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Ihr heutiger Chef saß schon als Baby auf ihrem Schoß

Rita Rode feiert ein besonderes Betriebsjubiläum: Sie arbeitet seit 50 Jahren als "Mutter des Praxisteams" für die Löninger Medizinerfamilie Blömer.

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Besonderes Jubiläum: Dr. Ansgar Blömer und Natalyia Nowak gratulieren Rita Rode zur 50 jährigen Zugehörigkeit zum Praxisteam. Foto: Siemer

Besonderes Jubiläum: Dr. Ansgar Blömer und Natalyia Nowak gratulieren Rita Rode zur 50 jährigen Zugehörigkeit zum Praxisteam. Foto: Siemer

Ein besonderes Betriebsjubiläum konnte jetzt Rita Rode aus dem Löninger Ortsteil Böen feiern. Seit 50 Jahren arbeitet sie inzwischen schon in 2. Generation für die Löninger Mediziner-Familie Blömer. Eigentlich wäre die inzwischen 69-jährige Arzthelferin schon seit vier Jahren in Rente, doch ihr jetziger Arbeitgeber, Dr. Ansgar Blömer, möchte sie und ihre Erfahrung nicht missen. Obwohl schon das Arbeitsverhältnis zu ihrem ersten Chef und seiner Frau, dem inzwischen 92-jährigen Dr. Erich Blömer und seiner Frau Marianne, in den Jahrzehnten sehr eng und persönlich ist, gilt das in anderer Weise fast noch mehr für ihren jetzigen Arbeitgeber.

Denn der hat schon als Baby und Kind bei der damaligen Arzthelferin seines Vaters auf dem Schoß gesessen. Auch die Betreuung der vier Kinder im Arzthaus der Familie Blömer gehörte neben anderen Aufgaben zu den gern erfüllten Pflichten, da das Ehepaar gemeinsam in der Praxis arbeitete. Die Arbeit in den ersten Jahrzehnten sei familiärer gewesen, ihr Chef sei ein Landarzt im allerbesten Sinne gewesen, erzählt sie im Gespräch mit OM Online. Heute müsse alles durchorganisiert und effizient sein.   Als Hauptkraft in einem viele Jahre vierköpfigen Team hat sie alle Zeiten des kassenärztlichen Handelns kennengelernt. Damit alles reibungslos vonstattenging, breitete sie alle Abrechnungsscheine großflächig aus und sortierte sie nach Kassen. So manch einer dieser Abende wurde aber auch bei einem Glas Wein im Team in vertrauter Runde abgeschlossen.

Nach Jahrzehnten in Vollzeit mit Dr. Erich Blömer und dann seinem Sohn arbeitet sie inzwischen nur noch einige Nachmittage in der Woche. Bei den Routineaufgaben hilft sie nur noch, wenn es notwendig ist. Ihr Haupteinsatzgebiet ist es, Patienten in Sozialversicherungs- und Rentenfragen zu beraten. "Da ist sie Spezialistin, da macht ihr niemand etwas vor", lobt Dr. Blömer ihre Empathie, mit der sie den Patienten mit Rat und Tat zur Seite steht. Diese Arbeit liege ihr am Herzen, wenn sie den Ratsuchenden mit Tipps nach einem Ablehnungsbescheid helfen könne, erzählt sie. Die Beziehungen zu Hunderten von Patienten und das Wissen um die kleinen und großen Probleme, ohne dass dafür ein Blick in die Akten notwendig gewesen wäre, habe ihr stets viel bedeutet, so Rode.  Nur einen Teil ihrer 50-jährigen Arbeitszeit konnte sie sich nur auf ihren Beruf konzentrieren.

Disziplin und Fleiß wurden Rode bereits in die Wiege gelegt

Denn "nebenbei" war sie ab Anfang der 80er Jahre 3-fache Mutter und Frau eines vielbeschäftigten Reitlehrers mit entsprechenden Aufgaben bei der Vorbereitung von Veranstaltungen und Festen im Reit- und Fahrverein Löningen-Böen-Bunnen. Disziplin und Fleiß wurden Rita Rode geborene Woltermann als eine der älteren von 10 Kindern auf dem Bauernhof der Familie in Schelmkappe mit in die Wiege gelegt. Schon als Kind gehörte das Melken der 28 Kühe im Familienteam zu einer ihrer Aufgaben. Zu ihren hervorstechendsten Eigenschaften, die ihr nicht nur in ihrem Umfeld, sondern auch in der Arbeit hohe Anerkennung gebracht hat und noch bringt, gehört ihr ausgleichendes Wesen. Damit und mit ihrer humorvollen, aufheiternden Art habe sie und trage sie auch heute noch zum guten Arbeitsklima als "gute Seele" bei und werde von Generationen von Kolleginnen anerkannt, würdigt Dr. Blömer ihre Bedeutung fürs Team.

Ob Praxisausflüge, Schmücken der Räume zu Ostern und Weihnachten, Beschaffen von Geschenken oder Vorlesen von Weihnachtsgeschichten, ohne großes Aufheben übernehme sie Verantwortung. Die 50 Jahre ihrer Arbeit für die Medizinerfamilie und die Patienten begannen 1971. Damals hatte sich die junge Rita Woltermann mit ihrer Mutter nach abgeschlossener Arzthelferinnen-Lehre bei Dr. Burwinkel in Cloppenburg in der "besten Stube" bei Dr. Erich und seiner Frau vorgestellt.

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