen sanitären Anlagen. Überdies gibt es pro Wohngemeinschaft eine Wohnküche, eine Lounge, einen Hauswirtschaftsraum sowie Abstellräume. Jede Wohngemeinschaft hat einen eigenen Eingang. Für alle offen steht die „Dorfstube“ im Dachgeschoss – nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner. Gemeinsam mit den Selbstgestaltern werde ein Konzept erarbeitet, wie der Raum genutzt werden kann, sagt Peter Schulze.

Im März soll es Schautage geben, sodass sich Interessierte selbst ein Bild von den Räumlichkeiten machen können. Wegen der Pandemie sehen die Verantwortlichen vorerst von einem Tag der offenen Tür ab. Vielleicht, so Schulze, lasse sich einer im Mai realisieren.

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